Schweiz

Seit drei Wochen kein Lebenszeichen mehr von Qadhafis Geiseln

Seit drei Wochen haben weder die Angehörigen noch die Arbeitgeber Informationen über das Schicksal der beiden Verschleppten. Das EDA schweigt.

Undurchsichtiges Verfahren: Libyens Machthaber Moammar al-Qadhafi.

Undurchsichtiges Verfahren: Libyens Machthaber Moammar al-Qadhafi.
Bild: Reuters

Wie die «Neue Zürcher Zeitung» in ihrer Ausgabe vom Freitag berichtet, wissen weder die Familien noch die Firmen etwas über deren Verbleib, seit die beiden Männer Mitte September von Sicherheitskräften an einen unbekannten Ort verbracht wurden. Ein Sprecher des Unternehmens ABB, für das eine der Geiseln als Manager tätig war, bestätigte dies laut dem Zeitungsbericht.

Auch über den Verbleib der zweiten Geisel ist laut einem Bericht von «20 Minutes» nichts bekannt. Stéphane Valente, Gemeinderat von Vernier nahe Genf, hatte zuvor mit den Geiseln korrespondiert – doch nun sei der schweizerisch-tunesische Doppelbürger, der für das Unternehmen Stucky tätig war, weder telefonisch noch per E-Mail zu erreichen, sagte er der Zeitung.

Verstoss gegen internationale Regeln?

Wie die «NZZ» weiter berichtet, weiss das Personal in der Botschaft in der libyschen Hauptstadt Tripolis ebenso wenig. Und vom Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten ist zu der Affäre um die Verhaftung von Hannibal al-Qadhafi und ihren Folgen bereits seit einer Weile nichts mehr zu erfahren – mit der Absicht, die Gespräche nicht zu gefährden. Das wird bis auf Weiteres so bleiben, wie ein Sprecher der «NZZ» sagte.

Mit der Verschleppung der Männer missachtet Libyiens Machthaber Moammar al-Qadhafi laut dem Bericht möglicherweise das Recht eines Staates, mit Bürgern in Kontakt zu treten, die in einem anderen Land inhaftiert sind. Libyen hatte lediglich mitgeteilt, dass die Geiseln an einen anderen Ort gebracht worden seien – mit der Begründung, man habe einem militärischen Einsatz der Schweiz zuvorkommen wollen. (raa)

Erstellt: 09.10.2009, 10:46 Uhr

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4 Kommentare

Pat Suter

09.10.2009, 13:02 Uhr
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Wer in einem Terroristen Staat arbeitet und/oder seine Geschäfte macht, muss damit rechnen dass von heute auf morgen die Spielregeln ändern. Das gleiche Prinzip gilt auch für unsere Regierung, die mit einem Terroristen und Terroristen-Staat Geschäfte macht. Uebrigens seit wann ist ein Terrorist nur weil er jetzt ein "weisses Hemd" trägt kein Terrorist mehr??? Antworten


Kurt Aegeri

09.10.2009, 12:39 Uhr
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Und die FDP mitsamt ihrem Bundesrat Merz lehnt sich zurück, legt die Füsse auf den Tisch und es passiert gar nichts. Ich schreib's gerne nochmal: die (Sch)Merz-Grenze ist erreicht! Antworten


Hugo Müller

09.10.2009, 11:46 Uhr
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so tragisch es für die beiden geiseln sein mag, aber ein mediales schweigen wäre das beste... Antworten


Leo Ullmann

09.10.2009, 11:39 Uhr
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Was hindert die Schweiz noch daran gegen Libyen in Haag wegen eklatanter Verletzung der Menschenrechte zu klagen? Was bedeuten internationale Konventionen ohne die Bereitschaft sie zu achten oder deren Achtung einzufordern? Antworten



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