Schweiz

Simonetta Sommaruga will in den Bundesrat

Von Patrick Feuz und Daniel Friedli. Aktualisiert am 11.08.2010

Mit der Kandidatur Sommarugas ist das Rennen um die Leuenberger-Nachfolge offiziell lanciert.

Das Rennen um die Leuenberger-Nachfolge ist lanciert: Simonetta Sommaruga kandidiert.

Das Rennen um die Leuenberger-Nachfolge ist lanciert: Simonetta Sommaruga kandidiert.

Heute Mittwoch gibt die Berner SP-Ständerätin und Konsumentenschützerin Simonetta Sommaruga bekannt, dass sie sich für die Nachfolge von Bundesrat Moritz Leuenberger bewerben will. Die Geschäftsleitung der bernischen SP hat sie gestern Abend einstimmig ins Bundesratsrennen geschickt, wie der «Tages-Anzeiger» aus zuverlässiger Quelle erfahren hat. Mit der 50-jährigen Sommaruga legt die erste Kandidatin für den frei werdenden SP-Bundesratssitz die Karten offen. Weitere Kandidaturen werden bald folgen.

Sommaruga zählt zu den Favoritinnen für die Leuenberger-Nachfolge. In der Partei geht man davon aus, dass die SP-Bundeshausfraktion dem Parlament für die Wahl, die voraussichtlich am 22.? September stattfindet, einen Zweiervorschlag mit der Zürcher Nationalrätin Jacqueline Fehr und der Bernerin Sommaruga unterbreiten wird. Gleichentags wählt die Bundesversammlung auch den Nachfolger des Freisinnigen Hans-Rudolf Merz.

SVP-Widerstand wahrscheinlich

Mit Widerstand muss die SP aus der SVP rechnen. Chefstratege Christoph Blocher erklärt im Interview, dass seine Partei bei den Bundesratswahlen im Herbst primär den Sitz der Sozialdemokraten ins Visier nehme. Die SP sei gemessen am Wähleranteil im Bundesrat am stärksten übervertreten, denn sie müsse auch die von ihr vorgeschlagene und mitgewählte Eveline Widmer-Schlumpf als eigene Bundesrätin zählen.

Blocher will aber notfalls auch die FDP angreifen. «Schlägt sich aber die FDP auf die Seite der SP und unterstützt uns nicht, so müssten wir nach meiner Meinung auch um den Sitz der FDP kämpfen», sagt der Zürcher. Am liebsten würde der Alt-Bundesrat dabei mit Fraktionschef Caspar Baader antreten. Da dieser jedoch eigentlich nicht will, schliesst Blocher selbst eine eigene Kandidatur nicht aus: «Das müssen wir nun alles diskutieren», sagt Blocher.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 10.08.2010, 23:33 Uhr

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