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«Schweiz muss sich wiederfinden»

Aktualisiert am 02.08.2009

SP-Präsident Christian Levrat ist es in Montagny Cousset sichtlich schwer gefallen, eine feierliche Rede zu halten: Es brauche eine gewisse «Blindheit», um sich nur der alten Werte zu erinnern.

Auf dem Weg in eine andere Zukunft? Ein Schweizer, heute auf dem Weg zur Feier auf der Rütli-Wiese.

Auf dem Weg in eine andere Zukunft? Ein Schweizer, heute auf dem Weg zur Feier auf der Rütli-Wiese.
Bild: Reuters

Erst die Nahrungsmittelkrise und die hohen Benzinpreise, dann die Finanzkrise, die Rettung der UBS mit Staatsgeldern, die Rezession und die Arbeitslosigkeit, die Konjunkturprogramme, die Neudefinition des Bankgeheimnisses und der Konflikt mit Deutschland und den USA – Levrats kurzer Überblick im Kanton Freiburg über die Geschehnisse seit dem 1. August 2008 war alles andere als aufmunternd.

Eine Reihen von Zukunftsfragen

Dies alles werfe ernste Fragen auf, sagte Levrat laut seinem Redetext. So beispielsweise, ob die Privatwirtschaft und der Individualismus das gemeinschaftliche Leben besser regelten, als kollektive Entscheide durch demokratische Organe.

Die Antworten auf die Fragen nach der Beschränkung von Managerlöhnen, der weiteren Abschottung der Schweiz oder der Selbstregulierung der Wirtschaft, die Lösung der Arbeitslosigkeit und der Überalterung der Schweiz seien viel wichtiger als die Antwort darauf, wer Nachfolger von Bundesrat Pascal Couchepin werde.

Neuausrichtung des Landes gefordert

«Ich bin überzeugt: In dieser Zeit der Krise genügt es nicht, dazu aufzurufen, zusammenzurücken und den Kritikern den Mund zu verbieten.» Dies sei militärische Logik, nicht diejenige des Schweizer Volkes. Es brauche einen neuen sozialen Vertrag.

«Ich glaube wir sind an einem Punkt der Geschichte angelangt, an welchem die Schweiz neue Regeln und neue Grenzen definieren muss, um fortzubestehen und ihren Wohlstand zu wahren. Und sie muss vergessene Horizonte wiederentdecken.»

Die Rolle in der Welt überprüfen

Zudem müsse die Schweiz ihre Beziehung zur Welt überdenken, so Levrat: «Ob sie will oder nicht, ihr Schicksal ist heute mehr denn je an dasjenige der Nachbarn gebunden.» Wenn eine Lektion der Wirtschaftskrise bereits gelernt sein müsse – dann diejenige, dass die Krise von einer globalen zu einer lokalen Krise wurde. (raa/sda)

Erstellt: 02.08.2009, 07:01 Uhr

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