Schweiz

Trotz Verbot im Wallis: Freysinger tritt mit Islamfeind Wilders auf

Von Vincenzo Capodici. Aktualisiert am 03.06.2011 288 Kommentare

Der niederländische Rechtspopulist Geert Wilders ist im Wallis nicht willkommen. Der Walliser SVP-Nationalrat Oskar Freysinger ist verärgert – und er hält am Plan fest, Wilders in die Schweiz zu holen.

Medienkonferenz im «Namen der Meinungsäusserungsfreiheit»: Oskar Freysinger und Geert Wilders.

Medienkonferenz im «Namen der Meinungsäusserungsfreiheit»: Oskar Freysinger und Geert Wilders.
Bild: Keystone

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«Islam-Hetzer» Geert Wilders

«Islam-Hetzer» Geert Wilders
Der niederländische Rechtspopulist steht vor Gericht.

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Der Walliser SVP-Nationalrat Oskar Freysinger lässt sich nicht so schnell von seinen Ideen abringen. Nachdem er die geplante Islam-Konferenz wegen des Widerstands der Gemeinde Savièse (VS) absagen musste, hatte Freysinger rasch eine Alternative für den Auftritt des umstrittenen holländischen Politikers Geert Wilders. Die aus Gründen der öffentlichen Sicherheit abgesagte Veranstaltung sollte nun in Sion stattfinden. Aber auch im Walliser Hauptort ist Wilders nicht willkommen. «Ich dachte, dass die Schweiz ein freies Land ist», ärgerte sich Freysinger, der inzwischen eine neue Idee hat. Freysinger will am nächsten Donnerstag mit Wilders eine Medienkonferenz veranstalten. Freysinger bestätigte auf Anfrage einen entsprechenden Bericht der «Tribune de Genève».

Wilders, Chef der populistischen Partei für die Freiheit (PVV), hat in den letzten Jahren immer wieder öffentlich gegen den Islam als «faschistische Ideologie» gewettert und dessen Propheten als «Mörder und Pädophilen» bezeichnet. Zudem verglich er den Koran mit Adolf Hitlers «Mein Kampf».

Befürchtungen bei SVP-Sektionen in der Romandie

Dies sei kein Grund, dem Politiker aus den Niederlanden das Sprechen zu verbieten, sagt Freysinger. Deshalb werde er eine Medienkonferenz im «Namen der Meinungsäusserungsfreiheit» organisieren. Den Ort und die Zeit der Veranstaltung mit Wilders wird Freysinger am Sonntagnachmittag bekannt geben, wie er Tagesanzeiger.ch/Newsnet sagte. Laut Freysinger wird Wilders in Begleitung von Leibwächtern kommen. Der niederländische Islamkritiker wird rund um die Uhr bewacht.

Dass Freysinger Kontakte mit europäischen Parteien und Bewegungen pflegt, die als rechtsextrem oder -populistisch eingestuft werden, löst bei einigen SVP-Sektionen in der Romandie Irritationen und Befürchtungen aus. Es bestehe die Gefahr, dass die SVP ein schlechtes Image erhalte, zitiert die «Tribune de Genève» ein Westschweizer SVP-Mitglied, das nicht namentlich genannt werden will. «Das sind nur ein paar Leute», sagt Freysinger im Gespräch mit Tagesanzeiger.ch/Newsnet.

Yvan Perrin, Nationalrat und Vizepräsident der SVP Schweiz, sagt laut dem Medienbericht, dass einige Sektionen in der Romandie manchmal beunruhigt seien, weil Freysinger eine SVP repräsentiere, die im Wallis einen härteren Kurs fahre. Perrin sagt aber auch, dass er kein Problem darin sehe, wenn Freysinger umstrittene Politiker wie den Holländer Wilders einlade. Es gebe keinen Grund, weshalb Wilders sich in der Schweiz nicht äussern solle, solange es bei seinen Reden zu keinen Entgleisungen komme.

SVP-Nationalrat Fehr: Persönlicher Entscheid von Freysinger

Bei der SVP bemüht man sich, die Treffen von Freysinger mit europäischen Rechtspolitikern als persönliche Aktionen darzustellen. Dass Wilders in der Schweiz an einer gemeinsamen Medienkonferenz auftreten werde, sei der persönliche Entscheid von Freysinger, sagt der Zürcher SVP-Nationalrat Hans Fehr im Gespräch mit Tagesanzeiger.ch/Newsnet. «Und das ist auch kein Problem.» Politiker wie Wilders oder auch Marine Le Pen, Chefin des Front National in Frankreich, seien keine Kriminellen. Diese Leute seien in demokratischen Wahlen vom Volk gewählt worden. Wie Fehr weiter erklärt, sind diese Aktionen von Freysinger kein Diskussionsthema in der SVP. Freysinger würde sich ohnehin nicht von seinen Aktionen abbringen lassen. «Ich lasse mir von niemandem etwas vorschreiben», sagt der streitbare SVP-Nationalrat.

Rede beim Gründungsparteitag der Freiheits-Partei

Mit seinem Auftritt beim arabischen TV-Sender al-Jazeera anlässlich der Debatte um die Minarettinitiative in der Schweiz ist Freysinger bei Europas Rechten aufgefallen. Seither ist der SVP-Nationalrat aus dem Wallis ein gern gesehener Gast bei Veranstaltungen von ausländischen Parteien, die kritisch oder gar feindlich gegenüber der EU und dem Islam eingestellt sind. Morgen Samstag wird Freysinger in München erwartet, wo er am Gründungsparteitag der bayerischen Sektion der Freiheits-Partei als Gastredner auftreten wird. Gemäss der Webseite der neuen Bürgerrechtspartei wird Freysinger über «die Gefahren der Islamisierung und die Vorzüge der direkten Demokratie» sprechen.

Die Freiheits-Partei, die laut Freysinger ein ähnliches Gedankengut wie die SVP vertritt, schaut optimistisch in die Zukunft: «Die Vernetzung der islamkritischen Parteien in Europa schreitet voran.» Als Beleg für diese Entwicklung nennt sie die Einladung von Freysinger an Wilders und den Aufritt von Freysinger am Gründungsparteitag der Freiheits-Partei in München. In den nächsten Tagen reist Freysinger auch nach Paris, wo er unter anderem an einer islamkritischen Veranstaltung teilnehmen wird. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 03.06.2011, 14:22 Uhr

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288 Kommentare

Vreni Müller

03.06.2011, 15:48 Uhr
Melden 123 Empfehlung

Komisch, komisch ... Die Meinungsfreiheit gilt also nur für den Islam ... jeder der dagegen ist, wird "entfernt".
Schon bald wird Weihnachten auch entfernt. Gute Nacht Schweiz, Danke SP/Grüne!
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Hans Berger

03.06.2011, 14:54 Uhr
Melden 103 Empfehlung

Die Islamer sind eine Bedrohung, das ist klar.
Was für sexuelle Neigungen der Prophet hatte, weiss ich nicht, und interessiert mich nicht.
Dass er eine Kriegsgurgel war, ist klar.
Ein Stalinist und Marxist hat in der Schweiz halt eben immer noch mehr Zuspruch als ein Rechter, ein SVP-ler oder Islamkritiker.
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