Tschäppät entschuldigt sich für Blocher-Lied
Von Christian Liechti. Aktualisiert am 03.03.2010 48 Kommentare
Pressebild von Mani Porno.
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Darf ein Stadtpräsident auf eine Bühne stehen und bei einem Lied mitsingen, das einen Politiker verunglimpft?
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Berns Stadtpräsident Alexander Tschäppät hat nach dem Heimsieg von YB gegen Zürich mächtig auf den Putz gehauen. Im Berner Restaurant Luna Llena stieg nach dem Spiel die Party. Die Stimmung nach dem wichtigen Erfolg im Meisterrennen war am Kochen, der Alkohol floss in Strömen.
Die Mundart-Trash-Band Mani Porno heizte den rund 100 Anwesenden zusätzlich ein. Wie mehrere Augenzeugen berichten, wurde Stadtpräsident Tschäppät im Verlauf des Konzerts auf die Bühne gerufen. Zusammen mit den Musikern stimmte er zur Belustigung des Publikums in den Gesang mit ein.
Der Stadtpräsident am Mikrofon
Damit man Tschäppät auch gut hören konnte, hielt ihm der Mani-Porno-Sänger das Mikrofon hin. Mani Porno stimmten ihren Polit-Song mit der Zeile «Sämi Schmid motherfucker» an und Stadtpräsident Tschäppät sang mit. Den Refrain schmückte er schliesslich mit dem Namen von SVP-Aushängeschild Christoph Blocher aus. Und dies gleich mehrmals, wie mehrere unabhängige Quellen bestätigen.
Das Publikum honorierte den Auftritt des Berner Polit-Promis mit Sprech-Chören: «Allez, allez, üse Stapi isch okay!». Von der Euphorie des Publikums angestachelt, setzte der volksnahe Stapi noch einen drauf: Für den Fall einer YB-Meisterfeier versprach er ein Konzert von Mani Porno auf der Terrasse des Bundeshauses.
«Bin erschrocken»
Er sei ob des politisch unkorrekten Verhaltens des Stadtpräsidenten erschrocken, sagte ein Zuschauer gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnet. «Der Auftritt war einfach daneben», so der 34-Jährige. Der Vorfall wird inzwischen schon in Weblogs thematisiert.
«Ja, ich habe mit der Band auf der Bühne mitgesungen», gibt Alexander Tschäppät zu. «Ich liess mich von der Jubelstimmung nach dem YB-Sieg anstecken.» Die Bar sei voller YB-Fans gewesen, es sei geblödelt worden und viele Lieder wurden angestimmt. «Dabei wurde auch ich von den Leuten hochgenommen.»
Gegen die SVP gerichtet
«Das angesprochene Lied war gegen die SVP gerichtet. Die Band hat den Text vorgegeben. Ich habe teilweise mitgesungen.»
Heute, als Tagesanzeiger.ch/Newsnet den Vorfall mit dem singenden Stadtpräsidenten publik gemacht hatte, entschuldigt sich Alexander Tschäppät: «Falls sich jemand angegriffen fühlt, dann tut mir das leid. Es war unsensibel von mir, dass ich mich auf die Bühne bitten liess.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 03.03.2010, 14:31 Uhr






