«Schwere Probleme» mit der neuen Schengen-Datenbank

Bei der Einführung der neuen Schengen-Datenbank SIS II, mit der auch biometrische Daten erfasst werden können, gibt es laut der EU-Ratspräsidentschaft massive Schwierigkeiten.

Die Inbetriebnahme von SIS II könne noch längere Zeit dauern, erklärte der tschechische Innenminister und Ratsvorsitzende Ivan Langer vor einem Treffen mit seinen europäischen Amtskollegen am Donnerstag in Prag. Auch Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf nimmt an der Sitzung teil.

«Wir werden eine Bestandsaufnahme machen und einen Zeitplan aufstellen», kündigte EU-Justizkommissar Jacques Barrot an.

Man bleibt vorläufig bei SIS I

Vor der Erweiterung des Schengen-Raums nach Osteuropa im Jahr 2007 sollte das Schengen-Informationssystem nicht nur ausgebaut, sondern gleichzeitig auch modernisiert werden. Die leistungsfähigere Neufassung SIS II sollte unter anderem den Austausch biometrischer Daten ermöglichen. Wegen technischer Probleme wurde die Einführung von SIS II aber immer wieder verschoben.

In den neun EU-Staaten, die 2007 dem Schengen-Raum beitraten, wurde stattdessen SIS I eingeführt. Auch die Schweiz wurde bei ihrem Schengen-Beitritt 2008 an dieses bereits über zehn Jahre alte System angeschlossen, das seit der Erweiterung auch als «SIS I plus» bezeichnet wird. (sam/sda)

Erstellt: 15.01.2009, 12:35 Uhr

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