Schweiz

UBS-Fiasko: «Die Schweiz ist erpressbar geworden»

Aktualisiert am 13.03.2009 60 Kommentare

Bankwirtschaftsprofessor Beat Bernet sagt in einem Interview mit der «SonntagsZeitung», dass die EU gleiches Recht wie die Amerikaner verlangen werde – und die Schweiz könne dem kaum entgegenhalten.

«Der Finanzplatz Schweiz beruht auf viel mehr als einfach einem Bankgeheimnis»: Bankwirtschaftsprofessor Beat Bernet.

«Der Finanzplatz Schweiz beruht auf viel mehr als einfach einem Bankgeheimnis»: Bankwirtschaftsprofessor Beat Bernet.

Die Schweiz habe es versäumt, rechtzeitig eine Strategie zur Positionierung des Finanzplatzes in einem «fundamental veränderten politischen Umfeld anzupassen. «Einmal mehr werden wir überrascht und sind am Reagieren».

Die Forderungen der EU liegen laut Bernet zwar auf dem Tisch. Unter allen Umständen zu verhindern sei jedoch die Ausforschung von Kunden ohne begründeten Tatverdacht, so genannte «Fishing Expeditions». Die jüngsten Angriffe der USA auf die UBS zielten aber genau in diese Richtung. «Da brauchen wir rasch eine glaubhafte Gegenstrategie», sagt Bernet.

Bankgeheimnis muss neu definiert werden

Das Bankgeheimnis werde zwar neu definiert und interpretiert werden müssen. Doch der Schutz der finanziellen Privatsphäre sei ein wichtiges Element der Schweizer Finanzkultur und ein Grundrecht jedes Bürgers, das erhalten werden müsse.

«Der Finanzplatz Schweiz beruht auf viel mehr als einfach einem Bankgeheimnis», sagt Bernet weiter. Das Land habe auch Stärken zu bieten, die kein anderer Finanzplatz habe: Stabilität, eine starke Währung, Professionalität und eine «global immer noch sehr gute Reputation bei Kunden». (mbr/sda)

Erstellt: 13.03.2009, 16:01 Uhr

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60 Kommentare

Paul Linder

22.02.2009, 13:12 Uhr
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Mehr als 90% aller Länder brauchen kein Bankgeheimnis und existieren trotzdem. Die Verfechter dieses grässlichen Geheimnisses gebärden sich wie Don Corleones und Krämerseelen, mit 100 Ausreden, um sich um die gesellschaftliche Verantwortung zu drücken und ihre Gewinnmaximierungen ins Uferlose zu steigern, auf Kosten des Mittelstandes und der Benachteiligten der Gesellschaft. Antworten


Heinz Schärer

22.02.2009, 13:13 Uhr
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Wenn der Bundesrat vor der Zusicherung und Ueberweisung der Finanzhilfe an die UBS, entsprechende Auflagen und Bedingungen in Sachen Geschäftsführung/Boni/Bankgeheimnis usw. gemacht hätte (was normalerweise eher üblich ist), wäre dieser "Schlammassel" nicht entstanden. Unter der Federführung von (alt) Bundesrat Blocher wären solche "kapitale Fehler" nicht passiert. Dito der "Einsitz im VR" der UBS Antworten



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