Schweiz
Tuena widerspricht den Vorwürfen
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Mauro Tuena hat den Vorwürfen widersprochen, die die «Sonntagszeitung» gegen ihn erhoben hat. Die Zeitung wirft dem SVP Fraktionspräsidenten im Gemeinderat in ihrer neusten Ausgabe vor, ein Verwaltungsratsmandat zu verheimlichen und dieses unter den Interessenbindungen nicht wie vorgeschrieben zu deklarieren. Auf seinem Profil auf der Homepage des Gemeinderates sei das Mandat aber aufgeführt, berichtet der Lokalsender Radio 24. Auch habe sich Tuena erstaunt gezeigt über die Angriffe auf seine Person.
Auch gegenüber der Partei und der Öffentlichkeit soll Tuena laut «Sonntagszeitung» das Mandat verschwiegen haben. Ein Lebenslauf, den Mauro Tuena im Zusammenhang mit seiner letzten Stadtratskandidatur an die Medien und die Partei verschickt hatte und das auch Tagesanzeiger.ch/Newsnet vorliegt, entkräftet auch diese Behauptung. Darin ist das Verwaltungsratsmandat bei der FAM – FinAsset Management AG, wie die Firma damals hiess, ebenfalls aufgeführt.
Gegenüber der «Sonntagszeitung» hatte Tuena gesagt, es handle sich bei seinem Engagement um «eine Nebentätigkeit, die nichts mit der Politik zu tun hat». Das sei «nicht von öffentlichem Interesse».
Heikle Finanzgeschäfte
Die «Sonntagszeitung» hatte berichtet, Tuena sei Alleininhaber einer Finanzfirma, die Anlegern hochriskante Geschäfte zu überrissenen Gebühren anbietet. Dass er Alleininhaber sei, stimme nicht, sagt Tuena gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnet. «Das könnte ich mir gar nicht leisten.» Die FAM, die erst kürzlich in Gut Gross & Partner AG (GGP) umbenannt wurde, gehöre «Freunden», so Tuena weiter.
Er bestätigt, einziger Verwaltungsrat zu sein – die Geschäftsleitung, die er laut dem Bericht seit 2008 inne hatte, habe er vor Kurzem abgegeben. Nähere Angaben zur Firma wollte Tuena nicht machen. Die Zahl der Angestellten gibt er mit «eine Hand voll» an. Die Firma befinde sich noch im Aufbau.
Optionen und Futures
Bleibt der Vorwurf der hochriskanten Geschäfte zu überrissenen Gebühren. Die «Sonntagszeitung» berichtet von einem Beispiel, wo die GGP eine Kommission von 9 Prozent plus einen Fixbetrag verrechnete. Branchenüblich seien höchstens 5 Prozent der Anlagesumme, weit verbreitet sind sogar lediglich 2 Prozent. «Ja, unsere Gebühren sind hoch», räumt Tuena gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnet ein. Dafür werde der Kunde bei ihm auch «intensiv betreut».
Die GGP mit Sitz in Kloten vermittelt laut dem «Sonntagszeitungs»-Bericht vor allem Optionen und Futures von Brokern in New York und London. Jede Transaktion koste noch einmal 75 Dollar, wobei etwa der Kauf von zehn Optionen als zehn Einzeltransaktionen gelte und Tuenas Kunden somit 750 Dollar an Gebühren koste.
«Das kann sein»
Bei den vermittelten Hochrisiko-Anlagen besteht im Verlustfall teilweise eine Nachschusspflicht. Eine misslungene Spekulation kann daher schnell einen Verlust einfahren, der das ursprüngliche Investment übertrifft. Tuena selbst schreibe auf der GGP-Website, man solle nur Geld investieren, dessen Verlust man ohne Probleme tragen könne.
Dennoch riet die GGP einem Anleger mit nur leicht höherem Vermögen zu einem Investment von 200'000 Franken, wie die «Sonntagszeitung» unter Berufung auf ihr vorliegende Akten schreibt. «Es kann sein, dass der Kunde das der Zeitung so gesagt hat», kommentiert Tuena am Telefon mit Tagesanzeiger.ch/Newsnet knapp.
Parteigefährten erstaunt
Auf der Website der GGP findet sich kein Hinweis darauf, wer hinter der Firma steckt. Auch auf seiner persönlichen Website verschweigt Tuena seine Aktivitäten im Finanzbereich. Dass der SVP-Mann seit 2001 im Verwaltungsrat der Vorgängerfirma und seit 2008 Alleininhaber, Geschäftsführer und einziger Verwaltungsrat sei, erfährt laut «Sonntagszeitung» nur, «wer sich in die Tiefen des Handelsregisters hineinwühlt».
Was ob der sensiblen Branche und der führenden Stellung Tuenas in der GGP erstaunt: Selbst Parteigefährten wussten nicht, womit Tuena seine Brötchen verdient: «Ich hatte keine Ahnung, dass er im Finanzgeschäft aktiv ist», erklärt SVP-Nationalrätin Natalie Rickli.
Und auch Claudio Zanetti, langjähriger Sekretär der SVP-Kantonalpartei, weiss von nichts: «Tuena hat vor vielen Jahren ein bisschen ‹gebörselet› wie so viele», aber dass er professionell als Finanzdienstleister tätig sei, könne nicht sein: «Das müsste ich wissen.» Tuena entgegnet darauf, der Journalist habe «auch genau bei jenen SVP-Mitgliedern nachgefragt, die im Alltag nicht wahnsinnig viel mit mir zu tun haben». (ami)
Erstellt: 05.02.2012, 13:26 Uhr
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