So stark steigen die SBB-Preise

Mit dem Fahrplanwechsel werden Zugtickets nochmals teurer. Wir zeigen die Preisentwicklung der letzten 27 Jahre.

Müssen jedes Jahr tiefer ins Portemonnaie greifen: SBB-Passagiere.

Müssen jedes Jahr tiefer ins Portemonnaie greifen: SBB-Passagiere. Bild: Lukas Lehmann/Keystone

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Schnellere Verbindung zwischen der Deutschschweiz und dem Tessin dank dem neuen Gotthardtunnel, Verbesserung des Swiss Pass, Erweiterung des Billettsortiments: Die SBB haben mit dem gestern vollzogenen Fahrplanwechsel 2016/17 eine ganze Reihe von Änderungen eingeführt. Wirklich viel passieren werde aber nicht, schrieben sie vor einer Woche, der Wechsel geschehe ganz unspektakulär.

Ganz unspektakulär steigen mit dem Angebotsausbau auch die Ticketpreise: Einzelbillette der 1. und 2. Klasse werden durchschnittlich 2,5 Prozent teurer. Schon wieder, werden sich viele Zugpassagiere denken. Denn Zahlen des Preisüberwachers zeigen, wie stark die SBB-Tarife in den letzten 27 Jahren gestiegen sind.

Seit 1990 ist die Bahn überdurchschnittlich teurer geworden und setzt diesen Trend trotz der allgemeinen Negativteuerung (dem sinkenden Landesindex für Konsumentenpreise) seit 2013 fort. Dass die Preisentwicklung im Schienenverkehr offensichtlich kaum durch wirtschaftliche Entwicklungen beeinflusst werde, stehe im Widerspruch zu den Mobilitätszielen des Bundes und gebe zu denken, kritisierte der Preisüberwacher in seinem Bericht vergangenen Oktober.

Eine einfache Fahrt ohne Ermässigung in der 2. Klasse kostete 2016 – noch vor der neusten Erhöhung – durchschnittlich 55 Prozent mehr als im Jahr 1990. Der Preis für eine Retourfahrt stieg sogar um 84 Prozent. Je nach Strecke ist die Entwicklung noch deutlicher, zum Beispiel bei der Verbindung Zürich–Bern, eine der am besten ausgebauten und deshalb teuersten auf dem Schweizer Schienennetz.

Zürich–Bern einfach in der 2. Klasse kostet seit gestern neu 51 Franken. Das sind 20 Franken oder gut 61 Prozent mehr als vor 26 Jahren. Beim Retourbillett haben die SBB gar um satte Prozent 104 Prozent aufgeschlagen.

Viele Pendler oder Vielfahrer auf dieser und anderen Strecken leisten sich ein Generalabonnement (GA) oder mindestens ein Halbtax, um Kosten zu sparen. Doch auch sie müssen immer tiefer ins Portemonnaie greifen. Besonders beim GA ist die Preisentwicklung markant.

Beim GA eines Erwachsenen für die 2. Klasse beträgt der Aufschlag fast 80 Prozent (1990: 2150 Franken, 2017: 3860 Franken). Seit dem Fahrplanwechsel gestern zahlt ein Erwachsener dafür nochmals 205 Franken mehr als bisher. GA-Reisende in der 1. Klasse zahlen sogar 330 Franken mehr, was neu 6300 Franken ergibt.

Das Halbtax ist es heute (175 Franken) 59 Prozent teurer als noch 1990 (110 Franken). Im Zuge des neusten Fahrplanwechsels gibt es keine Erhöhung. Dafür kommt es zu zahlreichen anderen Tarifanpassungen. So steigen die Preise für eine Tageskarte zum Halbtax, einen Tagesklassenwechsel oder eine Velo-Tageskarte leicht an. Der Velo-Pass wird 20 Franken teurer und kostet neu 240 Franken.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 12.12.2016, 14:30 Uhr

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