Schweiz
Sozialhilfe: Welche Städte wie stark belastet werden
Sozialhilfequoten 2008
Entwicklung 2008 gegenüber 2007
Die Städteinitiative Sozialpolitik präsentierte ihren zehnten Kennzahlenvergleich zur Sozialhilfe der acht Städte Zürich, Basel, Bern, Winterthur, St. Gallen, Luzern, Schaffhausen und Uster. Demnach trug die noch gute Wirtschaftslage 2008 dazu bei, dass die Zahl der Sozialhilfefälle im Durchschnitt um gut sieben Prozent sank, verglichen mit einer Abnahme von sechs Prozent im Vorjahr. Am deutlichsten war der Rückgang in Luzern mit mehr als einem Fünftel und in Uster mit knapp 17 Prozent. Deutlich weniger Sozialfälle wurden auch in Winterthur, Basel und Bern registriert, mit Abnahmen zwischen gut zehn und sechs Prozent. Nur um ein bis zwei Prozent weniger Fälle wurden hingegen in Schaffhausen und Zürich verzeichnet. Und St. Gallen wies als einzige Stadt eine Zunahme der Fälle auf, und zwar um 5,4 Prozent.
Zahlen angesichts der Krise überholt
Die Nettokosten für die Sozialhilfe sind in den acht Städten im Berichtsjahr zum zweiten Mal in Folge gesunken, und zwar im Schnitt um rund fünf Prozent. Die Nettokosten pro Fall nahmen hingegen wieder um drei Prozent zu. Und dies obwohl die Bezugsdauer der Sozialhilfe erstmals seit 2004 wieder leicht zurückging, wie es im Bericht weiter heisst.
Der Präsident der Städteinitiative Sozialpolitik, der Luzerner Sozialdirektor Ruedi Meier, machte vor den Medien aber darauf aufmerksam, dass die Entwicklung des letzten Jahres in manchen Städten bereits wieder überholt sei. Denn die Krise mache sich inzwischen bemerkbar. Angesichts der sich verschlechternden öffentlichen Finanzen werde sich die Kostenfrage zudem noch schärfer stellen. Vor diesem Hintergrund rechnet die Städteinitiative für das laufende Jahr mit einem «spürbaren» Anstieg der Sozialhilfefälle. (mbr/ap/sda)
Erstellt: 06.07.2009, 14:02 Uhr




