Uno-Chef Ban Ki-moon tadelt Ahmadinejad

Der Generalsekretär der Uno, Ban Ki-moon, hat die Rede des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinejad vor der Uno-Konferenz gegen Rassismus in ungewöhnlich scharfer Form kritisiert.

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Uno-Generalsekretär Ban Ki-moon weist Mahmud Ahmadinejad zurecht.
Bild: Keystone

   

«Ich bedaure, das der iranische Präsident diese Plattform dazu nutzte, um anzuklagen, zu spalten und sogar aufzuwiegeln», erklärte Uno-Generalsekretär Ban Ki-moon nach der Rede von Mahmud Ahmadinejad am Montagnachmittag. Das sei das Gegenteil von dem, was diese Konferenz erreichen wolle. Und es erschwere es, Lösungen gegen den Rassismus zu finden. Es sei bedauernswert, dass der iranische Präsident seiner Bitte nach Einigkeit nicht nachgekommen sei.

Bei einem Treffen mit Ahmadinejad vor dessen Rede, habe er die Bedeutung der Konferenz hervorgehoben. Sie solle die internationale Gemeinschaft im Kampf gegen die Rassendiskriminierung einen. Er habe Ahmadinejad zudem daran erinnert, dass die Uno-Generalversammlung in Resolutionen festgehalten habe, dass Zionismus kein Rassismus sei und der Holocaust eine unumstössliche historische Tatsache sei.

Schweizer Delegation blieb im Saal

Die von Ahmadinejad an der Uno-Konferenz gemachten Äusserungen über Israel stehen laut dem Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) im Widerspruch zum Geist und der Absicht der Konferenz. Dies erklärte EDA-Sprecherin Nadine Olivieri auf Anfrage der AP. Während der Rede von Ahmadinejad hatten die Delegierten zahlreicher europäischer Länder die Konferenz verlassen, die von Botschafter Dante Martinelli geleitete Schweizer Delegation blieb dagegen im Saal.

Israelitischer Gemeindebund betroffen

Der Schweizerische Israelitische Gemeindebund hat mit grosser Betroffenheit auf die Rede des iranischen Präsidenten an der Antirassismus-Konferenz in Genf reagiert. Die hetzerischen Worte seien der Konferenz nicht nur unwürdig, sondern widersprächen auch deren Zielen, schreibt der SIG. Dass zahlreiche westliche Staaten den Saal demonstrativ verlassen haben, werde begrüsst. Der SIG bedauere aber, dass sich die Schweiz dem Protest nicht anschloss. Von der Schweiz werde nun erwartet, dass sie die Hetzrede zumindest öffentlich klar verurteile. (vin/sda/ap)

Erstellt: 20.04.2009, 19:28 Uhr

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