Schweiz

Seco senkt Wachstumsprognose für 2012

Aktualisiert am 13.12.2011 6 Kommentare

Im kommenden Jahr soll die Schweizer Wirtschaft um 0,5 Prozent wachsen. Im Winter sei zeitweise gar eine leichte Rezession denkbar, sagen die Experten des Bundes.


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Nach Einschätzung des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) steht die Schweiz am Rande einer Rezession. Die Experten des Bundes haben ihre Prognosen erneut gesenkt und rechnen für 2012 noch mit einem Wachstum des Bruttoinlandprodukts (BIP) von 0,5 Prozent.

Im September war das Seco noch von 0,9 Prozent Wachstum ausgegangen, sechs Monate zuvor gar noch von 1,9 Prozent. Die Wachstumsprognose für das laufende Jahr senkte das Staatssekretariat gegenüber September um 0,1 Prozentpunkt auf 1,8 Prozent.

Im Herbst habe sich die Konjunktur deutlich abgekühlt, teilte das Seco am Dienstag mit. Die schwächere Wirtschaftsentwicklung in der EU sowie der immer noch sehr hoch bewertete Franken belasteten die Unternehmen.

Weitere Abschwächung im vierten Quartal

Besonders die Wintermonate dürften hart werden. Die Schweizer Wirtschaft befinde sich gegenwärtig in einem «entscheidenden Moment», sagte Bruno Parnisari, der Leiter des Ressorts Konjunktur beim Seco, am Dienstag gegenüber der Nachrichtenagentur sda.

Im dritten Quartal des laufenden Jahres war das BIP nur noch um 0,2 Prozent gewachsen. Das ist der tiefste Wert seit über zwei Jahren. Im vierten Quartal deuteten die Indikatoren auf eine weitere Abschwächung hin, sagte Parnisari, ohne aber Zahlen zu nennen.

Es sei nicht auszuschliessen, dass in den kommenden zwölf Monaten in einzelnen Quartalen ein Rückgang der Wirtschaftsleistung zu beobachten sei, meinte Parnisari. «Im Moment gehen wir aber nicht von einem schweren Einbruch aus.»

Das Seco rechnet bei seiner Einschätzung nicht damit, dass die Schuldenkrise in Europa eskaliert. Dies würde auch die hohe Nachfrage nach Schweizer Franken bremsen. Sollte sich die Staatsschuldenkrise jedoch zu einer internationalen Bankenkrise ausweiten, hätte dies «potenziell gravierende Auswirkungen» sowohl auf die europäische als auch auf die Schweizer Wirtschaft, hiess es in der Mitteilung.

Unter der Annahme, dass die EU eine Lösung für seine Probleme findet, rechnet das Seco nach der deutlichen Abschwächung der Konjunktur im Verlauf des kommenden Jahres mit einer wirtschaftlichen Erholung. Für 2013 wird bereits wieder ein Wachstum des BIP von 1,9 Prozent prognostiziert. Auch nach der aktuellen Krise würden die zugrundeliegenden Probleme aber noch lange nachwirken, hiess es in der Mitteilung weiter.

Beschäftigungswachstum lässt nach

Auf dem Arbeitsmarkt rechnet das Seco für die nähere Zukunft mit einem nachlassenden Beschäftigungswachstum. Allerdings deuteten die Indikatoren nicht auf einen unmittelbar bevorstehenden Rückgang hin.

Der Trend eines konjunkturbedingten Anstiegs der Arbeitslosigkeit, der im Herbst zu beobachten war, wird sich gemäss Seco fortsetzen. Den Höchststand der Arbeitslosenquote sieht das Staatssekretariat Ende 2012 mit 3,9 Prozent erreicht. Im Schnitt dürfte die Quote im kommenden Jahr bei 3,6 Prozent liegen, verglichen mit 3,1 Prozent im laufenden Jahr.

(ami/sda)

Erstellt: 13.12.2011, 08:03 Uhr

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6 Kommentare

Werner Hürlimann

13.12.2011, 09:41 Uhr
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Solange sich nicht die Politiker durchringen können ihre Abhängigkeit von den Mächtigen Familien und Konzernen abzulegen und gnadenlos die Abschreibung der Investitionen derer zu verlangen, wir weiterhin der Mittelstand ausgedünt, die jungen Generation ihrer Zukunft beraubt, die Renten- und Sozialkassen geplündert! Solidarität kennen diese Leute nicht, reich wurden sie durch Manipulation! Antworten


Eugen Fischer

13.12.2011, 09:25 Uhr
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Europa spart sich zu Tode und auch die USA werden in den nächsten Jahren viel an wirtschaftlicher Staten verlieren, denn auch dort ist kein grosser Schub zu erwarten. Betrachtet man auch die CH mit der asiatischen Aussenhandelsbilanz, so muss man klar feststellen, dass kaum wirtschaftliche Aktivitäten in grossen Masse sich aufzeigen. Die Wirtschaft ist somit verdammt zu einer Kleinwüchsigkeit. Antworten



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