SVP und SP verlieren an Schwung
Aktualisiert am 12.08.2011 13 Kommentare
Aktuelle Parteistärken im Vergleich zu den Nationalratswahlen 2007
Aktuelle Parteistärken im Vergleich zu den Nationalratswahlen 2007
Wähleranteil in Prozent
Quelle:gfs.bern
Währung beunruhigt die Schweizer
Der starke Franken bringe der Schweiz mehr Nachteile als Vorteile. Davon sind gemäss SRG-Wahlbarometer 79 Prozent der 2005 Befragten überzeugt. Sie glauben, die Exporte litten unter der Währungssituation.
Nur 14 Prozent der Befragten sind in Bezug auf die Schweizer Exporte optimistisch, wie das am Freitag veröffentlichte Wahlbarometer der SRG SSR zeigt. 60 Prozent sind demnach auch der Ansicht, dass der starke Franken Arbeitsplätze gefährde und der Bundesrat zu wenig gegen diese Entwicklung unternehme. 29 Prozent widersprachen diesen beiden Aussagen.
Etwas Positives abgewinnen können der Währungssituation gemäss der Umfrage 32 Prozent: Sie denken, der schwache Euro verbillige Importe und Auslandferien. 59 Prozent halten nichts von dieser Sichtweise. 71 Prozent der Befragten unterstützen die Aussage, Einkäufe im Ausland schadeten der Schweizer Wirtschaft.
Die Politologen der Forschungsinstituts gfs.bern ziehen aus der Befragung den Schluss, «dass die Wechselkursentwicklung von den Parteien noch wenig thematisiert worden ist». Ein Indiz dafür sei, dass die Parteiwählergruppen zu den einzelnen Fragen kaum unterschiedliche Meinungen hätten. (sda)
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Wäre Ende Juli gewählt worden, gehörten Grünliberale, BDP und CVP zu den Gewinnern: Die Grünliberalen kämen auf 4,6 Prozent Wähleranteil, das sind 3,2 Prozentpunkte mehr als bei den Wahlen 2007.
Die BDP könnte 2,9 Prozent der Stimmen auf sich vereinen; die CVP würde mit 15 Prozent Wähleranteil gegenüber 2007 sogar um 0,5 Prozentpunkte zulegen. Im Vergleich zum Barometer vom Juni legte die CVP sogar um 1,6 Prozentpunkte zu.
Die FDP müsste mit 16,1 Prozent gegenüber 2007 zwar ein Minus von 1,6 Prozentpunkten verzeichnen. Im Vergleich zu den letzten zwei SRG- Wahlbarometern, die jeweils das Forschungsinstitut gfs.bern erstellt, konnten die Freisinnigen aber erstmals ihren Sinkflug stoppen. Gegenüber dem Barometer vom Juni gewannen sie 1,1 Prozentpunkte dazu.
«Fukushima-Effekt» verpufft
Nicht mehr so einfach zulegen wie unmittelbar nach der Atomkatastrophe in Japan können die Atomgegner-Parteien: Der sogenannte «Fukushima-Effekt», der den Frühling des Wahljahres geprägt habe, sei verpufft, schreiben die Politologen von gfs.bern.
Die Grünen kommen gemäss des neusten SRG-Wahlbarometers auf 10,1 Prozent Wähleranteil. Das ist ein halber Prozentpunkt mehr als 2007; im Vergleich zum Wahlbarometer vom Juni blieben sie mit einem Plus von 0,1 Prozentpunkten stabil.
Die SP liegt mit einem Wähleranteil von 18,5 Prozent 1 Prozentpunkt unter dem Resultat von 2007. Im Vergleich zur Wählerbefragung vom Juni verlor die Partei aber 0,4 Prozentpunkte. Ein Hinweis, dass der Fukushima-Effekt langsam verpufft, liefern auch die Grünliberalen (glp).
Die glp gehört mit 4,6 Prozent zwar immer noch zu den Gewinnern, verglichen mit den Wahlbarometern vom April und Juni musste sie jedoch zurückbuchstabieren. Im April waren die Grünliberalen noch auf 5,7 Prozent gekommen; im Juni auf 5,2 Prozent.
SVP klar an der Spitze
Klare Leaderin bleibt die SVP mit 27,4 Prozent Wähleranteil. Sie zeige jedoch trotz der jüngst lancierten Initiative «gegen Masseneinwanderung» Mobilisierungsprobleme, halten die Politologen von gfs.bern fest. Bei den Wahlen 2007 hatten sich noch 28,9 Prozent Wähler für die SVP entschieden. Auch im Vergleich zum Barometer vom Juni verlor die SVP 0,1 Prozentpunkte.
Ein Blick auf das Sorgenbarometer der Wählerinnen und Wähler dürfte die SVP-Parteistrategen allerdings optimistisch stimmen: Das Thema Migration, das die SVP mit zahlreichen Plakaten, Initiativen und Vorstössen dominiert, beschäftigt die Befragten wieder am meisten.
Migration erobert 1. Platz zurück
43 Prozent gaben an, die Migration sei das dringendste oder zweitdringendste Problem, das es zu lösen gelte. Im Juni waren es noch 34 Prozent gewesen.
Noch lediglich 29 Prozent finden Umwelt/Energie das wichtigste Thema. Im Juni (43 Prozent) und im April (47 Prozent) war die Umwelt das Spitzenthema gewesen. Auf dem dritten Platz der dringendsten Anliegen figuriert neu Wirtschaft/Konjunktur: 15 Prozent der Befragten gaben an, das sei ihre grösste Sorge. Im Juni waren bloss 6 Prozent dieser Meinung.
Nach den Debatten um die Ausschaffungsinitiative Anfang Jahr und der Atomkatastrophe in Japan im März sei die Sorge um den starken Franken und die einheimische Wirtschaft möglicherweise der Anfang eines dritten Zyklus, schreiben die Forscher von gfs.bern. Die mittel- und langfristigen Auswirkungen dieser Problematik könnten allerdings noch nicht klar eingeordnet werden.
Gfs.bern befragte zwischen dem 25. Juli und 6. August 2005 Wahlberechtigte in der ganzen Schweiz. (pbe/sda)
Erstellt: 12.08.2011, 20:19 Uhr
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13 Kommentare
Dass die FDP zulegt, muss man im Kleingedruckten suchen. - Wenn sie verliert, steht's im Titel (s. frühere Artikel)... "Die FDP startet durch" hätte man genau so gut auch schreiben können. Die BDP verliert und kommt noch auf 2,9% - die FDP auf über 5 MAL (!) mehr. Auch die GLP verliert fast 10% ihres Anteils. In schwierigeren Zeiten verlassen sich die Leute lieber auf solide, bekannte Werte. Antworten


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