So benutzt die Mafia die Schweiz
Aktualisiert am 23.06.2011 19 Kommentare
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Die italienische Mafia will ihre Präsenz in der Schweiz stärken. Zu diesem Schluss kommt das Bundesamt für Polizei (fedpol) in seinem veröffentlichten Jahresbericht 2010. Die kalabrische Mafiaorganisation 'Ndrangheta habe in der Schweiz an Bedeutung gewonnen, steht im Bericht. So habe unter anderem der Druck der italienischen Behörden - zwischen Frühling 2008 und Herbst 2010 wurden mehr als 6500 mutmassliche Mafiosi verhaftet und Vermögenswerte in der Höhe von 18 Milliarden Euro beschlagnahmt - zu einem Ausweichen der Mafia in Nachbarstaaten geführt.
Die Clans üben laut fedpol in der Schweiz nicht die Kontrolle über ein genau definiertes Territorium aus. Es gibt aber Hinweise über geregelte regionale Zuständigkeiten in der Schweiz. Bei der Bekämpfung der Mafia verzeichnete das fedpol im letzten Jahr einige Erfolge. Aufgrund von Schweizer Verfahren oder auf Ersuchen ausländischer Partner erfolgten 2010 mehrere Festnahmen.
Verschiedene Mafiosi wurden an Italien ausgeliefert, nachdem sie dort zu langen Haftstrafen verurteilt worden waren. Einige der Verhafteten hatten sich auch in der Schweiz strafbar gemacht, insbesondere wegen Drogenhandels. Andere wiederum waren unauffällig und gingen in der Schweiz längere Zeit einer geregelten Arbeit nach.
Sicherer Hafen
In erster Linie dient die Schweiz der Mafia als sicherer Hafen für die Geldwäscherei. Dies gilt auch für kriminelle Gruppen aus den ehemaligen Sowjet-Republiken, insbesondere aus Georgien.
Auch für diese mafiösen Organisationen ist die Schweiz aber vor allem ein sicherer Hafen für ihre illegal erworbenen Gelder. Die Organisationen gründen in der Schweiz fiktive Firmen und arbeiten mit Schweizer Anwälten und Banken zusammen.
Beliebt ist auch der Einsatz von Finanzagenten. Dabei stellen Schweizer ihre Konten zur Verfügung. Illegal auf ihr Konto überwiesenes Geld heben sie sofort ab und leiten es gegen eine Provision über Geldüberweisungsinstitute an die Auftraggeber weiter. Meist tun die Finanzagenten dies nur einmal, dann werden sie gefasst. Manchmal werden sie auch von angeblich heiratswilligen osteuropäischen Frauen zu solchen Diensten gedrängt.
Bankkarten-Betrug
Stark zugenommen haben im Berichtsjahr Bankkarten-Betrugsfälle. Dabei spähen die Täter mit Phishing und Skimming die Daten der Karteninhaber aus.
Beliebt ist auch der Schweizer Immobilienmarkt. Für Aufsehen sorgte in letzter Zeit etwa der Kauf von Genfer Villen zu exorbitanten Preisen. Das fedpol bezeichnet diese Geschäfte als einen der Gründe für regional stark gestiegene Immobilienpreise.
Gruppen aus der früheren Sowjetunion sind in der Schweiz oft für Serien-Einbrüche verantwortlich. Letzten Oktober wurden zehn Mitglieder einer georgischen Bande in Genf wegen über 200 Einbrüchen, Drogenhandel und Geldwäscherei verurteilt, sieben von ihnen auch wegen Beteiligung an einer kriminellen Organisation.
Zusammenarbeit stärken
Im Zentrum der Geschäfte krimineller Organisationen aus dem Balkan steht nach wie vor der Heroinschmuggel und -handel sowie der Menschenschmuggel.
Bei kriminellen Netzwerken aus Westafrika liegt das Schwergewicht weiterhin beim Kokainhandel. Dabei treten wiederholt osteuropäische Frauen als Geschäftspartnerinnen im Vertrieb auf. Es gibt zudem den Trend, viele Kuriere mit wenig Drogen auf sich in die Schweiz zu schicken.
Die zehn Jahre seit Gründung von fedpol hätten gezeigt, dass der globalen Schwerstkriminalität nur mit einer intensiven nationalen und internationalen Zusammenarbeit erfolgreich begegnet werden könne, heisst es in dem Bericht. Bilaterale und multilaterale Abkommen seien deshalb die Basis für eine erfolgreiche Bekämpfung grenzüberschreitender Kriminalität. (miw/sda)
Erstellt: 23.06.2011, 09:19 Uhr
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19 Kommentare
Die Mafia ist erfolgreich weil sie Dinge verkauft, die "Spass" machen welche wiederum der Staat verbietet, oder sinnverblödet hoch besteuert. Wie Zigaretten z.B. Solange die Staaten es mit ihren Bürgern "gut meinen", floriert auch die org. Kriminalität. (Wobei die Pharma- und Bankenlobby auch schon sehr nahe an die Mafia herankommt.) Antworten
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