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Speed auf Kosten von Komfort

Im Mai entscheiden die SBB über den Kauf von neuen Doppelstockzügen: Diese sollen schneller fahren können und auslandtauglich sein. Leiden wird darunter der Komfort.

Schon lange im Einsatz: Doppelstock-Triebzüge in den Niederlanden.

Schon lange im Einsatz: Doppelstock-Triebzüge in den Niederlanden.
Bild: Bombardier

Für die SBB ist es der grösste Auftrag für neues Rollmaterial: 59 Kompositionen im Wert von rund 2,1 Milliarden Franken sollen ab Ende 2013 an die Schweiz ausgeliefert werden. Mitgeboten haben die Hersteller Bombardier, Siemens und Stadler; Ende Mai soll der Vergabeentscheid fallen.

Damit verbunden ist die Option zur Beschaffung weiterer Züge desselben Typs durch die SBB bis 2029. Die neuen Doppelstockzüge, die bis zu 200 Kilometer pro Stunde fahren sollen, werden die bisherigen IC-2000-Doppelstöcker als «SBB-Flaggschiffe» ablösen, wie die «Neue Zürcher Zeitung» schreibt.

Vom Prinzip her werden sie gleich konstruiert sein wie die alten Doppelstockwagen: Die Eingänge sollen sich in der unteren Etage, die Übergänge zwischen den Etagen im oberen Stock befinden. Neu werden die Züge jedoch von integrierten Antriebseinheiten gezogen – wie bei den Zürcher S-Bahn-Zügen der jüngsten Generation. Das soll auch das Kuppeln von mehreren Zügen untereinander erleichtern.

Schneller in die Kurve

Die Beschaffung hat jedoch ihre Tücken: Die SBB stellen die Bedingung, dass zwei der neuen Einheiten probeweise so auszurüsten sind, dass sie in Kurven schneller fahren können. Bis 2016 wollen sich die SBB laut der «Neuen Zürcher Zeitung» entscheiden, ob sich auf diese Weise die Fahrzeit zwischen Lausanne und Bern sowie zwischen Zürich und St. Gallen um bis zu 15 Minuten auf unter eine Stunde drücken lässt.

Es stellt sich die Frage, wie die Passagiere auf die sich neigenden Züge reagieren werden – nicht alle ertragen die Fliehkräfte in den Neigezügen gleich gut.

Zudem müssen die Züge auch auslandtauglich sein, sie sollen also über die Grenze nach Deutschland und Österreich fahren können. Dafür müssen die Einstiege jedoch angepasst werden, da die Bahnsteige in den Nachbarländern höher sind. Wie die NZZ schreibt, hat das bisher immer Platz in der oberen Etage gekostet. (cha)

Erstellt: 10.03.2010, 10:33 Uhr

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