Schweiz

Um Mitternacht erreicht die Aschewolke die Schweiz

Aktualisiert am 16.04.2010

Die Vulkanpartikel, die den Flugverkehr in halb Europa lahmlegen, ziehen voraussichtlich über die Benelux-Staaten in den Jura. Ein Meteorologe sagt, wie das zu spüren ist.

1/49 Es wird wieder geflogen: Swiss-Flieger am Flughafen Zürich.
Keystone

   

Flugverkehr lahmgelegt

Laut einer Sprecherin des Flughafens Zürich sind bis zum Freitagmittag insgesamt 203 Flüge von und nach Zürich gestrichen worden. «Wir gehen davon aus, dass sich die Zahl im Laufe des Tages weiter erhöhen wird», sagte sie.

Die Flughäfen in Nord- und Mitteldeutschland, Nord-Frankreich, Grossbritannien, den Benelux-Ländern, in Skandinavien, dem Baltikum und Polen sind weiterhin geschlossen.

Die massiven Störungen werden laut der europäischen Flugsicherung Eurocontrol noch mindestens einen Tag dauern. Norwegen hat den Flugbetrieb im Norden des Landes teilweise wieder aufgenommen. Auch Schweden will seinen Luftraum am Freitag nach und nach wieder öffnen.

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Die Asche des isländischen Vulkans könnte die Schweiz in der Nacht auf Samstag erreichen. Nach Modellrechnungen von Meteo Schweiz zieht die riesige Wolke über die Benelux-Staaten und Mitteldeutschland und erreicht gegen Mitternacht den Jura.

Man werde das in der Schweiz vor allem daran sehen, dass sich die Sonne heute Abend als feuerroter Ball am Himmel zeigen werde, sagte Felix Schacher, Dienst-Meteorologe bei Meteo Schweiz, gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnet. Dies sei bei einer hohen Staubkonzentration in der Luft eine normale Erscheinung.

Leicht brennende Atemwege

Gesundheitlich dürften die Vulkanpartikel in der Luft kaum Auswirkungen haben, so Schacher. «Die aktuellen Messungen aus Grossbritannien zeigen, dass die Wolke kaum giftige Stoffe enthält.» Die Konzentration an Radioaktivität in den Gesteinsteilchen sei geringer als an einem normalen Tag in den Alpen. Trotzdem könnten manche Menschen den Staub spüren: «Wir gehen davon aus, dass sich das ähnlich auswirkt wie eine hohe Feinstaubkonzentration im Sommer.» Das bedeutet beissende oder gerötete Augen sowie leicht brennende Atemwege.

Auch um Gartenmöbel oder Autos muss man sich laut Schacher keine Sorgen machen. Bis sie in der Schweiz ankomme, habe die Wolke schon viele Kilometer hinter sich gebracht – in der Luft befänden sich nur noch die leichtesten und feinsten Partikel. Diese vermögen keine Oberflächen zu zerkratzen. «Allerdings ist es möglich, dass sich der Staub ablegt und die Oberflächen leicht klebrig werden.»

Meteorologen in Nordeuropa haben inzwischen festgestellt, dass nur der erste Ausstoss des Vulkans sich südlich über Europa bewegt. Die restlichen Wolken ziehen voraussichtlich von Island her nach Norden ab. Darum rechnen die Flugsicherheitsbehörden nach bisherigen Erkenntnissen damit, dass die meisten Flughäfen am Samstag wieder öffnen können.

(oku/sda)

Erstellt: 16.04.2010, 11:24 Uhr

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