Steht Postpräsident Claude Béglé vor dem Fall?
Von Hubert Mooser. Aktualisiert am 26.08.2010
Noch bevor er sein Amt als Verwaltungsrat der Post und designierter Verwaltungsratspräsident am 1. Oktober 2008 antrat, brachte Claude Béglé den gesamten Post-Apparat gegen sich auf. Sein flamboyantes Auftreten, die ständigen Hinweise auf seine angeblich hochkarätigen internationalen Beziehungen, die Einflussnahme in operative Geschäfte, seine ambitionierten Auslandpläne sowie seine heiklen Mandate – das alles wollte nie so richtig zur Schweizer Post passen. Dem Romand konnte das alles nichts anhaben. Jetzt aber scheint er auch das Vertrauen des Schweizer Postministers verloren zu haben.
Am Wochenende liess Moritz Leuenberger gegenüber der «SonntagsZeitung» verlauten, dass sein Departement zwar gewusst habe, dass Béglé einen Job bei der indischen Firma Zoom Developers habe. Man sei jedoch über die Details nicht informiert gewesen. Die Zeitung berichtete zudem, das Uvek habe Béglé zu einer Stellungnahme wegen seines Indien-Jobs aufgefordert. Ausserdem soll die Anhörung von Postkader und Verwaltungsräten gezeigt haben, dass Béglé kein grosses Vertrauen mehr bei den Postkadern geniesst.
Bringt Moritz Leuenberger einen Neuen?
Bundesrat Leuenberger dürfte in den letzten Tagen wohl zur Überzeugung gekommen sein, dass die Attacken gegen den Postpräsidenten so schnell nicht aufhören werden. Jedenfalls deutet vieles darauf hin, dass der Bundesrat seinen Postpräsidenten fallen lässt. Hinter den Kulissen sollen bereits die Abgangsmodalitäten vorbereitet werden. Dies versichern Politbeobachter.
Bundesrat Leuenberger und andere hohe Vertreter des Bundes werden wohl versuchen, den Romand zum Rücktritt zu bewegen. So könnten alle das Gesicht wahren. Sollte sich Béglé tatsächlich zum Rücktritt aus dem Postverwaltungsrat überreden lassen, wird ihm mit grosser Wahrscheinlichkeit eine hohe Abfindung zugesprochen.
Kreise, die dem Postverwaltungsrat nahe stehen, gehen davon aus, dass dann Moritz Leuenberger in einer der nächsten Bundesratssitzungen den Antrag stellen wird, einen neuen Postpräsidenten zu wählen, und dass er auch bereits einen geeigneten Kandidaten präsentieren wird.
Benedikt Weibel und Peter Hasler in Pole Position
In Frage kommen dafür eine Reihe von Anwärtern: Gerold Bührer, Präsident von Economiesuisse, Jens Alder, der frühere Chef der Swisscom, Peter Hasler, der frühere Direktor des Arbeitgeberverbandes, SBB-Verwaltungsratspräsident Ulrich Gygi sowie Benedikt Weibel, der ehemalige Konzernchef der SBB.
Die besten Chancen haben dabei Weibel und Hasler. Beide sind mit ihren jetzigen Mandaten nicht ausgelastet. Und beide sind im Unterschied zu Claude Béglé Sympathieträger. Das grosse Fragezeichen bei all diesen Überlegungen: Damit ein Nachfolger an der Spitze der Post bestimmt werden kann, muss der bisherige Amtsinhaber seinen Rücktritt erklären. Und das hat Béglé noch nicht getan.
(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 26.08.2010, 10:34 Uhr
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Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.





