Schweiz hat die schmutzigste Fahrzeugflotte Westeuropas

Von Hubert Mooser. Aktualisiert am 28.04.2010 159 Kommentare

Eine neue Untersuchung des Bundesamtes für Strassen (Astra) zu Offroadern enthüllt Überraschendes: Nicht die Menschen in den Bergkantonen Wallis oder Graubünden fahren die Mehrheit dieser grossen Autos.

Unverändert ein beliebter Fahrzeug-Typ: Vierradgetriebener Offroader, hier ein Modell von BMW.

Unverändert ein beliebter Fahrzeug-Typ: Vierradgetriebener Offroader, hier ein Modell von BMW.
Bild: Keystone

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Der Astag-Bericht

Der Bericht des Astag wurde am 19/20. April in der Umweltkommission des Nationalrates besprochen. Laut der Strassenbehörde sind die Verbrauchsdaten von Fahrzeugen erst mit der Einführung der Euro-3-Personenwagen erhoben worden. Zu den im Bericht aufgeführten Mittellandkantonen gehören Zürich, Luzern, Zug Freiburg, Solothurn, Basel-Stadt, Basel-Land, Schaffhausen, Aargau, Thurgau, Tessin, Waadt, Neuenburg, Genf und Jura. Zu den Bergkantonen gehören Bern, St.Gallen, Graubünden, Uri, Obwalden, Nidwalden, Schwyz, Appenzell Ausserrhoden, Appenzell Innerrhoden, Glarus, Uri und Wallis.

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Die Volksinitiative «für menschenfreundliche Fahrzeuge» (Offroader-Initiative), die von den Jungen Grünen im August 2008 mit 150'000 Unterschriften eingereicht wurde, will Autos mit übermässigem Ausstoss von CO2 verbieten. Betroffen davon wären 70 Prozent aller Offroader in der Schweiz. Der CO2-Ausstoss dieser Fahrzeuge liegt über dem von der Initiative festgelegten Grenzwert von 250 Gramm pro Kilometer. Die Initiative wird im Juni im Nationalrat beraten.

Die Auto-Schweiz, die Vereinigung der Auto-Importeure, bekämpft sowohl die Offroader-Initiative als auch einen Gegenvorschlag von Bundesrat Moritz Leuenberger. Der Umweltminister will bis 2015 den durchschnittlichen CO2-Ausstoss neuer Autos auf 130 Gramm pro Kilometer senken. Die Reduktion der CO2-Emissionswerte treffe vor allem die Bergkantone besonders hart, protestiert jedoch Auto-Schweiz. Denn der Anteil der Allradfahrzeuge sei in den Bergkantonen deutlich höher als im Mittelland.

Die meisten Offroader verkehren in Zürich

Wie jetzt eine neue Untersuchung des Bundesamtes für Strassen zeigt, die von CVP-Nationalrat Sepp Cathomas aus Graubünden verlangt wurden, immatrikulieren die Bergkantone zwar einen grösseren Anteil an Allradfahrzeugen. Von den 2009 im Kanton Graubünden zugelassenen Fahrzeugen, waren 62 Prozent Offroader, in Appenzell Ausserrhoden waren es 49 Prozent, im Wallis 39 Prozent. Die meisten Offroader verkehren aber nicht im Berggebiet, sondern im flachen Mittelland.

Laut dem Astra-Papier sind von den 199'710 Personenwagen, die in den Mittellandkantonen und in den Städten 2009 neu zugelassen wurden, 48'832 Allradfahrzeuge. Allein im Kanton Zürich wurden im letzten Jahr 12'655 Allradfahrzeuge neu in Verkehr gesetzt. Das sind 3637 Fahrzeuge mehr als in den fünf Bergkantonen Graubünden, Appenzell Ausserrhoden, Glarus, Uri und Wallis zusammen. Insgesamt wurden in diesen Kantonen 2009 9018 Offroader zugelassen.

Offroader pusten mehr CO2 in die Atmosphäre

Das Astra-Papier bestätigt aber auch einmal mehr, dass die Allradfahrzeuge CO2-Schleudern sind: Sie pusten pro Kilometer mehr Kohlendioxid in die Atmosphäre als Fahrzeuge ohne Vierradantrieb – auch wegen des höheren Gewichtes. Als Faustregel gilt: 100 Kilogramm Mehrgewicht bedeuten 0,5 Liter Mehrverbrauch pro hundert Kilometer und entsprechend auch mehr klimaschädlichen Output.

Die Käufer in den Bergkantonen setzen auf verbrauchsärmere und leichtere Modelle, die weniger CO2 ausstossen. Die grössten Verschmutzer verkehren in Zug, Zürich Basel-Land, Bern, Genf, Schaffhausen, Aargau. Im Kanton Zürich stossen Offroader im Schnitt 244 Gramm CO2 pro Kilometer aus, herkömmliche Autos bloss 188 Gramm. In Zug sind es sogar 246 Gramm, gegen 190 bei den Fahrzeugen ohne Allradantrieb.

Und wie sieht es im Vergleich mit den EU-Ländern aus? 2009 waren in der Schweiz 26 Prozent aller Neuzulassungen Offroader. In Österreich waren es bloss rund 13 Prozent, in Deutschland gegen 8 Prozent, in Schweden gegen 19 Prozent. Die Schweiz hat aber auch die schmutzigste Fahrzeugflotte Westeuropas. Europaweit stehen bloss noch Lettland und Estland schlechter da. Das wollen jetzt die Jungen Grünen mit ihrer Initiative und Moritz Leuenberger mit seinem Gegenvorschlag ändern. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 27.04.2010, 14:22 Uhr

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159 Kommentare

Peter Müller

30.09.2010, 10:14 Uhr
Melden 6 Empfehlung

Die Schweiz mit ihrem jungen und gut gewarteten Fahrzeugpark (Abgastest alle 2 Jahre, MFK) hat sicher nicht die "schmutzigste Fahrzeugflotte". CO2 ist weder giftig noch "schmutzig" sondern sogar lebensnotwendig. Die schmutzigste Fahrzeugflotte ist jene mit alten, schlecht gewarteten Fahrzeugen und hohem Dieselanteil (Stickoxide + Feinstaub!). Wo die läuft weiss ich nicht, aber sicher nicht hier. Antworten


Andreas Schneider

27.04.2010, 19:09 Uhr
Melden 3 Empfehlung

Ich bin gerade in Bangkok.stop and go,Millionen Autos,habe 12 Fahrspuhren gezählt,jedes Auro raucht hinten raus,kein Katalisator weit und breit.1000 Taxis am Airport warten Stundenlang mit laufendem Motor,Leute kaufen im seven eleven ein,Auto läuft vor dem Laden aleine weil sonst wirds warm im Auto.Lächerlich die paar Schweizer Offroader MIT Kat und ohne Rauchwolke. ja ein Schweizer Witz Antworten



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