Schweiz

St. Gallen macht es vor – so stoppt man Hooligans

Aktualisiert am 01.06.2010

Die Einführung der Schnellrichter im St. Galler Fussballstadion als Schweizer Premiere hat die Sicherheitslage verbessert, zieht die Polizei Bilanz. Nun geht sie noch einen Schritt weiter.

Diese Szenen sollen aus dem Schweizer Fussball verschwinden: Hooligans randallieren nach einem Match.

Diese Szenen sollen aus dem Schweizer Fussball verschwinden: Hooligans randallieren nach einem Match.
Bild: Keystone

«Die St. Galler Polizei musste in der ersten Saison in der Super League lernen, mit der AFG Arena und den Fans umzugehen», sagte der Kommandant der Stadtpolizei St. Gallen, Pius Valier. Im Verlauf der Saison sei das Sicherheitskonzept mehrmals angepasst worden.

Bei jedem fünften Spiel des Fussballclubs St. Gallen (FCSG) in der noch neuen AFG Arena hatte es Ausschreitungen gegebenen. Unter dem Strich stehen bei den zwanzig FCSG-Heimspielen in Meisterschaft und Cup 18 Verhaftungen, 27 Rayonverbote, 43 Stadionverbote, 65 Wegweisungen und 77 Strafanzeigen.

Die St. Galler Behörden hatten im Juli 2009 Schnellverfahren gegen Fussball-Hooligans eingeführt und damit Schweizer Neuland betreten. Trotz Videoüberwachung haperte es indes anfangs mit den Beweisen. Ende Oktober 2009, beim Spiel des FC St. Gallen gegen GC, wurden erstmals sieben Fans im Schnellverfahren verurteilt.

Gab es in der Vorrunde noch bei drei Spielen Auseinandersetzungen zwischen gewaltbereiten Fans und der Polizei, so blieb es in der Rückrunde bei vereinzelten Vorfällen; eigentliche Ausschreitungen gab es nur noch im März beim Gastspiel des FC Basel. Dies wird als Effekt der harten Linie und der Schnellrichter gewertet.

Hohe Geldstrafen sollen abschrecken

Mit den Schnellverfahren habe man ein klares Zeichen gesetzt, sagte Valier. Wer etwa gegen das Vermummungsverbot verstosse, müsse mit einer Geldstrafe von 800 Franken plus Verfahrenskosten von 200 Franken rechnen. «Diese hohen Geldstrafen sollen abschrecken», sagte Valier.

Zusammen mit der Staatsanwaltschaft werde die St. Galler Polizei die rechtlichen Möglichkeiten weiterhin ausschöpfen. Bei den Eingängen sollen die Kontrollen auf pyrotechnisches Material noch verstärkt werden.

Pro Heimspiel standen durchschnittlich 14'469 Zuschauer - davon 742 Gastfans - 123 Polizisten gegenüber. Der landesweite Durchschnitt liegt bei rund 100 Polizisten; Valier will diesen unterschreiten.

Mit einem Fanprojekt soll ferner die Prävention verbessert werden. «Wir hoffen dabei auf eine aktive Mitarbeit des FC St. Gallen und dem Dachverband der Fans», betonte Valier. Mehr Einfluss auf die Sicherheit verspricht sich der Stadtpolizeichef auch von neuen Richtlinien für die Heimspiel-Bewilligung und die Kostenbeteiligung. (cpm/sda)

Erstellt: 01.06.2010, 15:29 Uhr

Schweiz

Populär auf Facebook Privatsphäre


Live @ Sunset

11. bis 22. Juli - Zürich Dolder u.a. mit B.B. King, Elton John und Alanis Morissette!

Familie, Beruf und Studium

Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.

Online-Kadermarkt

ALPHA.CH: der online-Kadermarkt der Schweiz.

Online-Kadermarkt

ALPHA.CH: der online-Kadermarkt der Schweiz.