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Tausende Bauern üben den Aufstand

Ihre Einkommenseinbussen bezeichnen sie als untragbar, die Grenze der Belastbarkeit sei erreicht: Mehrere tausend Bäuerinnen und Bauern haben am Samstag im luzernischen Sempach demonstriert.

«Bauernaufstand»: Landwirte in Sempach.

«Bauernaufstand»: Landwirte in Sempach.
Bild: Keystone

Viele kamen mit Transparenten: Junge und alte Demonstranten.

Viele kamen mit Transparenten: Junge und alte Demonstranten.

Lautstark und einstimmig forderten die Referenten den Abbruch der Verhandlungen mit der EU über ein Agrarfreihandelsabkommen, eine verbindliche Mengensteuerung und: «Endlich einen fairen Milchpreis.»

Die Aufhebung der Milchkontingentierung habe gezeigt, dass wegen unterschiedlichen Strukturen zwischen den Produzenten und den wenigen Verarbeitern der Markt versage, sagte Peter Gfeller, Präsident der Schweizer Milchproduzenten (SMP), in seiner Rede.

Martin Haab, Co-Präsident der Bäuerlichen Interessengruppe für Marktkampf (Big-M), betonte, dass den Bauern ein Insturment fehle, die Milchproduktion dem tatsächlichen Absatz anzupassen. Er rügte die entsprechenden Bundesstellen, die genau wüssten, dass mit einem Milchpreis von 60 Rappen kein einziger Bauer seine Kosten decken könne.

Wie bereits Gfeller forderte auch Haab ein verbindliches Mengenmanagement. Er sah nur einen einzigen Weg, aus dieser «desolaten Situation» zu kommen: «Wir müssen das Heft in die eigene Hand nehmen.» Die Bauern müssten das Angebot der Nachfrage anpassen können. Überproduktion sei teuer und vernichte Existenzen - nicht nur in der Schweiz.

Brunner beschuldigt Leuthard

Bundesrätin Doris Leuthard sei es, die eine penetrante Billigpreisstrategie verfolge, sagte SVP-Präsident Toni Brunner. Sie führe eine verantwortungslose Politik gegenüber den Bauern aber auch gegenüber der gesamten Bevölkerung.

Nun sei höchste Zeit aufzustehen, sagte Brunner. Der Bauenaufstand Sempach sei für ihn aber kein Zeichen der Resignation, sondern vielmehr ein Zeichen des Aufbruchs. Und wenn Bern nach dieser Manifestation auf Stur machen werde, dann müssten die Bauern halt weiter Lärm machen, um das Böse zu vertreiben.

Organisiert wurde die Bauerndemonstration von BIG-M, dem Bäuerlichen Zentrum Schweiz (BZS) und der SVP Schweiz. Die Veranstalter schätzten, dass sich in Sempach gegen 10'000 Bauern versammelten. (sam/ap)

Erstellt: 29.08.2009, 15:27 Uhr

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