«Seit 20 Jahren gehe ich durch die Hölle»

Oskar Freysinger spricht über seine drohende Abwahl aus der Walliser Regierung. Und wie es danach weitergehen könnte.

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Oskar Freysinger hat im Wallis fast die Hälfte seines Wähleranteils eingebüsst. Zwar wird er zum zweiten Wahlgang antreten. Doch angesichts des glänzenden Resultats von CVP-Mann Christophe Darbellay und Freysingers abgeschlagenem sechsten Rang ist die Wiederwahl in den Staatsrat ungewiss.

Er wolle bis zum Schluss weiterkämpfen und sei optimistisch, sagte Freysinger dem «Blick». Sollte er scheitern, erfinde er sein Leben neu.

Weitermachen oder aufhören?

Es könne dann gut sein, dass er sich weiterhin in der SVP Schweiz einsetzen würde. «Möglich ist aber auch, dass ich mich ganz aus der Politik verabschiede. Ich habe genug gelitten», sagte er dem «Blick». Und: «Seit 20 Jahren gehe ich durch die Hölle.»

Freysinger nimmt das Resultat der Staatsratswahlen nicht persönlich. «Ich habe mein Departement im Griff», sagte er bereits vor drei Tagen dem «Tages-Anzeiger». Wenn er nicht wiedergewählt werden sollte, gehe er in den Ruhestand.

Familie Darbellay reicht Anzeige ein

Im Wallis sorgen zurzeit Plakate für Aufregung, auf denen CVP-Staatsratskandidat Christophe Darbellay und sein Vater verunglimpft werden. Diesem wird unterstellt, er habe öffentliche Gelder für eine Wahlkampagne seines Sohnes verwendet. Die Familie Darbellay reichte am Mittwoch Strafanzeige ein, die Urheberschaft ist unklar.

Die Plakate wurden entlang der grossen Verkehrsachsen im Zentralwallis sowie in den Regionen von Savièse, Conthey und Fully angeschlagen, wie Christophe Darbellay am Donnerstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda sagte. Er bestätigte damit einen Bericht von Radio Rhône FM.

«Abstossend und gemein»

Staatsratskandidat Darbellay hat eines der Plakate fotografiert und auf seine Facebook-Seite gestellt. Zu den mutmasslichen Urhebern wollte er sich nicht äussern. Er habe Vertrauen in die Polizei und die Staatsanwaltschaft, sagte er.

Auch SVP-Staatsrat Oskar Freysinger hat nach eigenen Angaben bei der Staatsanwaltschaft Anzeige gegen unbekannt eingereicht. Er bezeichnet die Plakate gegen die Familie Darbellay als «abstossend» und «gemein». Ausserdem seien sie auch ihm gegenüber diffamierend, weil die Urheber eine grafische Gestaltung verwendet hätten, die an die Plakate der SVP zur Ausschaffung krimineller Ausländer erinnern solle. (oli/sda)

Erstellt: 09.03.2017, 17:12 Uhr

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