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Schulen kämpfen mit Geldprämien gegen den Lehrermangel

Aktualisiert am 12.12.2010 10 Kommentare

Der Lehrermangel zwingt Schulgemeinden zu unkonventionellen Methoden. So setzen Schweizer Schulen eine Belohnung für erfolgreiches Anwerben von Lehrerpersonen aus.

Schweizer Lehrkräfte werden zurzeit von den Schulen kräftig umworben: Unterricht in einer Zürcher Schulklasse.

Schweizer Lehrkräfte werden zurzeit von den Schulen kräftig umworben: Unterricht in einer Zürcher Schulklasse.
Bild: Keystone

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In der verzweifelten Suche um neue Lehrkräfte, setzen Schulen auf unkonventionelle Methoden. So werden gemäss Recherchen der «NZZ am Sonntag» an der Schule Waldstadt in Appenzell Ausserrhoden Prämien in Aussicht gestellt: Jene Lehrer, die erfolgreich bei der Personalsuche mithelfen, erhalten von der Schule einen bestimmten Geldbetrag. Wie hoch dieser genau ist, möchte die zuständige Schulleiterin nicht sagen.

Die Schule greift noch auf andere Methoden zurück, um mit Studierenden schon vor Studienschluss Kontakte zu knüpfen: So lade die Schule Studierende der Hochschule in die Gemeinde ein, um ihnen die Vorzüge der Schule aufzuzeigen.

In Legislaturzielen verankert

Das Beispiel der Schule Waldstadt ist exemplarisch für den an Schweizer Schulen herrschende Kampf um talentierte Junglehrer. Auch die Gemeinde Zumikon geht in die offensive, damit sie trotz des herrschenden Lehrermangels an die besten Lehrkräfte herankommt. Die Goldküsten-Gemeinde hat ihre Strategien, um neue Lehrer anzuwerben, sogar in den Legislaturzielen festgeschrieben. Schulpräsident Andreas Hugi sagt gegenüber der «NZZ am Sonntag»: «Wir bemühen uns, unser pädagogisches Konzept an der PH Zürich präsentieren zu können.» Mit dieser Massnahme möchte sich die Schulleitung die besten Studenten sichern.

Wie sich dieser harte Konkurrenzkampf zwischen Schweizer Schulen direkt auf bereits beschäftigte Lehrer auswirken kann, erlebte Mario Gianella, Dozent an der PH Bern. Eine Schulleiterin bat den Pädagogen männliche Lehrpersonen zu vermitteln. Als Belohnung würde für ihn etwas «herausspringen». Obwohl der Lehrer dieses Angebot ausschlug, könne der diese Massnahme verstehen. So müssten Schulleiter jede Möglichkeit ausschöpfen, um die ausgeschriebenen Stellen zu besetzen.

So seien persönliche Kontakte im harten Wettbewerb um die raren Lehrkräfte immer wichtiger: Eine Untersuchung des Zürcher Volksschulamtes zeigt, dass ein Drittel der im Jahr 2007 neu angestellten Lehrer ihre Stelle nicht über eine Ausschreibung, sondern über eine direkte Anfrage erhielten. (mrs)

Erstellt: 12.12.2010, 08:44 Uhr

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10 Kommentare

adi aerne

12.12.2010, 09:08 Uhr
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Vielleicht wäre es billiger, den guten Lehrkräften, die man hat, nicht auf jede Art und Weise auf den Zehen "herum zu trampen". Etwas mehr Unterstützung im Kampf gegen renitente Schüler und vor allem deren Eltern, Entlastungen und vernünftige Arbeitsplätze für die ständig wachsende Büroarbeit, nicht nur immer mehr Pflichten, sondern auch mehr Rechte. Mit einem Wort: etwas mehr Respekt! Antworten


Markus F. Baumgartner

12.12.2010, 09:30 Uhr
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Sehr, sehr viele Lehrerpersonen arbeiten in Teilzeit , oder sind lediglich in einem Teilpensum angestellt, da muss man sich nicht wundern wenn Lehrermangel herrscht. Dass der Lehrerberuf in der heutigen Zeit kein Zuckerschlecken ist, "schläckt kei Gaiss wägg". Wer jedoch mit den Arbeitszeiten überfordert ist, hat den falschen Beruf erlernt. Antworten



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