Schweiz
Schwarze Wolken über Solar-Grossprojekt im Wallis
Von Richard Diethelm. Aktualisiert am 09.02.2012 33 Kommentare
Projekt mit «riesengrossem Fragezeichen»: So hätte die Solarpanel-Fabrik in Raron einst aussehen sollen. (Bild: Genesis Solartec AG)
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Der Gemeindepräsident von Raron, Daniel Troger, hatte daran geglaubt, die Genesis Solartec AG werde auf dem ehemaligen Militärflugplatz eine Fabrik für Solarpanels mit 200 Arbeitsplätzen bauen. Gestern gestand er: «Man muss ein riesengrosses Fragezeichen hinter dieses Projekt setzen.» Troger hatte soeben erfahren, dass das Bezirksgericht Horgen am 25. Januar den Konkurs über eine Schwestergesellschaft der Solartec, die Genesis Technics AG, eröffnete.
Das Gericht erteilte unter Verweis auf den Datenschutz keine Auskünfte, ob der Konkurs die Muttergesellschaft Genesis Invest AG in Mitleidenschaft ziehe. Der Verwaltungsratspräsident und Geschäftsführer der Genesis Invest, Andreas Bachmann, der auch die konkursite Genesis Technics präsidierte, war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Gemäss dem Handelsregister ist die ursprünglich mit 100'000 Franken Aktienkapital ausgestattete Genesis Technics liquidiert.Die Aktie der Genesis Invest AG, die an der deutschen Börse gehandelt wird, verlor gegenüber dem Stand vor zwei Jahren 85 Prozent an Wert und notierte gestern mit 40 Eurocent.
Grosse Worte, unbezahlte Rechnungen
Im Oberwallis fielen die Genesis-Manager durch vollmundige Versprechen auf. So kündigte Bachmann im März 2011 im «Walliser Boten» an: «Wir krempeln den Solarmarkt in den nächsten Jahren völlig um.» Genesis hatte im ehemaligen FDP-Gemeinderat von Visp, Remo Valsecchi, einen willfährigen ersten Direktor der Solartec gefunden. Valsecchi betonte im Juni beim Spatenstich, man werde Ende Jahr mit der Produktion neuartiger Solarpanels beginnen.
Drei Monate später reiste Bachmann aus Zürich mit FDP-Nationalrat Doris Fiala und dem Direktor des Schweizerischen Gewerbeverbands, Hans-Ulrich Bigler, ins Oberwallis. Auf der Baustelle, wo bis dahin einzig den Betonbelag der Piste beseitigt war, versicherte der Genesis-Chef, die Finanzierung des 100 Millionen Franken teuren Projekts sei gesichert und man beginne «in den nächsten Wochen», 600 Pfähle für das Fundament in den Boden zu rammen. Doch seither ruhen die Bauarbeiten. Solartec hat laut Troger den fälligen Baurechtszins noch nicht bezahlt.
Investoren blieben ungenannt
Bachmann nährte Zweifel über die Seriosität des Vorhabens, weil er «die privaten Investoren und ihre Banken», die hinter dem Projekt stünden, nie beim Namen nannte. Fachleuten der Solarbranche war schleierhaft, wie die unbekannte Solartec Panels mit einem 40 Prozent höheren Wirkungsgrad herstellen könne. «In der Schweiz macht es keinen Sinn, normale, auf Silizium basierende Panels zu produzieren», sagt Matthias Fawer von der Bank Sarasin, der eine Studie über das «harte Marktumfeld der Solarwirtschaft» publiziert hatte. Weltweite Überkapazitäten und die Billigkonkurrenz aus China forderten Ende Januar ein erstes Opfer in der Schweiz: Die Firma Solar Industries AG stoppte «vorläufig» ein 25-Millionen-Projekt in Langenthal, wo sie Fotovoltaikmodule herstellen wollte. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 08.02.2012, 20:16 Uhr
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Gemeindepräsident, geglaubt, vollmundige Versprechen, wir krempeln völlig um, Gemeinderat, willfährig, Nationalrat, schleierhaft, 40 Prozent höherer Wirkungsgrad, Überkapazitäten, Konkurs. Diese Worte zeigen wo das Problem in der Schweiz wirklich liegt. Unwissende Politiker glauben sämtliche physikalischen Gesetze zu umgehen und kriechen Dummschwätzern auf den Leim. Das kommt uns teuer zu stehen. Antworten
Früher pflegten sich Politiker bei führenden Wissenschaftlern zu informieren, bevor sie Entscheide von grosser Tragweite fällten. Im Zuge der Solartech-Religion und Atomausstiegs-Panik wird den Grünen Propheten jedes Wort von den Lippen blauäugig geglaubt. Es wird langsam Zeit, wieder auf den Boden der Realität zurückzukommen. Antworten
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