Scharfe Salven gegen Ueli Maurer
Von Mischa Aebi. Aktualisiert am 26.08.2009 68 Kommentare
«Wir haben mit Entsetzen davon Kenntnis genommen»: Markus Blass. (Bild: Keystone)
Kurt Fluri: VBS umgeht das Budget
Das Verteidigungsdepartement VBS baut seit Jahren Stellen ab. Gleichzeitig lässt es aber Armeeangehörige in der Verwaltung arbeiten (wir berichteten). In einer Antwort des Bundesrates auf einen Vorstoss des Solothurner FDP-Nationalrates Kurt Fluri werden nun erstmals konkrete Zahlen bekannt. Demnach wurden im vergangenen Jahr rund 2500 Armeeangehörige während 41956 Diensttagen in er Militärverwaltung eingesetzt.
Hätte das VBS für die geleistete Arbeit angestelltes Personal entschädigen müssen, wären rund 15,6 Millionen Franken an Lohnkosten fällig geworden. Wie viel der Bund konkret einspart, sei jedoch nicht klar auszuweisen, schreibt der Bundesrat. Die Soldaten verursachten durch ihre Arbeit zusätzliche Kosten (Betreuung), auch bräuchten sie für die aufgetragenen Arbeiten länger als ein ausgebildeter Angestellter. Die Regierung betont aber, dass «die Gesamtheit dieser Leistungen für die Armee derzeit unverzichtbar ist».
Nationalrat Fluri spricht von einer «Umgehung des Budgets» durch das VBS. Armeepersonal zu beschäftigen und gleichzeitig ausgebildete Leute zu entlassen sei fragwürdig. Gerade auch die hohe Zahl an administrativ tätigen Soldaten habe ihn überrascht. «Ich frage mich schon, ob diese Arbeit in der Dienstzeit Sinn macht.» Fluri behält sich vor, in der am 7.September startenden Session weitere Vorstösse zu lancieren.
Ob das nötig sein wird, zeigt sich kommenden Donnerstagnachmittag. Dann wird Verteidigungsminister Ueli Maurer gemäss VBS-Sprecher Martin Bühler das Thema an einer Pressekonferenz ansprechen. Wie Fred Scholl, stellvertretender Generalsekretär des Personalverbands des Bundes, aus einer Sitzung weiss, will Maurer das Problem «ganz genau durchleuchten». Michael Widmer
Herr Blass, wie überrascht waren Sie, als Bundesrat Ueli Maurer kürzlich ankündigte, die Armee weiter zu reduzieren?
Markus Blass: Wir sind tatsächlich aus allen Wolken gefallen. Diese Ankündigung war definitiv zu diesem Zeitpunkt nicht zu erwarten.
Aber man musste doch annehmen, dass eine weitere Reduktion der Armee früher oder später ein Thema wird?
Ja, aber nicht jetzt. Man war sich einig, den sicherheitspolitischen Bericht abzuwarten, bevor über eine Neuausrichtung der Armee diskutiert wird. Dieser Bericht wird erst im Herbst fertig sein. Ganz bewusst hat man etwa auch die Diskussion über die Beschaffung von Kampfflugzeugen auf einen Termin nach Erscheinen des Berichts vertagt.
Sauer aufgestossen ist Ihnen als Artilleriekommandant wohl, dass Bundesrat Maurer insbesondere die Artillerie und die Panzertruppen reduzieren will?
Wir haben mit Entsetzen davon Kenntnis genommen. Die Artillerie wird bereits jetzt von acht auf fünf Abteilungen reduziert. Wird sie weiter verkleinert, hat sie innerhalb der Armee nur noch eine marginale Bedeutung.
Inwiefern?
Die Artillerie hätte bloss noch eine Feigenblattfunktion. Denn damit sie ihre Aufgabe technisch gesehen noch umsetzen kann, braucht sie aber eine bestimmte Mindestgrösse.
Bundesrat Maurers Vorschlag scheint plausibel: Er sagt, man könne im Falle einer Bedrohungslage die WK-Pflicht bis zum Alter von 40 verlängern.
Es stimmt, die Grösse der Armee kann man über die Anzahl Wiederholungskurse steuern. Aber die Fähigkeiten, die bei einer Reduktion der Artillerie unwiderruflich verloren gehen, kann man nicht sofort wiederaufbauen. Das würde Jahre dauern.
Funktioniert denn Ihrer Meinung nach eine moderne Armee nicht auch ohne Artillerie?
Es kommt natürlich stark darauf an, was der Auftrag der Armee ist. Wenn die Armee bloss noch eine Art Nationalgarde sein soll, kommt man ohne Panzer und Artilleriegeschütze aus. Soll sie aber weiterhin ihren verfassungsmässigen Verteidigungsauftrag wahrnehmen, kommt sie nicht ohne Artillerie aus. Davon bin ich überzeugt.
Was ist die Kernaufgabe der Schweizer Artillerie überhaupt?
Sie wird zur Bekämpfung von flächenmässig grossen Zielen eingesetzt, zum Beispiel Panzern.
Können solche Ziele nicht auch von anderen Waffen, etwa von Kampfjets, abgewehrt werden?
Nein, die heutigen Flugzeuge sind nicht mehr dafür ausgerüstet, Bodenziele zu bekämpfen. Und die Piloten sind nicht mehr für den Erdkampf ausgebildet.
Militärexperten gehen davon aus, dass es gar nicht mehr zu einem klassischen Krieg kommen wird, bei dem Artillerie nötig ist.
Solche Thesen sind meiner Meinung nach Kaffeesatzlesen. Ein konventioneller Krieg scheint zwar im Moment tatsächlich sehr unwahrscheinlich. Aber die Armee muss sich gerade auch mit dem Unwahrscheinlichen auseinandersetzen. Vieles ist nicht absehbar.
Zur Person
Markus Blass ist Major bei den Artillerietruppen. Der 44-Jährige aus Volketswil ZH ist verheiratet und hat zwei Kinder. Er ist Mitglied der FDP und Bezirkspräsident seiner Partei. Im Interview mit dieser Zeitung tritt er in der Funktion als Präsident der Schweizerischen Offiziersgesellschaft der Artillerie auf. Im zivilen Leben arbeitet Blass als Unternehmensberater. (Berner Zeitung)
Erstellt: 26.08.2009, 13:26 Uhr
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68 Kommentare
CH-Armee ist wirklich nicht mehr nötig. Mit den eingesparten rund 4 Mia CHF können wir die Dienste an die Nato "outsourcen" und , in der CH, noch eine starke Bundespolizei bezahlen. Netto wären dann immer noch 3 Mia net gespart; und die dann für Steuersenkungen für die Industrie verwenden. ( auf keinen Fall darf aber das Geld dann in den "Sozial-Unterstützungs-Sumpf" fliessen. Realtiv einfach ! Antworten
@Toni Klapf: Sie schreiben: > "[...] die Truppengattung Artillerie, wo man sehr leicht und bequem Offizier wird [...]" Können Sie dies durch *Facts* belegen? Vor 30 Jahren war es nicht so. Intelligenz-mässig musste man einiges drauf haben. Und wenn dies auch etliche nicht hatten, so war's immer noch besser als in etlichen anderen Truppengattungen. (PS: Bin seit 20 Jahren nicht mehr in der Art.) Antworten
Ich finde es einerseits erstaunlich, dass hier so viele selbsternannte Militär-"Experten" mitdiskutieren, die aber wahrscheinlich noch nie Artillerie aus der Nähe gesehen haben. Andererseits finde ich es beschämend, wieviele Schweizer überhaupt keinen Respekt vor der Armee und den Willen zur Selbstverteidigung haben. Hilf Dir selbst, sonst hilft Dir keiner! Geschichte 2. WK studieren und lernen! Antworten
Die Welt wird sich weiter drehen. Und die Geschichte lehrt uns, dass es nie Frieden für immer geben wird. In 10 Jahren kann alles anders aussehen als heute. Und die Ersten, die dann nach Armee und Staat schreien, sind diejenigen, welche uns "eindeutig" aufzeigen können, dass es keine Armee mehr braucht. Aber das ist normal. Antworten
Armeegegner der Schweiz vereinigt euch, schreibt einen Kommentar und lässt euren Frust los. Der Nutzen ist gleich null. Die Mehrheit der Schweizer steht hinter der Armee. Das werdet ihr bei der nächsten Abstimmung (die wievielte ist es eigentlich?) ein weiteres Mal erleben. Antworten
@Roger Martin 1. Russland ist keineswegs interessiert die Schweiz anzugreifen. 2. Wenn sie es tun würden, würde es wohl etwa so wie im Georgienkonflikt aussehen. Und da stelle ich nun die Frage: Kommt es drauf an ob man 2 Tage kämpft und dann kapituliert oder gleich kapituliert????? Antworten
In 1,4 Mrd. Jahren sind die Ozeane verdampft, weil die Sonne mit ihrem Aufblähungsprozess begonnen hat, da ihr der Brennstoff für ihre Fusion anfängt auszugehen. In ca. 4 Mrd. Jahren wird die Erde duch die noch immer grösser werdende Sonne angezogen und verschluckt werden. Wir sollten für diese Zeit besser eine Armee haben. Es könnte nachbarschaftl. Probleme wegen der Wasserknappheit geben. Antworten
@ Roger Martin: Sollte Russland uns tatsächlich angreifen müssen sie zuerst durch Polen und Deutschland, oder die Tschechische Republik/Slowakien und Deutschland. Dass die Welt dabei untätig zusieht ist wohl eher unwahrscheinlich - sollte sich Russland nicht zurückziehen, wäre ein atomarer Krieg nicht auszuschliessen. Ob wir wohl gegen Radioaktivität mit Panzern ankommen? Antworten
Es ist Zeit, die heutige Form und Funktion des Militärs komplett zu überdenken. Ich bin der Meinung, dass das Militär in eine Zivil-/Katastrophenhilfe transformiert werden sollte, welche lediglich aus "Berufssoldaten" besteht. Heutzutage noch ernsthaft zu postulieren, dass die Schweiz stets auf der Hut sein müsse, sich zu verteidigen, bringt doch selbst die Kühe auf den Wiesen zum Lachen. Antworten
Abschaffen, doofe Armee endlich abschaffen! Das Gewaltmonopol gehoert der Polizei, das Katastrophenmanagement den Sanitaeten, Feuerwehren und anderen Rettungsorganisationen. Ein obligatorischer allgemeiner Wirtschafts- und Sozialdienst sowohl fuer Frauen als auch fuer Maenner sollte ersatzweise eingefuehrt werden (Landwirtschaft, Altersheime, Infrastruktur, Katastrophenschutz). Antworten
@RogerMartin. Das hat weniger mit Naiv zu tun, sondern mit denken. Und ja die bösen Russen kommen ganz sicher uns alle holen. Aber mittlerweile sorgt ja die SVP dafür, dass die Russinnen ja jetzt schon immer öfters in der Schweiz anzutreffen sind. Und ehrlich gesagt hab ich null Interesse meine Mietwohnung, die UBS oder was auch immer zu verteidigen. Antworten
Frau Junker, ein Lotto 6er soll also wahrscheinlicher sein als ein Kriegsausbruch? Eine Art von traditionellem Krieg, ja. Und wenn hier zu lesen ist, dass ein möglicher Gegner zuerst durch die EU müsste... Vielleicht informieren Sie sich mal über andere Arten von Kriegsführung als mit Panzern, Bodentruppen und Flugzeugen. Ich will keinen Krieg! Nein! aber es hat leider dunkle Wolken am Himmel... Antworten
ich bin positiv überrascht in welche Richtung Ueli Maurer geht. Auch heute wäre die Armee nicht fähig einen massiven Angriff abzuwenden. In Zukunft werden wir eher Terror-Attacken und keine konv. Kriege haben. Darauf und auf Katastrophen-Hilfe muss unsere Armee ausgerichtet und der Dienst auf 24 Monate Durchdienung umgestellt und für Frauen und Männer eingeführt werden. Antworten
Klar - alle Nachbarn, ja sogar alle Europäer reduzieren die Landstreitkräfte zum Teil massiv. Warum sollte die Schweiz dann sowas machen? Wir doch nicht...Wir müssen das Feindbild "pöses, pöses Ausland" aufrechterhalten. Nur nichts ändern. Wirtschaftliche Interessen (Waffenproduzenten, Standortumwegrenditen,..) dürften hier auch zu Lobbying führen. Und btw ist überhaupt Artillerie noch zeitgemäss? Antworten
Warum sind wir Schweizer solche Pessimisten!? Wir brauchen eine Armee, welche im Ernstfall auch als solche auftreten kann. Da gibt es kein Wenn und Aber! Es kann nicht sein, dass Menschen wie Lang&Co die Geschicke unseres Landes mit ständigen Abschaffungsinitiativen überschwemmen. Traurig ist, dass sich BR Maurer offenbar von diesen "Argumenten" beienflussen lässt. Antworten
10 Jahre nach dem letzten Krieg und nicht mal 100 Jahre nach den grössten Kriegen ist in Europa wieder mal der ewige Frieden ausgebrochen. In Europa werden die Truppen massiv abgebaut. Wo ist den der Feind? Das gleiche hat man auch vor dem Kosovokrieg gesagt? Oh Wunder, es war die liebe Nato! Die meisten rechnen mit einem Angriff mit intelligenten Waffen. Diese Waffen sind immer noch sehr selten! Antworten
@Roger Martin: ja genau, der nächste Krieg findet gegen Russland statt. Ukraine, Slowakei und Österreich werden einen Korridor öffnen und dann kommen die bösen Russen und - schwupps - hauen sie den Eidgenossen auf die Birne. Und gerettet werden sie von der Artillerie, mit den fünfzig Jahre alten Haubitzen. Mir scheint, die Sendung Alpenfestung habe doch gewirkt. Antworten
Die Taliban in Afghanistan zwingen die hochgerüsteten Alliierten in die Knie - ohne einen einzigen Panzer. Die Russen haben sie vor 20 Jahren auch schon besiegt. Lasst unsere Miliz-Militärs weiterträumen von der Entscheidungsschlacht an der Ostgrenze der Schweiz...und verschrottet derweil ihre Spielzeuge. Alle Achtung vor U. Maurer - wie der im VBS schnell über seinen SVP-Schatten springen konnte! Antworten
Wie hinterwäldlerisch und blauäugig sind wir eigentlich zu denken wir können mit 3 Wochen üben pro Jahr, hoffnungslos veraltetem Material und preussischem Amateur-Management gegen eine moderne Armee bestehen? Liebes Kader, wir sind nicht in LaLa Land und auch nicht mehr im 19. Jahrhundert. Seit endlich mal konsequent und gebt zu, dass Allg Wehrpflicht + gutes Mat + Ausbildung einfach zu teuer ist! Antworten
Eine Besatzung einer Panzerhaubitze hat in etwa eine Überlebensdauer von knapp 1Minute - eine Inf. Gruppe in etwa 8-9 Minuten.. Pioniere der elektronischen Kriegsführung überleben im Bunker über 3 Monate... Somit ist wohl definitiv klar in welchen Bereich sich die Armee entwickeln sollte.. Antworten
Die Artillerie war immer ein spezielles Häufchen, stolz und elitär. Ich kannte einen Obristen der berittenen Artillerie (ja, das gab's), der beim Anblick von Stellungsbezügen in Orgasmen verfiel. Die Generalstäbler der Artillerie hatten rote Streifen an den Hosen, als Schwarz längst generalisiert war. Da ist Herr Blass wohl nur einer von vielen mit seinem ebenfalls separaten Offiziersgesellschaft. Antworten
Wenn Herr Blass dieses Interview nicht gegeben hätte, dann hätten nur wenige bemerkt, dass Maurer die Artillerie verkleinern will. Viele Leser wissen gar nicht für was die Artillerie gebraucht wird. Die Schweiz hat Artilleriemittel älteren Datums, aber unsere Nachbarn und auch dessen Nachbarn haben altes Material. Die Taliban haben nur geringe Mittel aber können von den USA nicht geschlagen werden Antworten
Immer noch die Lachnummern 'Waffe zu Hause im Besenschrank' , 'Artillerie bis zum Abwinken', teuerste, neuste Kampfflieger und und und ...Werden die Leute hier eigentlich nie erwachsen und wollen immer noch die Kriege Napoleons und Friedrich des Grossen führen? Das 'Unternehmen Schweiz' ist mit Herrn Blass jedenfalls nicht gerade gut beraten Antworten
Die Artillerie brauchen wir unbedingt. Schlieslich stoppt sie den Durchmarsch von Gelbland nach Rosaland, die im Braunraum eine Auseinadersetzung hatten, in asymetrischer Gefährdung am Simplon. Im Folgejahr fehlte dann das Geld für eine Bahnverschiebung im Rm Ostschweiz... Offizier wurde ich in einer Armee, heute verstehe ich die GSOA besser als damals während den Demos. Antworten
@Roger Martin, ueber den Tellerrand geschaut laesst erkennen, dass Sie durchaus Recht haben koenen wegen Gefaehrdungen und Problemen, da trotz andern Beteuerungen Ost und West aufruesten. Nur war und ist die Schweiz spaetestens seit dem 18.Jh. nie und nimmer in der Lage sich selbst zu verteidigen. Selbst das Reduit ein Hoffnungsmaerchen. Die Sandkastengeneraele wollen es noch immer nicht wahrhaben Antworten
Zitat: "Ausser gegen Liechtenstein hat unsere Armee doch sowieso gegen keinen unserer Nachbarn eine Chance - mit oder ohne Artillerie" Das stimmt, Herr Scheibli. Doch das ist im Moment auch nicht Sinn und Zweck unserer Armee. Heute geht man davon aus, eine politisch ernsthafte Bedrohung mindestens 5 Jahre zuvor zu erkennen. Genau diese Zeit bräuchte die Armee, sich Kampfbereit zu machen. Antworten
Wir brauchen einen ehrlichen, objektiven Sicherheitsbericht, der aufzeigt, was für einen Sinn unsere Armee in der heutigen Form noch hat. Was nicht mehr sein darf, sind teure, unnütze Spielereien und kollektive Zeitverschwendungskurse. Allein die Aufträge für die hiesige Wirtschaft machen diese Kuh immer noch so heilig für die FDP. Diese Staatssubventionen möchte sie nicht verlieren, wie immer. Antworten
Ich finde das ganze gerade zu grandios. Da ist ein SVP-Wadenbeisser, der das marode und anscheinend schlecht geführte Militär noch mehr verkleinern will. (Man erinnere sich an die Attacken gegen BR Schmied.) Wie würde das Echo wohl sein, wenn Frau BR C. Rey diese Amt und den selben Vorschlag gemacht hätte!? Die Armee schaft sich in 10 Jahren selber ab, denn sie ist schon jetzt lächerlich. Antworten
Hr. Blass soll zur Kenntnis nehmen, dass die Artillerie seit Ende des Ersten Weltkrieg ausgedient hat. Ein waffentechnisches "Ballenberg" ist schlicht zu teuer! Wie viele seiner Kollegen ist er strategisch im Réduit hängen geblieben. Reichlich naiv bereits damals, deutsche Panzervorstösse mit eingebunkterten Kanonen stoppen zu wollen. Endlich hat ein VBS-Chef den Mut, heilige Kühe zu schlachten. Antworten
Das ist die Effizienz der Armee. Anstatt die vorhandenen Piloten für ein Luft-Boden Einsatz zu schulen, besser eine ganze Artillerie unterhalten. Die Kampfflugzeuge sind übrigens mit Luft-Boden Raketen ausgerüstet Herr Blass. Noch eine Frage: Wo wollen sie den flächenmässig grosse Ziele bekämpfen, in der Berner Innenstadt oder am Züricher Bürkliplatz? Antworten
@ roger martin richtig, russland unterhält noch immer riesige Arsenale und ist dabei diese zu modernisieren. und was betrifft das die schweiz? russland ragt weit in den osten, ich denke die russen haben andere bedrohungen als die schweiz. und auch wenn die schweiz ein dorn im auge russlands wäre, müssten sie zuerst durch halb europa. Antworten
@ Daniel Kassel: 1. Jugoslawien war kein konventioneller Krieg, sondern ein Bürgerkrieg. 2. Österreich wurde nie in Kriegshandlungen verwickelt, oder auch nur schon bedroht. Erklären Sie mir doch bitte, wie eine nationalstaatliche Armee einen innerstaatlichen Bürgerkrieg verhindern soll. Die JVA hat die eigenen Bürger angegriffen, Austria spielte dabei nicht die geringste Rolle. Nein zur Armee. Antworten
Es erstaunt mich doch immer wieder, wie naiv viele unserer Bürger sind und kaum über den Tellerrand hinaus schauen. Russland unterhält noch immer riesige Arsenale und ist dabei diese zu modernisieren auch werden in den nächsten Jahrzehnten Probleme auf die Menschheit zukommen, welche die Politische Situation sehr schnell auch wieder verändern können, und dies nicht zum guten! Antworten
"Die Armee wird das Land nicht mehr verteidigen können" ... gegen wen eigentlich ? Wie wäre es mit einer Berufsarmee für die Unverbesserlichen und wir (der Rest ...) könnten für soziale Projekte oder in irgendeiner Form im Strassenbau eingesetzt werden !!! Auch mir würde die Arbeit im Freien etwas Abwechslung und vielleicht Verständnis für die heutige Situation -nicht nur in Zürich- bringen... Antworten
Ich bin auch Artillerie Offizier und war Kadi einer Festungskompanie. Sorry Herr Blass, aber da liegen sie total daneben. Erstens sollten sie die aktuelle Bedrohungslage besser einschätzen können als Fachmann, zweitens ist die Artillerie mit der M-109 veraltet und drittens gibt es heute bessere und günstigere Waffen, die erst noch mit weniger Personal betrieben werden könnten. Antworten
Die GSOA braucht es nicht mehr. Die Armee schafft sich selber ab. Siehe all die folgenden Kommentare. Ich hoffe nur, dass wir die Armee nie brauchen. Auch nicht für Katastropheneinsätze in unserem Land. Was all mit den Schweizerinnen und Schweizern geschehen soll, welche Arbeit dank der Armee haben, sollen die Klugköpfe beantworten Antworten
Es ist tatsächlich dem "System Schweiz" und nicht einfach nur der Milizarmee zu verdanken, dass wir für so ausserordentlich lange Zeit in keinen bewaffneten Konflikt direkt verwickelt wurden. Allerdings ist die Armee, auch in ihrer heutigen Form, ein wichtiger Teil dieses Systems. Warum sollte nach vielen tausend Jahren mit bewaffneten Konflikten ein auf ewig friedliches Zeitalter anbrechen? Antworten
Gerne sehe ich der Artillerie zu, wie sie versucht den ferngelenkten Raketen und Bomben auszuweichen.- Wie realistisch ist es, dass die Artillerie zum Einsatz kommt? Da steht wohl der fliegerische Ersatz eher im Vordergrund... Die Berufsarmee sollte wohl langsam ins Auge gefasst werden... Antworten
Für was eine Milizarmee bei der heutigen Welt-Situation? Eine top bewaffnete, mobile Berufsarmee wäre die Lösung. Und wenn jemand die Schweiz angreiffen will, muss er zuerst durch die uns umgrenzenden EU-Länder. Wenn der Feind dann an der CH-Grenze steht, bringt uns die völlig veralterte Artillerie nichts mehr. (klar ist herr Blass anderer Meinung, er verdient mit ihr auch seine "Brötchen") Antworten
Mich erstaunt immer wieder in welcher realitätsfremden Welt einige Militaristen immer noch leben. Es spielt keine Rolle, dass die Wirtschaftskrise herrscht und das Geld anderswo besser eingesetzt werden könnte, um die CH-Bevölkerung vor Arbeitslosigkeit etc. zu schützen, anstatt immer schwer bewaffnet zu sein und von einem unbekannten Feind im deleriumartigen Albträumen bedroht zu fühlen. Antworten
Wer, und wirklich wer??, die Schweiz angreifen will muss zuerst über/durch Europa. Ja Ja... und die Europäer lassen die Bösen, woher diese auch immer kommen mögen, einfach so durch Europa marschieren. Ich würde eher sagen, dass unsere Kriegsneurotiker sich mal bei einem Psychotherapeuthen melden, kommt viel billiger und soviel ich weis, zahlt das sogar die Krankenkasse (Grundversicherung). Antworten
Die Artillerie kann man sich sparen. Ein Gefechtsfeld mit massierten Panzer- bzw. Truppenverbänden, wo eine (ungenaue) Artillerie ein bisschen Wirkung zeigen könnte, wird es gar nie mehr geben. Es geht Hr. Blass wohl einfach darum, die Truppengattung Artillerie, wo man sehr leicht und bequem Offizier wird und wo man diesen Status auch noch zelebriert, für Offiziere und deren Wertgefühl zu erhalten Antworten
Im Zweiten Weltkrieg hat das Prinzip "Bewaffnete Neutralität" einem Einmarsch Hitlers standgehalten. Natürlich hat man Kompromisse gemacht. Heute will man der EU freiwillig beitreten. Dann braucht man natürlich keine Panzer mehr, sondern ein genügend dickes Portemonnaie für Tributzahlungen. Wir stehen vor einer neuen Epoche, die noch faszinierende Überraschungen für uns parat haben wird. Antworten
Ich bin erschüttert über diese Realitätsfremde Aussage von Herr Blass. Praktisch jeder Soldat der seinen WK zu absolvieren hat, denkt in erster Linie darüber nach wie er diese 3 sinnlosen Wochen hintersich bringen soll. Eine Professionelle Einstellung in einem WK ist nicht vorhanden. Sie scheint nur in den Gedanken der hohen Militärs vorhanden zu sein. Die Amee muss dringenst verkleinert werden. Antworten
Herr Maurer, ob Parteipräsident, Albisgüetli-Redner, Bundesrat etc. ist doch schon lange nicht mehr ernst zu nehmen. Er redet, was halt in die Situation passt und seinen Stakeholdern gefällt. Einfach ignorieren und das Budget kürzen - so kann am wenigsten schief gehen. Antworten
Lieber Herr Blass, ich bin ja kein Armeegegner , aber Sie glauben doch wohl nicht im Ernst, dass unsere Armee gegen irgendein europaeisches Land (theoretisch) etwas ausrichten könnte ?! Wann findet endlich das Umdenken statt - die Armee wird nicht mehr zur Landesverteidigung gebraucht - die Prioritäten haben sich geändert ! Gegen wen und warum sollten wir uns auch verteidigen ? Quadhafi ? :) Antworten
falls die schweiz jemals in einen krieg verwickelt werden sollte, dann brauchen wir ganz bestimmt keine artilleri und es wird auch kaum um panzerschlachten gehen--"experten" weisen ja immer wieder darauf hin, dass die nächsten kriege im kampf um wasser, nahrung etc ausgelöst werden Antworten
@Sandra Junker: diesen 6.er im Lotto hatten 1991 die Jugoslawen... damals auch "undenkbar" Plötzlich war das die an Slowenien grenzende österreichische Bevölkerung froh dass das auch damals umstrittene Bundesheer noch Truppen an die Grenze schicken konnte... Da war die Bundesheer-Gegner plötzlich ganz leise geworden.... Antworten
Alles klar, die Militärleute haben Angst um ihren Job. Das Gerede über die Aufgaben der Armee ist reiner Selbstzweck. Nein, die Armee ist reiner Selbstzweck. Wir brauchen höchstens eine kleine flexible Profi-Truppe für Auslandeinsätze. Den ganzen Rest trainiert man besser für Katastrophenfälle, denn davon wird es in Zukunft immer mehr geben. Antworten
Wenn ich die Kommentare hier anschaue, könnte man meinen, dass die Armee in ihrer jetzigen Form morgen abgeschafft werden soll. Interessanterweise haben solche Initiativen auf Bundesebene jedoch kaum eine Chance. Wieso wohl? So wie die Armee verkleinert wird, geht man in Richtung Abschaffung der allgemeinen Wehrpflicht. Wieso wird das Kind nicht mit Namen genannt? Antworten
Pragmatisch betrachtet ist es doch so: 1. ist doch ein 6er im Lotto wahrscheinlicher als ein Kriegsausbruch in Westeurp., 2. welche/r Schweizer Mann/ Frau würde im Krieg sein Leben riskieren für das Land? Freiwililge vor!, 3. Woher das Geld nehmen für einen teuren Krieg zu führen, wenn der Bund sonst schon knapp bei Kasse ist? Einzige Lösung: Berufsarmee, aber dalli. Alles andere ist für die Katz. Antworten
"Aber die Armee muss sich gerade auch mit dem Unwahrscheinlichen auseinandersetzen." Blödsinn! Die Armee kommt mit den meisten unwahrscheinlichen Vorfällen nicht zurecht, warum soll man dann also Millionen für einen unwahrscheinlichen Vorfall, der dem Artilleriemajor gerade in den Sinn kommt, ausgeben? Antworten
Ausser gegen Liechtenstein hat unsere Armee doch sowieso gegen keinen unserer Nachbarn eine Chance - mit oder ohne Artillerie. Alles andere ist doch Augenwischerei. Wir sollten uns das Geld für die Armee sparen und es lieber für die Pflege guter Beziehungen zu unseren Nachbarn einsetzen, damit die uns erst gar nicht angreifen. (Aber nicht mal Hitler hatte Interesse an der Schweiz...) Antworten
Man kann den Ausführungen von Markus Blass nur vorbehaltlos zustimmen. Es wird auch in der Zukunft keine Ernst zu nehmende Landesverteidigung ohne moderne Kampfpanzer und einer leistungsfähigen, mit intelligenter Munition ausgestatteten Artillerie geben. Antworten
Es gibt Kinder, die werden nie erwachsen... "Chriegerle" im Sandkasten ist von mir aus OK, aber wenn ich dafür Steuergelder verschleudern soll, hört der Spass auf. Kinder, werdet erwachsen und such euch einen anständigen Job. @ Ueli Maurer: Umsetzen, marsch! Antworten
Seit dem 2. Weltkrieg sollte man eigentlich wissen, dass man ein Land nicht mit der Artillerie verteidigen kann, wenn die Luftwaffe nichts taugt. Oder wie wollen Sie mit Panzerhaupitzen aus den 1950er Jahren Luftangriffe abwehren??? Schade können Sie Herrn Meier (Göring) nicht mehr fragen. Aber schauen sie doch einmal in den Irak. Die Panzertruppen von Hussein waren schnell besiegt. Antworten
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Fritz Nussbaumer
Wieviele Panzer und Flugzeuge haben denn die Taliban? Siehste! Die haben die grosse Sovietunion in dem Moment zur Aufgabe gezwungen, als ihnen die USA Stinger Boden-Luft Raketen geliefert haben. Genau diese Bewaffnung der Infanterie in unserem Bergland hintertreibt Bern mit allen Mitteln. Wo aber liegt das Problem? Antworten