Steuerwettbewerb durch Wirtschaftskrise gebremst
Aktualisiert am 03.08.2009 1 Kommentar
Angeführt werden die Steuersenkungsbestrebungen bei 16 untersuchten Kantonen von Schaffhausen, Appenzell-Innerrhoden und Basel-Landschaft, wie das Konjunkturforschungsinstitut BAK Basel Economics AG berichtete. Es berechnet den Index alle zwei Jahre in Zusammenarbeit mit dem deutschen Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim. Die effektive Steuerbelastung der Unternehmungen ist danach von 2007 bis 2009 teilweise deutlich gesunken. Auch die Abgaben- und Steuerbelastung für hoch qualifizierte Arbeitskräfte ist rückläufig, besonders in den Kantonen St. Gallen und Luzern.
Die geringste effektive Unternehmenssteuerbelastung weist derzeit mit 10,8 Prozent Appenzell-Ausserrhoden auf, dicht gefolgt von Obwalden mit 11,1 Prozent. In Schaffhausen sank die Belastung um sechs Prozentpunkte auf 13,9 Prozent. In Basel-Landschaft führte die Änderung der Gewinnbesteuerung zu einer um 4,3 Prozentpunkte tieferen Belastung von 18,5 Prozent. Auch in Nidwalden, St. Gallen, Basel-Stadt, Schwyz und Luzern gab es laut BAK nennenswerte Steuersenkungen.
Zug, Obwalden und Schwyz vorn
Bei den Steuer- und Abgabenentlastungen für hoch qualifizierte Arbeitskräfte liegen, trotz deutlicher Entlastungen in St. Gallen und Luzern, weiterhin Zug, Obwalden und Schwyz vorn. Hier beträgt die Belastung für alleinstehende Arbeitnehmende mit verfügbaren Einkommen von 100'000 Euro 24 beziehungsweise 24,5 und 24,6 Prozent.
Beim innerkantonalen Vergleich, in dem alle Gemeinden mit mehr als 2000 Einwohnern einbezogen waren, zeigte sich eine starke Streuung. Dies betraf gemäss Mitteilung besonders den Kanton Schwyz, wo Wollerau mit einer effektiven Unternehmenssteuerbelastung von 12,4 Prozent sogar in der Spitzengruppe des Rankings liegt. Bei den Arbeitskräften bot sich ein vergleichbares Bild. In einigen Kantonen gab es zwischen teuren und günstigen Gemeinden Belastungsunterschiede von fünf Prozentpunkten, was laut BAK einer relativen Differenz von einem Fünftel entsprechen kann. Günstige Gemeinden in teuren Kantonen erreichten teilweise eine tiefere Steuerbelastung als teure Gemeinden in günstigen Kantonen. Entsprechend seien die Unterschiede innerhalb einem Kanton zum Teil grösser als zwischen Kantonen.
Die BAK hielt fest, die Steuerbelastung beruhe auf politischen Entscheiden der Vorjahre. Angesichts der schlechten Haushaltslage vieler Kantone wegen der Wirtschaftskrise wird vorerst eine Verlangsamung des Steuerwettbewerbs erwartet. Sobald die Finanzlage bessere, sei mit einer Fortsetzung des Steuerkarussells zu rechnen. (sam/ap)
Erstellt: 03.08.2009, 16:36 Uhr
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1 Kommentar
Es ist sehr leicht die Steuern zu senken, und die Mindereinnahmen mit Krediten abzudecken. Sieht eigentlich niemand die Zusammenhänge? Der Steuerwettbewerb spielt nur dann richtig, wenn weder Bund, Kantone noch Gemeinden Kredite aufnehmen dürfen, sondern sich lediglich über die Steuereinnahmen finanzieren. Antworten
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