US-Botschafter will Obama in die Schweiz bringen

Der Auftritt von Bill Clinton am WEF in Davos im Jahr 2000 war legendär. Präsident Obama wird zwar nicht ans WEF kommen, jedoch will ihn US-Botschafter Beyer zu einem späteren Zeitpunkt in die Schweiz holen.

Dürfen wir ihm in den nächsten Jahren einmal zujubeln? Derzeit hat Obama die Schweiz noch nicht auf dem Terminplan.

Dürfen wir ihm in den nächsten Jahren einmal zujubeln? Derzeit hat Obama die Schweiz noch nicht auf dem Terminplan.
Bild: Keystone

«Es ist möglich, dass vier bis fünf Minister und allenfalls Vizepräsident Joe Biden nach Davos kommen», sagt Donald S. Beyer in einem Interview mit der «Südostschweiz». Das WEF sei für beide sehr wichtig. Die US-Unternehmen kämen jedes Jahr nach Davos, weil es für sie eine sehr wichtige Investition in Beziehungen sei, so der Botschafter weiter. Das WEF sei eine aussergewöhnliche Gelegenheit, informelle Kontakte und Diskussionen mit politisch Verantwortlichen aus aller Welt zu führen und dies in einem komplett anderen Umfeld als zum Beispiel bei den Vereinten Nationen in New York.

Auf die Frage, ob Barack Obama 2010 ans WEF nach Davos komme, meinte Beyer: «Für das kommende WEF ist das eher unwahrscheinlich, aber ich gebe mir Mühe, dass er in den kommenden Jahren einmal die Schweiz besuchen wird. Doch wenn Aussenministerin Hillary Clinton in Davos die Möglichkeit hat, andere Staatsoberhäupter zu treffen und Fortschritte in internationalen Fragen zu erzielen, wäre das für uns ein grossartiges Ergebnis.»

Kein Image-Schaden wegen UBS

Für Aufsehen sorgte der damalige US-Präsident Bill Clinton im Jahr 2000 mit seinem Besuch in der Schweiz. Die Heimreise von Davos nach Kloten trat er überraschend mit dem Auto an. Und als er in der Raststätte «Glarnerland» Halt machte, liess er es sich nicht nehmen, selber am Tresen Pizza zu bestellen.

Beyer glaubt nicht, dass die Beziehungen zwischen Washington und Bern im Zuge der UBS-Affäre um Steuerhinterziehung gelitten haben. «Das scheint mir eine völlige Fehleinschätzung zu sein. Ich glaube, dass dieser Fall wegen der Wichtigkeit der UBS für die Schweizer Wirtschaft in Ihrem Land viel mehr Beachtung fand als in den USA», so der Botschafter. Die grosse Mehrheit der Amerikaner habe deswegen kein schlechtes Bild der Schweiz. Für die Administration Obama sie vor allem im Vordergrund gestanden, dass Amerikaner Recht gebrochen hätten, um keine Steuern zahlen zu müssen. Dazu hätten sie ein Finanzinstitut im Ausland benutzt.

Gesundheitssystem als Vorbild?

In der Debatte um eine Gesundheitsreform schielen die Amerikaner auch auf die Schweiz: «Ich kann mir durchaus vorstellen, dass wir zu einer Lösung kommen, die der schweizerischen sehr nah sein wird. Im Mittelpunkt der Debatte steht im Moment ja die Frage, ob es eine staatliche Krankenkasse geben wird oder nicht. Wenn es keine staatliche Kasse geben wird, dann wird das System jenem der Schweiz sicher gleichen», so Beyer. (cpm)

Erstellt: 27.10.2009, 10:08 Uhr

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