Umfrage: SVP verliert deutlich Wähleranteile
Aktualisiert am 15.02.2009 57 Kommentare
Februar 2009
Heute würden 22,8 Prozent der Wähler für die SVP stimmen, vor eineinhalb Jahren waren es 29 (siehe kleine Grafik).
Wahlen 2007
Das Politbarometer ist eine repräsentative Meinungsumfrage, durchgeführt vom Meinungsforschungsinstitut Isopublic im Auftrag der «SonntagsZeitung». Befragt wurden 1231 Stimmberechtigte in der Zeit vom 20. Januar bis zum 10. Februar.
Die erfolgsverwöhnte SVP muss mit Gegenwind kämpfen. Gemäss dem Politbarometer der «SonntagsZeitung» hat die Partei von Alt-Bundesrat Christoph Blocher erheblich Wähler verloren.
Anderthalb Jahre nach ihrem glanzvollen Wahlsieg mit 29 Prozent Wähleranteil würden heute nur noch 22,8 Prozent der Wählenden ihre Stimme der SVP geben. Die SVP ist damit auf jenen Stand zurückgeworfen, den sie in den Wahlen von 1999 erreichte. Dagegen schlägt sich die SVP-Abspaltung BDP (Bürgerlich-Demokratische Partei) erstaunlich gut. Vier Prozent der Befragten geben an, sie würden die Partei von Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf wählen.
Mehr Vertrauen in den Bundesrat
Die weiteren Bundesratsparteien SP, FDP und CVP bleiben stabil, ebenso die Grünen. Die FDP hat dank der Fusion mit den Liberalen den Vorsprung auf die CVP vergrössern können. Wie das Politbarometer weiter zeigt, geht der Bundesrat gestärkt aus der Finanz- und Wirtschaftskrise hervor.
«Offensichtlich hat das Versagen der Spitzenmanager bei UBS und anderen Konzernen dazu geführt, dass die Vertreter von Staat und Politik als Gegenpol zur Wirtschaft wieder mehr Vertrauen geniessen», schreibt die «SonntagsZeitung».
Toni Brunner beschwichtigt
SVP-Parteipräsident Toni Brunner relativiert diese Zahlen und verweist in einem Interview mit der Zeitung auf die Erfolge in der tagesaktuellen Politik. «Letztes Wochenende gewannen wir zum Beispiel die Abstimmung zur Schulharmonisierung in Nidwalden und siegten im Aargau gegen den amtierenden Bildungsdirektor der CVP.»
Zudem habe die Partei mit dem 40 Prozent Nein-Anteil bei der Personenfreizügigkeit Kreise «über unsere Wählerschaft hinaus» angesprochen.
Keine Maulkörbe
Und nein, die Partei habe kein Führungsproblem. Zwar gebe es innerhalb der Partei eine gewisse Verunsicherung. Das habe aber weniger mit Christoph Blochers Arbeit zu tun als vielmehr damit, «dass gewisse Auseinandersetzungen in der Öffentlichkeit geführt werden», sagte Brunner weiter.
Auf den Vorwurf der Tatenlosigkeit seitens Parteipräsident sagte Brunner: «Ich wollte keine Maulkörbe verteilen. Wir sind jetzt jedoch an einem Punkt angelangt, wo wir uns alle disziplinieren müssen.»
Das Ringen um politische Positionen dürfe transparent und offen sein, wie aktuell bei der Frage der Staatshilfe an die UBS, ist Brunner überzeugt. «Aber wenn einmal eine Position gefunden und beschlossen ist, sollte sich die Minderheit zurücknehmen.»
Merz am beliebtesten
Im Bundesratsrating legt Hans-Rudolf Merz markant zu. Beim letzten Politbarometer wollten noch 57 Prozent der Wählenden, dass Bundesrat Merz mehr Einfluss erhält. Heute sind es 78 Prozent. Dicht auf den Fersen folgen ihm die Bundesrätinnen Doris Leuthard und Eveline Widmer-Schlumpf mit 77 und 76 Prozent.
SP-Bundesrat Moriz Leuenberger hat in der Wählergunst etwas zugelegt und belegt vor Ueli Maurer und Pascal Couchepin Platz 5 im Ranking. (bru/vin)
Erstellt: 15.02.2009, 12:42 Uhr
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