Schweiz
Schwarzer Winter: Schon 24 Lawinentote
Aktualisiert am 01.03.2010 3 Kommentare
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- «Ich bin ein leichtsinniges und kindisches Risiko eingegangen»
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Die bisherige Bilanz dieses Winters fällt schwarz aus: Schon jetzt sind in den Schweizer Bergen 24 Menschen in Lawinen ums Leben gekommen - fast so viele wie sonst im Laufe einer ganzen Saison. Im Durchschnitt zählt das Eidgenössische. Institut für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) in Davos um diese Jahreszeit sonst 13 Lawinentote.
«Es ist ein schwieriger Winter», sagte Hans-Jürg Etter, Lawinen- und Rettungsexperte beim SLF, im Gespräch mit der Nachrichtenagentur SDA. Der Aufbau der Schneedecke sei sehr instabil, so dass Lawinen schon bei geringen Neuschneemengen niedergehen.
Bedenkliche Entwicklung
In der Statistik fällt zudem das schwere Unglück im Diemtigtal mit sieben Toten ins Gewicht. Verantwortlich für die vielen Lawinentoten ist laut Etter jedoch auch eine bedenkliche Entwicklung: «Erstmals seit Jahren waren viele der Opfer ohne Lawinenverschütteten-Suchgerät (LVS) unterwegs», sagte er.
Die Statistik dieses Jahres belegt Etters Beobachtung: Im Dezember war ein Variantenfahrer am Tête de Balme im Wallis verschüttet worden. Er trug kein LVS und starb bei dem Unglück. Ende Januar gab es am gleichen Tag gleich zwei Unfälle, bei welchen die Opfer kein Suchgerät auf sich trugen.
Insgesamt waren sechs der Lawinentoten dieser Saison ohne oder mit ausgeschaltetem LVS unterwegs. Nicht eingerechnet sind dabei jene Verunglückten, die beim schweren Unfall am Drümännler im Diemtigtal BE ihr Gerät während der Bergung der Verschütteten ausgeschaltet hatten und von der zweiten Lawine erfasst wurden.
Für Etter ist diese Entwicklung «unerklärlich». Obwohl immer mehr Wintersportler abseits der Piste unterwegs seien, sei die Zahl der Lawinentoten in den letzten Jahren stets zurückgegangen. Zu verdanken war dies laut Etter nicht zuletzt der Tatsache, dass Schaufel, Sonde und LVS mittlerweile zur Standardausrüstung gehörten.
Accessoire für Snowboarder
Auch Bruno Hasler, Ausbildungs-Chef beim SAC, hat keine Erklärung für die Nachlässigkeit. Wohl hätten viele Variantenfahrer, die sich spontan an einem verschneiten Hang versuchten, oft kein LVS dabei, sagte er auf Anfrage. Generell beobachte er aber, dass vor allem Skitourengänger immer öfter und immer modernere Geräte dabeihätten.
SLF-Experte Etter lobt vor allem die Boarder: «Für junge Snowboarder ist das Rettungsgerät geradezu zum Accessoire geworden». Auch dies zeigt sich in der Statistik: Nur drei der 24 Toten dieser Saison waren Snowboarder, wobei einer bei einem völlig untypischen Zwischenfall ums Leben kam, sagte Etter. Bei Varianten- und Skitourenfahrern dagegen scheint das Risikobewusstsein wieder zu schwinden.
Dabei ist das Rettungsgerät äusserst wirkungsvoll: Gemäss einer Untersuchung des SLF überleben mittlerweile 70 Prozent der vollständig verschütteten Lawinenopfer, die von ihren Kameraden dank einem LVS geborgen werden konnten. Hinzu kommt eine positive Dunkelziffer, weil nicht alle glimpflich verlaufenen Unfälle gemeldet werden.
Erfreuliches kann Etter dagegen über Schneeschuhwanderer berichten: Nachdem im vergangenen Jahr in dieser neuen Sportart noch sechs Todesopfer zu beklagen waren, gab es in diesem Winter erst einen Toten. «Schneeschuhwanderer waren sich zu wenig bewusst, dass es auch in den Voralpen Lawinen geben kann», sagte Etter. Dagegen habe die Aufklärungsarbeit des SLF möglicherweise etwas ausrichten können. (bru/sda)
Erstellt: 01.03.2010, 18:28 Uhr
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3 Kommentare
Wer die Piste bei solch unsicheren Verhältnissen verlässt, setzt das Leben von unschuldigen Rettern auf's Spiel. Leider eine Erscheinung unserer Gesellschaft bei welcher die Rücksichtnahme und die Achtung vor anderen immer mehr in den Hintergrund rückt. Antworten
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