Umfrage: Kein Schutz für Steuerhinterzieher – auch im Inland
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Schweizerinnen und Schweizer stehen grundsätzlich zum Bankgeheimnis. Im Kampf gegen Steuerbetrüger und Steuerhinterzieher sind sie aber zu weitgehenden Konzessionen und zur Aufweichung des Bankgeheimnisses bereit. Dies ergab eine repräsentative Meinungsumfrage von Isopublic im Auftrag von «SonntagsZeitung» und «Le Matin Dimanche».
Eine Mehrheit der Befragten will nicht mehr zwischen Hinterziehung und Betrug unterscheiden – auch im Inland. 55 Prozent der Befragten folgen der Argumentation vieler Kantonsregierungen, die dem Staat mehr Mittel im Kampf gegen Schwarzgelder in die Hand geben wollen. Sogar eine klare Mehrheit von 67 Prozent spricht sich dafür aus, gegenüber dem Ausland nicht nur bei Steuerbetrug, sondern auch bei Steuerhinterziehung Amtshilfe zu leisten.
Gegen automatischen Informationsaustausch
Keine Mehrheit findet nach wie vor der automatische Informationsaustausch mit dem Ausland. 56 Prozent wollen nicht, dass Schweizer Banken ausländischen Behörden automatisch Kontoinformationen ausländischer Bankkunden übermitteln müssen. Und für eine deutliche Mehrheit ist das Bankgeheimnis allen Einschränkungen zum Trotz noch ein wichtiger Wert. 61 Prozent wollen diesen nicht integral aufgeben. Die Umfrage wurde vom 11.?bis 13.?Februar durchgeführt. Befragt wurden 602 Stimmberechtigte.
SP: Weissgeld-Strategie per Gesetz
Christian Levrat, Nationalrat und Präsident der SP, will per Gesetz, die Banken zwingen, nur noch versteuertes Geld anzunehmen. «Wir brauchen jetzt eine konsequente Weissgeld-Strategie», sagt er im Interview mit der Zeitung «Sonntag». Konkret sieht sein Vorschlag so aus: «Wir wollen, dass die Banken gezwungen werden zu überprüfen, ob die Gelder, die sie verwalten ordentlich versteuert worden sind oder nicht. Die Kunden müssen bei der Bank ein entsprechendes Zeugnis ihrer Steuerbehörden vorlegen. Die Banken, die sich daran nicht halten, müssen schonungslos sanktioniert werden.» Die Frage nach dem automatischen Informationsaustausch verknüpft er mit einem Dienstleistungsabkommen mit der EU. (vin)
Erstellt: 14.02.2010, 00:15 Uhr






