Universitäten halten sich nicht für Imam-Ausbildung zuständig
Von Verena Vonarburg. Aktualisiert am 05.12.2009 2 Kommentare
Eine klare Sache, sagt Eveline Widmer-Schlumpf in diesen Tagen als eine Antwort auf das Minarettverbot: Die Imame gehörten in einer unserer Universitäten oder Fachhochschulen ausgebildet. Damit sie unser Recht kennen, unsere Werte und unsere Gesellschaft.
Wird es konkret, schieben Bund und Kantone die politisch hochumstrittene Frage der Imam-Ausbildung vor sich her, und bislang wollte keiner wirklich die Verantwortung übernehmen. Der Bund reichte das Dossier an die Kantone weiter. Die Frage sei «sowohl religionspolitisch als auch akademisch relevant, sie liegt aber in erster Linie im Kompetenzbereich der Kantone und der Hochschulen selbst», antwortete der Bundesrat Ende Oktober auf einen Vorstoss aus dem Parlament. Er werde das Thema der Schweizerischen Universitätskonferenz, dem Zusammenschluss aller Unis, unterbreiten.
Eine gute Ausbildung ist zentral
Diese will nun aber auch nichts damit zu tun haben, wie sie am Donnerstag entschieden hat. «Aufgrund der Trennung von Kirche und Staat und der Autonomie der Universitäten hält sich die Universitätskonferenz für nicht zuständig, sich zu dieser Frage zu äussern», sagt Sprecherin Valérie Clerc. «Wir haben die Frage an den Bund retourniert.»
Farhad Afshar, der Präsident der Koordination Islamischer Organisationen Schweiz, bedauert, ist aber nicht überrascht. «Dieses Spiel wird schon seit Jahren gespielt.» Eine gute Ausbildung der Vorbeter und Gemeindeleiter islamischer Gemeinschaften sei aber «unglaublich zentral» für die Integration der Muslime. Wolle man die Integration ernst nehmen, müsse man «sofort mit der Ausbildung der Imame beginnen».
Imame sind mit unseren Sprachen und Normen wenig vertraut
Eine Studie im Auftrag des Schweizerischen Nationalfonds hatte im vergangenen Juli zum Resultat, die Muslime selbst seien sich weitgehend einig: Sie wünschten Imame, die in der Schweiz ausgebildet werden. Derzeit haben die meisten Moscheen Teilzeit-Imame; gewisse davon sind nur auf Durchreise in der Schweiz, mit unseren Sprachen und Normen sind sie oft wenig vertraut und sind unserer Kultur gegenüber auch nicht sehr aufgeschlossen.
Die beiden Universitäten Basel und Luzern haben sich näher mit der Imam-Frage befasst, die Projekte aber wieder fallen gelassen. In Basel wäre unter anderem Kuwait als Sponsor aufgetreten – mit dem Anspruch, zu kontrollieren, was gelehrt wird.
Rektoren schalten sich ein
Beim Bund, konkret beim Staatssekretariat für Bildung und Forschung, SBF, ergänzt man die Begründung der Universitätskonferenz: Diese nämlich sei der Meinung, man «solle in dieser Frage nicht politisch schnellschüssig entscheiden», wie SBF-Info-Chef Martin Fischer sagt. Der Ball sei nun nicht einfach wieder beim Bund. «Die Konferenz der Uni-Rektoren nimmt sich zusammen mit den Betroffenen der Fragen rund um die Imam-Ausbildung an.» (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 05.12.2009, 04:00 Uhr
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2 Kommentare
In dieser Sache hat der Staat gar nichts mehr im Griff. Erstens versteht er gar nicht was dort gepredigt wird und zweitens ist die Anzahl der Muslime in der CH bereits derart hoch dass man dagegen ohnehin nicht mehr ankommt. Und die Anzahl steigt stetig.Hier kämpft man lediglich gegen Windmühlen um den Anschein zu erwecken man hätte noch etwas zu sagen. Was aber nicht mehr der Fall ist. Antworten






