Switch schwimmt im Geld

Aktualisiert am 15.11.2009

Die Stiftung, die vom Bakom mit der Registrierung der Internetadressen beauftragt wurde, schwimmt gemäss «Sonntag» im Geld. Und es soll noch mehr werden.

Für die Registrierung von Internet-Adressen zuständig: Stiftung Switch.

Für die Registrierung von Internet-Adressen zuständig: Stiftung Switch.

Wer in der Schweiz eine Homepage registrieren will, wird tüchtig zur Kasse gebeten. Die Stiftung Switch, vom Bundesamt für Kommunikation (Bakom) mit der Registrierung der Internet-Adressen beauftragt, schwimmt gemäss der Zeitung «Sonntag» im Geld. Sie sei mit Steuergeldern in Höhe von 90'000 Franken gegründet worden und habe ihr Eigenkapital inzwischen auf 50 Millionen Franken gesteigert. Dabei sei Switch, wie im Bericht steht, laut Stifungsurkunde «nicht kommerziell» orientiert.

Doch statt angesichts der prall gefüllten Kriegskasse die Preise zu senken, wolle die Stiftung jetzt ihr Geschäftsfeld ausweiten. Neu wolle man auch Web-Hosting anbieten, also jene Dienstleistungen, die es für das technische Funktionieren der Websites braucht. Dazu habe Switch im August eine Tochtergesellschaft namens Switchplus gegründet, die nun auch die Registrierung der Internet-Adressen übernehme. Auf der Switch-Homepage sei das Logo der Tochterfirma prominent platziert worden – und so seien die Kunden, die eine Homepage registrieren wollten, auch für das Hosting Switchplus zugeschanzt worden.

Missbrauch der Monopolstellung

Das sorge gemäss «Sonntag» bei privaten Anbietern für Wirbel. «Was Switch macht, ist eine Sauerei. Sie missbraucht ihrer Monopolstellung», sagte Sandro Bertschinger, Geschäftsführer von Hostpoint, der grössten Hosting-Firma der Schweiz, gegenüber «Sonntag» Bertschinger habe zusammen mit weiteren neun Firmen Anzeige bei der Wettbewerbskommission in Bern eingereicht und klagte beim Zürcher Handelsgericht wegen Verstössen gegen das Kartellrecht. Am 25. September habe der Einzelrichter eine superprovisorische Verfügung erlassen: Und Switch habe das Logo der Tochterfirma wieder entfernen müssen.

«Wir halten die superprovisorische Verfügung für ungerechtfertigt und erwarten, dass die verfügten Beschränkungen in Kürze aufgehoben werden», erklärte Marco D’Alessandro, Sprecher bei Switch, gegenüber der Zeitung. «Im Übrigen wollen wir das laufende Verfahren nicht kommentieren.»

(etr)

Erstellt: 15.11.2009, 13:09 Uhr

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