Singles mit Sozialhilfe, Familien in der Armut
Gesamtbevölkerung (18 bis 59 Jahre alt)
Armutsstatistik (18 bis 59 Jahre alt)
Sozialhilfestatistik (18 bis 59 Jahre alt)
Ein Vergleich der Sozialhilfebezüger und der «statistischen» Armutsbevölkerung jeweils zwischen 18 und 59 Jahren zeigt laut Bundesamt für Statistik (BfS) das folgende Bild: Der Hauptteil (48%) der Fürsorgefälle wohnt alleine, während die Mehrheit (54%) der Armen in Paarhaushalten mit Kindern lebt.
18- bis 29-Jährige sind in der Sozialhilfe stark übervertreten (30%), in der monetären Armut hingegen nicht, schreibt das BfS. Gut 7 von 10 jungen Sozialhilfeempfängern haben weder eine Lehre noch eine höhere Ausbildung abgeschlossen.
Armutslücke
Nur eine Minderheit (32%) der Sozialhilfeempfänger ist erwerbstätig, während eine Mehrheit (59%) der Armen einen Job hat. Der Anteil der Erwerbslosen ist bei den Sozialhilfeempfängern mehr als dreimal so hoch wie bei der armen Bevölkerung (36% bzw. 12%).
Hingegen sind die Nichterwerbspersonen in beiden Gruppen mit knapp einem Drittel (32% bzw. 29%) in etwa gleich stark vertreten, im Vergleich zur Gesamtbevölkerung (11%) jedoch dreimal so häufig.
Viele dieser Unterschiede können mit der Armutslücke (Differenz zwischen Haushaltseinkommen und statistischer Armutsgrenze) erklärt werden. Ist die Armutslücke klein und leben mehrere Erwerbstätige im Haushalt, so werden Sozialhilfeleistungen seltener bezogen. Im Übrigen bezieht die grosse Mehrheit der Armutsbevölkerung eine oder mehrere öffentliche Unterstützungsleistungen, die der Sozialhilfe vorgelagert sind (wie zum Beispiel Arbeitslosenhilfe, Alimentenbevorschussung).
Nur gebremst, nicht reduziert
Weiter schreibt das BfS: Wirtschaftliche Entwicklung, Arbeitslosigkeit, Sozialhilfe und Armut stehen in einem komplexen Zusammenspiel. Im Zeitraum von 1990-2006 nahm die Sozialhilfequote beinahe stetig zu, während die Armutsquote fluktuierte. Beide Quoten hängen mit der Arbeitslosenquote zusammen. Diese folgte mit einer rund zweijährigen Verzögerung dem Wirtschaftswachstum.
Eine hohe Arbeitslosenquote ging mit einer hohen Zunahme der Sozialhilfequote einher. Eine tiefe Arbeitslosenquote hingegen vermochte jeweils die Zunahme der Sozialhilfequote lediglich zu bremsen. Mit Ausnahme des Jahres 2001 reduzierte sich jedoch bei positiver Arbeitsmarktentwicklung die Sozialhilfequote im betrachteten Zeitraum nie. (sam)
Erstellt: 07.04.2009, 10:59 Uhr
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Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.





