Schweiz

So viel kosten uns die Sport-Hooligans

Aktualisiert am 18.10.2009

900 Polizisten sind nötig, um in einer Woche mit Fussball- oder Eishockeyspiel in der Schweiz Sicherheit zu garantieren. Hochgerechnet aufs Jahr ganz schön teuer.

Krawalle an Sportveranstaltungen kommen immer wieder vor: Ein Grossteil der Kosten übernimmt der Steuerzahler.

Krawalle an Sportveranstaltungen kommen immer wieder vor: Ein Grossteil der Kosten übernimmt der Steuerzahler.
Bild: Keystone

Errechnet hat die Zahl von 900 Polizisten der Fachbereich Hooliganismus des Bundesamtes für Polizei (fedpol) auf Bitte der St. Galler Justiz- und Polizeidirektorin Katrin Keller-Sutter. Es handle sich dabei um einen Durchschnitt, der je nach Saison, Region und Club variieren könne, sagte die Vizepräsidentin der Kantonalen Polizeidirektoren (KKJPD) zu Berichten in der «SonntagsZeitung» und «Le Matin Dimanche».

Grundlage der Berechnungen waren Spielverlaufsberichte, welche die kantonalen und städtischen Polizeikorps nach jedem Match nach Bern weiterleiten. Nicht in die Berechnungen mit einbezogen sind die Spiele des Schweizer Fussball-Cups, wie Keller-Sutter präzisierte. Im Durchschnitt würden an diesen Spielen rund 100 Polizisten benötigt.

Aktionsplan im November

Nach Berechnungen der beiden Zeitungen kostet der Einsatz von 900 Polizisten jährlich insgesamt rund 25 Millionen Franken. Der Betrag von 1000 Franken pro Tag und pro Polizist beruhe auf Angaben der Berner Kantonspolizei, erklärte die Regierungsrätin, welche die Arbeitsgruppe der KKJPD zu Gewalt im Sport leitet. In ihren Augen sei diese Summe «plausibel». Hinzu kämen die Auswirkungen auf die polizeiliche Grundversorgung.

Die erarbeiteten Daten sollen dazu beitragen, Massnahmen gegen die Hooligans zu erarbeiten. Die Arbeitsgruppe der KKJPD will anlässlich der Vollversammlung von Mitte November einen Aktionsplan vorlegen.

Immer wieder Krawalle

Für Keller-Sutter ist es zentral, dass die Kantone, die für Sicherheitsfragen zuständig sind, das Heft in die Hand nehmen und Vorschläge machen. Politik und Polizei müssten den Clubs Sicherheitskonzepte vorgeben können, betonte sie. Vorrangig ist in ihren Augen, die Verbände in die Pflicht zu nehmen und die Organisation zu verbessern, etwa indem die Fanbetreuung intensiviert werde und so genannte Kombi-Tickets eingeführt würden. So erhielten nur Gästefans, welche die organisierten Fanzüge oder -busse benutzen, Tickets für den Gästesektor. Ein gutes Beispiel hierfür sei Belgien, sagte die Regierungsrätin.

Regelmässig kommt es in der Schweiz zu Scharmützeln im Zusammenhang mit Sportveranstaltungen. Zuletzt kam es am Freitag nach dem Eishockeymatch der Rapperswil-Jona Lakers gegen die Kloten-Flyers zu Auseinandersetzungen zwischen den beiden Fangruppen. Ein 20-jähriger Mann wurde dabei verletzt. (cpm/sda)

Erstellt: 18.10.2009, 23:22 Uhr

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