So schröpfen die Schweizer ihre Gäste
Von Claudio Habicht. Aktualisiert am 08.09.2009 28 Kommentare
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Wer in die USA reisen will, soll zahlen: Geht es nach der US-Regierung, müssen Touristen und Geschäftsleute aus EU-Ländern und der Schweiz künftig bis zu 20 Dollar Eintrittsgeld berappen. Das sieht der «Travel Promotion Act» vor, der demnächst im Kongress diskutiert wird. Geplant ist, mit dem Geld eine Werbekampagne zu finanzieren, um die strenge Einreisepolitik der USA gegenüber Ausländern (Fingerabdrücke, lange Wartezeiten) besser zu verkaufen. Die EU hat bereits gegen die Gebühr protestiert.
Was nun für Aufruhr sorgt, gibt es in der Schweiz unter einem anderen Namen schon lange: Will ein Amerikaner Ferien in der Schweiz verbringen, muss er an vielen Orten pro Übernachtung in einem Hotel oder einer Ferienwohnung Kurtaxen bezahlen. Die Höhe dieser Kopfsteuer wird von den Gemeinden festgelegt, die Preisspanne reicht von zwei bis sieben Franken. Für fünf Tage Arosa beispielweise beträgt diese für Erwachsene 30 Franken. Allerdings müssen nicht nur Ausländer die Taxe zahlen, auch Schweizer werden zur Kasse gebeten.
Bereits 1904 gab es Kurtaxen
«Vor allem Tourismusdestinationen in Berggebieten verlangen eine Kurtaxe», sagt Thomas Allemann, Mitglied der Geschäftsleitung des Verbands Hotelleriesuisse. Die Taxe gibt es in der Schweiz schon lange, erste Erwähnungen finden sich bereits um 1904. Das eingenommene Geld dient – anders als in den USA – keinem Marketingzweck. «Der Ertrag muss dazu dienen, Leistungen zu finanzieren, die überwiegend Gästen dienen», hält ein Bundesgerichtsurteil fest. Darunter fällt die Grund-Infrastruktur wie die Abfallentsorgung und Abwässerreinigung, der Unterhalt von Wanderwegen und Kunsteisbahnen – aber auch der jährliche Neuanstrich der Aussichtsbänkli.
Auch Reisende in den Städten müssen zahlen: Viele Tourismusvereine verlangen eine sogenannte City-Tax, mit der wie beim geplanten Eintrittsgeld in die USA Marketingaktivitäten finanziert werden. Die Hoteliers entscheiden, ob sie die Taxe auf der Rechnung ausweisen oder nicht. In Zürich zum Beispiel tun dies die Hotels (2,50 Franken pro Nacht und Person), in Luzern wird die City-Tax voraussichtlich ab 2011 die herkömmliche Kurtaxe ersetzen.
Wer profitiert, soll zahlen
Auch bei den Tourismusverantwortlichen kommt die Kurtaxe unter Druck. Bei Schweiz Tourismus betont man zwar, dank der Kurtaxe könnten die Gäste «einen angenehmen Aufenthalt» geniessen. «Die Taxe berechtigt vielerorts zu Ermässigungen und teilweise auch zur Gratisbenutzung von Bergbahnen und anderen touristischen Attraktionen», sagt Sprecherin Edith Zweifel. Doch Thomas Allemann von Hotelleriesuisse findet einen Systemwechsel angezeigt: Unternehmen, die von den Touristen profitieren, sollten eine Tourismussteuer entrichten. «Heute zahlen die Gäste die Infrastruktur, die sie gebrauchen, selber. Der Tourist wird quasi bestraft.» In den Kantonen Wallis und Graubünden wird derzeit über die Einführung einer solche Fördersteuer diskutiert.
Auch Mario Lütolf, Direktor des Schweizer Tourismus-Verbands, befürwortet eine solche Abgabe an Stelle der Kurtaxe. Er betont, dass der Unterhalt der Infrastruktur in den Tourismusorten immer kostspieliger wird. «Die Kurtaxe allein reicht nicht mehr aus.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 08.09.2009, 17:37 Uhr
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28 Kommentare
Es ist eigentlich ein Steuer auf Steuer. In den Vereinigten Staaten v. Amerika gibt es seit langem ein "Tourist/Hotel/Occupancy-Tax". Alle Grossstädte haben diese Art von Steuer eingeführt: Miami 12.5%, Cincinnati 13.0%, Chicago 15.4%, Los Angeles 14% und Boston mit 14.5%..... Es gibt auch in den grösseren Touristenzentren ein Meal-Tax auf das Essen. VAT ist doch unkomplizierter und transparenter Antworten
Gut, dass darauf hingewiesen wird. Das Einziehen von Kurtaxen ist tatsächlich eine Art von Abzockerei, welche schnell abgeschafft gehört. Schliesslich bringen die Gäste ja erheblichen zusätzlichen Umsatz. Wer das nicht glaubt darf gerne einmal an einem Kiosk in einem Kurort eine kleine Flasche Mineral ohne (also abgefülltes Hahnenwasser) kaufen. Wer unter 4 Franken wegkommt macht ein Schnäppchen Antworten
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Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.





