Schweiz

SVP will der Schweiz Nachbargebiete einverleiben

Von Fabian Renz. Aktualisiert am 11.06.2010 400 Kommentare

Kein Scherz: Die SVP fordert vom Bundesrat in einer Motion, die Einschweizerung des Vorarlbergs, von Savoyen und anderen Regionen vorzubereiten.

Spezielle Forderungen: So will die SVP die Schweiz grösser machen.

Spezielle Forderungen: So will die SVP die Schweiz grösser machen.

Geht es nach SVP-Präsident Toni Brunner und seinem Fraktionschef Caspar Baader, dann ist Schwäbisch bald der meistgesprochene Schweizer Dialekt. Und die grösste Schweizer Stadt heisst neu Stuttgart. Brunner, Baader und 26 ihrer Fraktionskollegen haben eine Motion von Nationalrat Dominique Baettig unterschrieben, der eine «erleichterte Integration grenznaher Regionen als Schweizer Kantone» vorschlägt. Konkret verlangt der von «Le Temps» gestern vorgestellte Vorstoss eine Verfassungsänderung, dank der folgende Gebiete den Beitritt zur Eidgenossenschaft beantragen könnten: Elsass (F), Aosta (I), Bozen (I), Jura (F), Vorarlberg (A), Ain (F), Savoyen (F), Baden-Württemberg (D), Varese (I) und Como (I). Besagte Regionen litten unter ihrer «nationalen und europäischen ‹Classe politique›», schreibt Motionär Baettig. Sie sehnten sich stattdessen nach einer «Demokratie der Nähe mit menschlichem Antlitz».

Lob – und wenig Unterstützung

Mit seiner karitativen Fusionsofferte löst Menschenfreund Baettig allerdings geteilte Reaktionen aus. Lob für den «originellen Ansatz» gibt es von SVP-Chef Brunner: Immer spreche man vom EU-Beitritt der Schweiz, Baettig hingegen betone das Selbstbestimmungsrecht der Völker. «Ich habe daher den Vorstoss spontan unterschrieben und werde ihm im Nationalrat selbstverständlich zustimmen», sagt Brunner.

Bei den anderen Parteien dürfte sich die Unterstützung in bescheidenem Rahmen halten, wie Nachfragen vermuten lassen. «Die SVP sollte einmal nachrechnen, wie viel solch alberne Vorstösse den Steuerzahler kosten», stichelt SP-Fraktionschefin Ursula Wyss. Auch der Bundesrat gibt wenig auf die «Provokation», wie er in seiner Stellungnahme zur Motion festhält. Seiner Ansicht nach würde der geforderte «unfreundliche politische Akt» die Beziehungen zu den Nachbarländern «in schwerwiegender Weise beeinträchtigen». Eine Erkundigung des TA bei der deutschen Botschaft in Bern, wie man auf das drohende helvetische Take-over von Baden-Württemberg zu reagieren gedenke, förderte indes vor allem eines zutage: Gelächter. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 11.06.2010, 09:02 Uhr

400

Kommentar schreiben







 Ausland



Verbleibende Anzahl Zeichen:

Mit dem Absenden des Kommentars erklärt sich der Leser mit nachfolgenden Bedingungen einverstanden: Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt. Telefonische Auskünfte werden keine erteilt. Ihr Kommentar kann auch auf Google und anderen Suchseiten gefunden werden.

400 Kommentare

Michael Barcula

21.10.2010, 00:02 Uhr
Melden 8 Empfehlung 1

100% dafür... Komme aus Ba-Wü und habe überhaupt keine Lust mehr, dass Ba-Wü und Bayern für die anderen Länder die Schulden nehmen müssen Elsaß, Lothringen, Ba-Wü, Bayern, Schweiz, Franche-Comté, Liechtenstein und Norditalien wären ein idealer Staat, in dem es kaum Arbeitslosigkeit und hohen Wohlstand gäbe... leider wird es nie soweit kommen :( Antworten


Pauline Pfeiffer

09.07.2010, 09:21 Uhr
Melden 5 Empfehlung 0

Die Schweizer haben erkannt, wo uns der Schuh drückt. Ich hoffe, sie wollen das ernsthaft umsetzen und nutzen die Gunst der Stunde. Ich kenne niemanden im weiten Bekannten- und Kollegenkreis, der nicht mit Begeisterung dabei wäre. Die meisten schielen doch immer in Richtung Schweiz, weil die Schweizer der Mut haben, gegen den Strom zu schwimmen. Als Baden-Württembergerin wäre ich sofort dafür! Antworten



Schweiz

Populär auf Facebook Privatsphäre

Immobilien

Marktplatz
Wohnung/Haus suchen

Weitere Immo-Links
homegate TV
Hypotheken vergleichen
Umzug
Immobilie inserieren
Inserat erfassen

Umfrage

Seit 15 Jahren steigt die Anzahl Ferienwochen für Arbeitnehmer leicht an. Profitieren Sie davon?




Genusswelt

Besuchen Sie unsere Genusswelt und entdecken Sie die Welt des Genuss!

Am und auf dem kühlen Nass

Erleben Sie erfrischende Ausflüge mit SBB RailAway am und auf dem kühlen Nass.