Schweiz setzt sich für weltweites Quecksilber-Verbot ein

In Genf wird über ein Verbot des hochgiftigen Schwermetalles verhandelt. Dessen Dämpfe können zu schweren Gesundheitsschäden bis zum Tod führen.

China verzeichnet den grössten Quecksilber-Ausstoss: Kohlekraftwerk in Peking. (Archivbild)

China verzeichnet den grössten Quecksilber-Ausstoss: Kohlekraftwerk in Peking. (Archivbild) Bild: AFP

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Das hochgiftige und nicht abbaubare Quecksilber soll überall so weit wie möglich verboten werden. Mit diesem Ziel hat der Bundesrat das Mandat zur fünften und letzten Verhandlungsrunde für eine entsprechende UNO-Konvention verabschiedet.

Die Quecksilberkonvention im Rahmen des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) geht auf eine Initiative der Schweiz zurück. Die letzte Verhandlungsrunde findet vom Sonntag bis Freitag in Genf statt, wie der Bundesrat mitteilte. Zum Abschluss soll die Konvention von den 147 teilnehmenden Staaten verabschiedet werden.

Das Abkommen soll den weltweiten Quecksilberausstoss von derzeit knapp 2000 Tonnen im Jahr wirksam reduzieren. Dazu regelt es die Beschaffung und den Handel mit dem Schwermetall, seine Verwendung in Produkten und Herstellungsprozessen, die Abfallbehandlung, die Finanzierung der Massnahmen und die Streitbeilegung.

Besonders im Visier der Konvention ist die Verringerung des Ausstosses beim Kleinabbau von Gold sowie bei thermischen Kraftwerken und Metallurgieanlagen. Beim Goldabbau und bei der Abfallbehandlung stehen die Arbeiten kurz vor dem Abschluss. In den anderen Bereichen wird nach Lösungen gesucht.

Weitestgehendes Verbot als Ziel

Die Schweizer Delegation wird sich gemäss Mandat bei den Schlussverhandlungen dafür einsetzen, dass die Konvention eine Verringerung des Ausstosses über die ganze Lebensdauer des Quecksilbers hinweg bringt. Namentlich gehört dazu das Verbot neuer Quecksilberminen und die Schliessung bestehender.

Zudem soll Quecksilber in Produkten und industriellen Verfahren verboten werden. Ausnahmen sind nur zulässig, wenn es keine Alternativen gibt. Schliesslich wird sich die Delegation für wirksame Finanzierungsmechanismen zur Unterstützung von Schwellen- und Entwicklungsländern einsetzen.

Quecksilber ist ein nicht abbaubares und hochgiftiges Schwermetall. Schon sehr kleine Mengen können zu chronischen Gesundheitsschäden oder zum Tod führen. Giftig sind vor allem eingeatmete Dämpfe und organische Verbindungen aus der Nahrungskette.

Quecksilber wird vor allem in Kohlekraftwerken freigesetzt und zum Abbau von Gold verwendet. Dabei werden Boden, Luft und Wasser kontaminiert. Die Rückstände gelangen in die Nahrungskette, etwa in Fische.

Der grösste Teil des Ausstosses stammt aus Ost- und Südostasien, namentlich China. Die Emissionen in der Schweiz betrugen 2008 etwas mehr als eine Tonne. Seit 1987 ist Quecksilber in der Schweiz mit wenigen Ausnahmen verboten. (kle/sda)

(Erstellt: 09.01.2013, 12:25 Uhr)

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