Türkei will der Schweiz aus dem Minarett-Dilemma helfen
Hilfe für die Schweiz: Ahmet Davutoglu, Aussenminister der Türkei.
Das Minarettverbot in der Schweiz beschäftigt weiterhin Politiker, Religionswissenschaftler und Medien in ganz Europa. Bei der diesjährigen Tagung der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa, (OSZE)in Athen hat sich nun auch der der türkische Aussenminister Ahmet Davutoglu zum Minarettverbot geäussert. Beim Gespräch mit der Schweizer Amtskollegin Micheline Calmy-Rey habe er auf die Nachwirkungen der Abstimmung hingewiesen, meldet das Islam-Portal.
Davutoglu habe zudem die Befürchtung der Türkei vor einer ausartenden Islamfeindlichkeit in der Schweiz geäussert und Helvetien Hilfe angeboten, um aus diesem Dilemma herauszukommen. Es sei bedauerlich, dass dieses Thema zu einem Volksentscheid geführt habe, welcher im Widerspruch mit den europäischen Werten stehe. Von den politischen Führern Europas erwartet Davutoglu, dass sie eine klare Haltung gegenüber der Religionsfreiheit zeigten. Wie die Türkei der Schweiz aus dem Minarette-Dilemma helfen will, verrät sie aber nicht.
Schikanen gegen nicht muslimische Religionsgemeinschaften
Brisant sind die Aussagen Davutoglus darum, weil es in einem Bericht der EU-Kommission über den Umgang der Türkei mit religiösen Minderheiten heisst, es gebe hier zwar leichte Fortschritte. Nicht muslimische Religionsgemeinschaften erlebten aber weiterhin häufig Benachteiligung und Schikanen bei ihren Gotteshäusern.
Es gebe Gerichtsverfahren zu protestantischen Kirchen, Gebetsstätten der Zeugen Jehovas und Versammlungshäusern der Aleviten. Daneben dauerten Übergriffe gegen Minderheiten an. Im September 2008 wurden zudem in der türkischen Provinz Artvin 22 Christen aus ihrer Kirche heraus festgenommen und abgeführt - weil Anwohner und Sicherheitskräfte sie der «missionarischen Aktivitäten» verdächtigten.
(hm)
Erstellt: 04.12.2009, 17:08 Uhr






