Schweiz

«Unser Paket ist viel besser als ein Ferrari»

Von Niklaus Bernhard. Aktualisiert am 15.02.2012 179 Kommentare

Anders Carp ist beim Saab-Konzern in Schweden zuständig für den Schweizer Markt. Er räumt ein, dass der Gripen zwar nicht der stärkste Flieger sei, betont aber die Vorteile des Gesamtpakets.

Vorläufer des neuen Kampfjets der Schweizer Armee: Ein Gripen vom Typ Saab JAS 39 C/D.

Vorläufer des neuen Kampfjets der Schweizer Armee: Ein Gripen vom Typ Saab JAS 39 C/D.
Bild: Keystone

Anders Carp von Saab. (Bild: PD)

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Armeeminister Ueli Maurer will den Preis für die Gripen-Flugzeuge drücken, wie er gestern erklärte. Sind Sie zu Nachverhandlungen bereit?
Anders Carp: Wir befinden uns noch in Verhandlungen. Deshalb kann ich mich zu dieser Frage nicht konkret äussern. Aber es ist mir klar, dass ein Kunde immer das bestmögliche Paket haben möchte.

In einem Bericht der Luftwaffe hat der Gripen-Jet keine guten Noten erhalten. Gripen hat aber beim neuen Modell E/F Nachbesserungen versprochen. Können Sie diese dann auch wirklich realisieren?
Darauf kann sich die Schweiz verlassen. Das Modell E/F ist in vielen Punkten massiv besser geworden als der Gripen C/D, den die Schweiz im Jahr 2008 getestet hat. Zudem wird Saab den Gripen auch in den nächsten Jahren noch laufend verbessern.

In welchen Bereichen wurden Verbesserungen erzielt?
Das Triebwerk ist leistungsfähiger geworden. Zudem kann der Gripen E/F mehr Treibstoff tanken, was die Flugzeit deutlich verlängert. Weiter wurde auch ein neues, verbessertes Radar-System eingebaut.

Wann kann die Schweizer Luftwaffe den neuen Gripen E/F zum ersten Mal testen?
Wir haben bereits einen Prototyp gebaut, der von anderen Ländern auch schon getestet wurde. Die Schweizer Luftwaffe ist jederzeit willkommen für einen solchen Test.

Laut dem Luftwaffenchef liegt der Gripen in Bezug auf seine fliegerischen Qualitäten hinter dem Rafale und dem Eurofighter. Teilen Sie diese Einschätzung?
Die Evaluation der Schweiz kommentiere ich nicht. Aber an der gestrigen Pressekonferenz wurde einmal mehr klargemacht, dass der Gripen alle Anforderungen der Schweiz erfüllt. Klar ist aber, dass wir das beste Gesamtpaket anbieten. Der Gripen ist über alles gesehen genau das Flugzeug, das die Schweiz braucht. Zu einem Gesamtpaket gehören unter anderem auch die Betriebskosten, die Nachhaltigkeit und die Kooperationspakete. In all diesen Bereichen sind wir eben sehr stark.

Was sagen Sie zu der Aussage von Ueli Maurer, dass die Schweiz keinen Ferrari kaufen will, sondern nur einen Volkswagen?
Vielleicht ist der Gripen nicht der grösste und stärkste Flieger. Aber unser Gesamtpaket ist viel besser, als was Sie von einem Ferrari erwarten können.

Die Lebensdauer des neuen Kampfjets soll rund 30 Jahre sein. Wie können Sie garantieren, dass es Saab gegen Ende dieses Zeitraums noch gibt?
Das ist ein wichtiger Punkt für die Schweiz. Aber das schwedische Parlament hat beschlossen, dass die schwedische Flugwaffe mindestens bis ins Jahr 2040 mit den Gripen-Kampfjets fliegen soll. Damit ist garantiert, dass es den Gripen für die nächsten 30 Jahre gibt. Zudem ist die schwedische Unternehmerfamilie Wallenberg an Saab beteiligt. Diese Eigentümer verfolgen eine nachhaltige Beteiligungspolitik.

Böse Zungen behaupten, dass die Veröffentlichung von Evaluationsberichten ein PR-Manöver von Ihren Konkurrenten ist. Wie wollen Sie zurückschlagen?
Es ist nicht unser Stil, das zu kommentieren.

Ärgern Sie sich darüber, dass bei der Schweizer Bevölkerung den Eindruck entstanden ist, Gripen sei ein schlechtes Flugzeug?
Nein, das ärgert mich nicht, und ich habe auch nicht das Gefühl, dass der Gripen bei der Schweizer Bevölkerung nun einen schlechten Ruf hat. Die Schweiz und Schweden sind demokratische Länder, in denen man sich frei äussern kann. Dazu gehört es, dass teilweise absichtlich böse Gerüchte gestreut werden. Ich bin aber sicher, dass das Schweizer Stimmvolk bei einer allfälligen Abstimmung nicht aufgrund von Gerüchten urteilen wird, sondern die Situation gesamtheitlich betrachten wird.

Gehören solche PR-Schlachten zu einem Rüstungsgeschäft?
Bei Rüstungsgeschäften geht es immer um viel. Deshalb ist es wichtig, dass saubere Evaluationsverfahren durchgeführt werden und dass sich die Beteiligten nicht bloss von Gerüchten aus der Ruhe lassen bringen. (Berner Zeitung)

Erstellt: 15.02.2012, 08:15 Uhr

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179 Kommentare

Daniel Huber

15.02.2012, 09:02 Uhr
Melden 53 Empfehlung

Der grosse Vorteil des Grippen ist, dass er das genau typgleiche Triebwerk von General Electric wie die F/A 18 besitzt. Dadurch können über die Jahre viel Unterhaltskosten bei Reparatur und Wartung eingespart werden. Zudem genügt der Grippen für die luftpolizeilichen Aufgaben in der Schweiz. Gegen die neusten russischen, chinesischen und US-Flieger hätten auch Eurofighter und Rafale keine Chance. Antworten


Christian Eppenberger

15.02.2012, 08:29 Uhr
Melden 52 Empfehlung

Die Vorteile des Gesamtpakets wäre der Verzicht
zu Gunsten von Bildung und Forschung.
Antworten



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