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SVP-Politiker verliert Kampf gegen Halbmond auf Lüftungsrohr

Von Melissa Müller. Aktualisiert am 06.10.2009 11 Kommentare

Auf dem Lüftungsrohr des Islamischen Zentrums in Frauenfeld steht ein Halbmond. Dagegen kämpft ein Gemeinderat an.

Der Stadtrat sieht beim kleinen Halbmond keinen Handlungsbedarf.

Donato Caspari

Robert Zahnd ist unzufrieden. In einer Einfachen Anfrage wollte der SVP-Gemeinderat wissen, was es mit dem kleinen Halbmond auf dem Kamin des Islamischen Zentrums in Frauenfeld auf sich habe. Unter anderem fragte er, ob eine Baubewilligung vorliegt (die TZ berichtete).

Wie der Stadtrat nun in seiner Antwort schreibt, wurde der Halbmond in den letzten sechs Jahren kaum beachtet. «Er ist baurechtlich nicht relevant und würde mit dem Umzug der Mieterschaft wieder entfernt.» Beim Rohr handle es sich um einen Abluftkanal, für den eine Baubewilligung vorliege. Für Robert Zahnd eine unbefriedigende Antwort: «Der Halbmond war ja eindeutig nicht bewilligt.» Indem der Stadtrat diesen für baurechtlich belanglos befinde, weiche er aus und mache es sich zu einfach. «Das heisst also, dass man in Frauenfeld alles aufs Dach montieren kann, was man will», folgert Robert Zahnd daraus. «Demnach wäre sogar ein Totenkopf auf dem Dach kein Problem.» Auch die Islamische Gemeinschaft hat die Beantwortung zur Kenntnis genommen. «Es ist mir schleierhaft, was Robert Zahnd damit bezweckte», sagt ein Mitglied der Islamischen Gemeinschaft. «Wollte er sich etwa profilieren?» Der Rummel um das Islamische Zentrum gehe ihm auf die Nerven, sagt der Mann weiter. «Muss ich mich etwa dafür entschuldigen, dass ich Muslim bin?»

Islam: Ein Reizthema

Die Islamische Gemeinschaft will nicht politisieren. Seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 sei der Islam jedoch ein Reizthema, sagt ein Frauenfelder Mitglied. Moslems auf der ganzen Welt und auch in Frauenfeld hätten darunter zu leiden. Wie ungemütlich die Stimmung für Menschen aus dem Islam zurzeit sei, zeige die Minarett-Initiative.

Das Islamische Zentrum Frauenfeld wurde bereits vor zehn Jahren gegründet und zählt 100 aktive Mitglieder, die hauptsächlich aus Mazedonien und dem Kosovo stammen. Ihren Sitz an der Gewerbestrasse möchten sie an die Schaffhauserstrasse 74B verlegen. Ihre Baueingabe wird derzeit behandelt. (ThurgauerZeitung)

Erstellt: 06.10.2009, 15:31 Uhr

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11 Kommentare

Max Minder Minder

06.10.2009, 16:32 Uhr
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Der Halbmond gehört entfernt! nicht bewilligt, basta! Antworten


Vreni Gramelsbacher

06.10.2009, 16:06 Uhr
Melden

Also wenn Herr Zahnd in seiner Gemeinde keine anderen Probleme hat als diesen Halbmond auf einem Lüftungsrohr, dann kann man nur gratulieren und sagen: Wer keine Probleme hat, schafft sich eben welche. Lächerlich! Antworten



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