Tibet-Aktivisten sind wieder auf freiem Fuss

Aktualisiert am 27.01.2009 103 Kommentare

Die Berner Kantonspolizei hat am Rande des Besuchs des chinesischen Premierministers Wen Jiabao 21 Personen vorübergehend festgenommen.

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Vom Sichtschutz gedeckt passiert der chinesische Ministerpräsident die Demonstranten.
Bild: ase/asu

   

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Im Zusammenhang mit dem Besuch des chinesischen Premiers Wen Jiabao in Bern hat Polizei am Dienstag mehr als 20 Tibet-Aktivisten festgenommen. Kurz nach 18 Uhr waren laut der Polizei alle wieder auf freiem Fuss. In Polizeigewahrsam genommen wurden 21 Personen wegen Ungehorsams gegen amtliche Verfügungen, wie die Kantonspolizei Bern am Dienstagabend mitteilte. Trotz mehrmaliger Aufforderung hätten die 21 Personen die Abschrankungen am Rand des Bundesplatzes nicht verlassen, heisst es. Vorgegangen sei die Polizei wegen des hohen Gefährdungsgrads des ausländischen Gasts. Die Demonstranten müssen nun mit einer Anzeige rechnen. Ausschreitungen blieben aus.

Die Kantonspolizei hatte ab 13 Uhr die Umgebung des Bundeshauses weiträumig abgesperrt. Sie war mit einem grossen Aufgebot präsent. Auch Polizistinnen und Polizisten aus anderen Kantonen standen im Einsatz, wie ein Sprecher der Kapo Bern auf Anfrage sagte. Nach der Festnahme der 21 Personen blieb für einige Zeit noch eine Handvoll Tibet-Aktivisten auf dem Bundesplatz. Sie wurden von der Polizei eingekesselt. Später formierte diese mit Mannschaftswagen einen Sichtschutz gegen das Bundeshaus hin. Später löste sich auch diese Gruppe von Aktivisten auf.

Tagesanzeiger.ch/Newsnet war vor Ort.

16.30 Uhr: Der chinesische Ministerpräsident Wen Jiabao ist mit einem von der Polizei geleiteten Konvoi fast unbemerkt (Sichtschutz) vor dem Bundeshaus durchgefahren und zu seiner Audienz im Bernerhof eingetroffen. Den Abschluss des Konvois bildete ein Krankenwagen.

16.20 Uhr: Die Polizei fährt mit Autos vor den Demonstranten auf. Sie bauen einen sogenannten Sichtschutz. Damit soll verhindert werden, dass das Staatsoberhaupt aus China die Demonstrierenden sichtet. Einzelne Zuschauer machen Witze: «Ist das jetzt der faschistische Schutzwall» oder «Die Mauer muss nieder.» Die meisten aber bringen dem Sichtschutz wenig Verständnis entgegen.

16 Uhr: Trotz Verbot durch die Polizei skandieren weitere Tibeter (rund 10 Frauen mit Kindern) aus vollem Hals für ihr Land. Die Sicherheitskräfte lassen sie gewähren. Allerdings sind sie von rund 20 Beamten umzingelt.

15.45 Uhr: Die Lage hat sich wieder etwas beruhigt. Allerdings haben sich viel mehr Schaulustige bei den Abschrankungen aufgestellt.

15.20 Uhr: Noten Lamling wurde soeben von der Polizei abgeführt. Mit ihm weitere sieben bis acht Personen.

14.30 Uhr: Die Polizei hat ihr Aufgebot verstärkt. Es wird mit der Gruppe von pro-Tibet Demonstranten an der Abschränkung verhandelt. Zuvor war ihnen ein Ulitmatum gestellt worden, den Bundesplatz bis 14.30 Uhr zu verlassen. Unter der Gruppe von etwa 30 Demonstranten befinden sich auch Familien mit Kindern. Es finden sich immer mehr Schaulustige ein.

14 Uhr: Die Lage ist immer noch ruhig. Gespannt harren Polizei, Presse und einige Schaulustige der Dinge, die da kommen. Einzelne Gruppen von Beamte in Kampfmontur patrouillieren über den Bundesplatz.

13.30 Uhr: Dutzende Beamte sind auf dem Platz in Bereitschaft. Die Stimmung ist ruhig. Der Platz leer. Einzelne «Gaffer» wundern sich über das grosse Sicherheitsaufgebot.

13 Uhr: Langsam fahren Polizei und Militärautos auf. Sie sind vollbesetzt mit Sicherheitsbeamten. Vereinzelt sind auch Tibeter auszumachen, die am Rande des Platzes zusammen schwatzen. Der in Kehrsatz lebende tibetische Musiker Loten Namling, ein langjähriger Free-Tibet-Kämpfer, ist mitten unter ihnen und trägt eine Tibet-Fahne.

Die Besucher scheinen Verspätung zu haben. Eigentlich wollte die Polizei bereits um 13 Uhr den Bundesplatz abgesperrt haben. (ase/sda/ap)

Erstellt: 27.01.2009, 18:38 Uhr

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103 Kommentare

Marco Marelli

27.01.2009, 22:14 Uhr
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Vor kurzem hat das Parlament in Tibet festgelegt, Tag der Sklavenbefreiung in Tibet als ein offizieller Feiertag in China einzuführen. Das bringt wahrscheinlich die Exil-tibetische Gemeinde in der Schweiz dazu, amok zu laufen, denn die Exil-Tibeter sind zu grossem Teil Profiteur der Sklavengesellschaft in Tibet vor der Revolution. Antworten


Bruno Gualtieri

27.01.2009, 15:41 Uhr
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Hier sieht man, was dem Bundesrat wichtig ist. Die Meinungs- und Demonstrationsfreiheit wird Wirtschaftinteressen geopfert. Antworten



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