Schweiz in Klimarating nur auf Rang 13

Aktualisiert am 14.12.2009

Weil unsere Politik zu lange auf Freiwilligkeit gesetzt hat, verpasst die Schweiz im internationalen Vergleich einen Spitzenrang.

Die Besten im Klimaschutz

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Anlässlich der Uno-Klimakonferenz in Kopenhagen hat die deutsche Entwicklungs- und Umweltorganisation Germanwatch ihre neuste Länderrangliste zum Klimaschutz vorgestellt. Mit Rang 13 kommt die Schweiz dabei nicht allzu gut weg. Sie liegt weiterhin deutlich hinter der Spitzengruppe, zu der unter anderem Brasilien, Schweden und Grossbritannien gehören.

Das jährliche Rating von Germanwatch untersucht die drei Hauptindikatoren Emissionshöhe, Emissionsentwicklung und Klimapolitik. Bei der nationalen Klimapolitik landete die Schweiz immer wieder auf den hintersten Rängen, weil sie zu lange auf freiwillige Massnahmen gesetzt hat. Mit dem neuen Gebäudesanierungs-Programm, einer leichten Erhöhung der CO2-Abgabe und verschärften kantonalen Mustervorschriften für Gebäudeisolationen kommt sie in dieser Kategorie neu auf Rang 31 (Vorjahr: 42).

Guter Rang dank viel Import

«Gemessen an fortschrittlichen EU-Ländern und an den Erkenntnissen der Wissenschaft ist die Schweizer Klimapolitik immer noch äusserst schwach», sagt Patrick Hofstetter, Leiter Klimapolitik des WWF Schweiz und Mitglied der offiziellen Schweizer Delegation in Kopenhagen. «Es nützt dem Klima nichts, dass der Bundesrat inzwischen selbst zugibt, dass wir die Emissionen viel stärker zurückfahren müssten.» Das Parlament hat es im kommenden Jahr in der Hand, die dafür nötigen Rahmenbedingungen zu setzen.

Schlechte Noten gibt es auch für die Emissionsentwicklung, da der Treibhausgas-Ausstoss noch immer nicht sinkt. Den 13. Gesamtrang verdankt die Schweiz dem Umstand, dass der inländische CO2-Ausstoss vergleichsweise tief ist. Der Grund: Unser Land produziert dank Wasserkraft relativ CO2-armen Strom und importiert viele Güter. Deren Herstellung verursacht grosse Emissionen, die aber gewöhnlich dem Produktionsland angerechnet werden (auch in diesem Rating).

Anders gerechnet: Schlusslicht in Europa

Zählt man diese Emissionen bei der Schweiz als eigentliche Verursacherinnen mit, steigen deren Emissionen von gut 7 Tonnen CO2-Äquivalent auf über 18 Tonnen - damit ist die Schweiz Klimasünderin Nummer 1 in Europa.

Die Podestplätze 1 bis 3 wurden dieses Jahr nicht vergeben, weil kein Land in allen untersuchten Bereichen eine wirklich gute Leistungen zeigt. Brasilien, Schweden und Grossbritannien besetzen die Plätze 4 bis 6. Am Schluss der Rangliste stehen Kanada und Saudiarabien. (cpm/ap)

Erstellt: 14.12.2009, 11:11 Uhr

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