Schweizer würden für Öko-Strom mehr bezahlen

Aktualisiert am 23.02.2009

Die Mehrheit der Schweizer will mit Energiesparmassnahmen die Stromlücke bekämpfen. 56 Prozent sind sogar bereit, einen Aufpreis von 20 Prozent für Strom aus erneuerbaren Energien zu bezahlen.

Die fünfte Onlineumfrage «Perspektive Schweiz» des Vereins «Vernunft Schweiz» hat 20'903 Bürgerinnen und Bürgern zu verschiedenen Problembereichen wie der Stromversorgung befragt. Zur Verhinderung eines Stromengpasses ist gemäss den am Montag publizierten Ergebnissen die Bevölkerung der Meinung, dass vorwiegend auf strikte Einsparungen (46 Prozent) und eine erhöhte Stromproduktion im Inland (44 Prozent) gesetzt werden soll. Importe werden nur gerade von fünf Prozent der Befragten als primärer Lösungsansatz begrüsst.

Deutliche Ablehnung von Lenkungsabgaben

Allem Energiesparwillen zum Trotz wird eine Lenkungsabgabe von 20 Prozent von der Bevölkerung mit 73 Prozent allerdings deutlich abgelehnt. Ein Verkaufsverbot für Geräte mit Stand-by-Modus wurde demgegenüber mit 55 Prozent Ja gegen 31 Prozent Nein gutgeheissen; sogar 85 Prozent befürworteten ein Verkaufsverbot für Geräte, welche nicht den Energieklassen A oder B angehören. Bereits 2007 wurde dieser Vorschlag von 78 Prozent angenommen.

Bei den Befürwortern einer Erhöhung der Stromproduktion ist der Anteil bei den Männern mit 54 Prozent höher als bei den Frauen mit 35 Prozent. Eine absolute Mehrheit von 56 Prozent der Bevölkerung ist laut der Onlineumfrage sogar bereit, einen Aufpreis von 20 Prozent für Strom aus erneuerbaren Energien zu bezahlen. Allerdings wollen 38 Prozent gar keinen Aufpreis bezahlen. Diese Bereitschaft nimmt mit zunehmendem Alter weiter ab.

Neue AKWs finden keine Mehrheit

Um die Stromproduktion im Inland zu erhöhen, möchten 51 Prozent der Schweizer Bevölkerung die bestehenden Atomkraftwerke ersetzen, sobald diese ihre Lebenszeit überschritten haben. Keine Mehrheit findet jedoch der Vorschlag zusätzlich zu den bestehenden AKW weitere zu bauen. Dies würden nur 26 Prozent gutheissen. 43 Prozent haben sich für einen langfristigen oder sofortigen Ausstieg aus der Atomenergie geäussert. 2006 hatten erst 44 Prozent die Weiterführung der Neuerrichtung von Atomkraftwerken befürwortet gegenüber 47 Prozent, die sich für einen Ausstieg ausgesprochen hatten. (vin/ap)

Erstellt: 23.02.2009, 09:48 Uhr

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