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«Unterstützung durch die EU wird sehr wichtig sein»

Daniel Graf von Amnesty International Schweiz ist erfreut und überrascht, dass Max Göldi schon entlassen wurde. Damit er schnell heimreisen kann, hofft Graf auf weitere Hilfe von Deutschland und Spanien.

In Handschellen: Göldi bei seiner Festnahme vor der Schweizer Botschaft in Tripolis am 22. Februar.

In Handschellen: Göldi bei seiner Festnahme vor der Schweizer Botschaft in Tripolis am 22. Februar.
Bild: Keystone

In einem Gespräch mit Tagesanzeiger.ch/Newsnet hat Daniel Graf, Mediensprecher von Amnesty International, bestätigt, dass Max Göldi das Gefängnis in Libyen verlassen hat. Die Familie des Schweizers habe ihm diese Information gegeben. Zudem geht es Göldi laut dem Amnesty-Mitarbeiter «den Umständen entsprechend gut», wie er sagte.

Graf verlangt, dass Göldi das Land umgehend verlassen kann: «Nach libyschem Recht ist er ein freier Mann.» Seinen Pass sollte Göldi deshalb eigentlich schon zurückbekommen haben, glaubt er, doch das Ausreisevisum fehle noch. Einige Tage Verzögerung sind allerdings nicht auszuschliessen, denn der Freitag ist in Libyen ein Feiertag, an dem in den staatlichen Behörden nicht gearbeitet wird.

Wurde die Untersuchungshaft doch angerechnet?

Dass Göldi rund zehn Tage vor dem offiziellen Ablauf der Haftstrafe freigelassen wurde, hat Graf positiv überrascht. «Es gab keine konkreten Anzeichen dafür, dass die Freilassung unmittelbar bevorsteht», sagte er. Insgesamt sei Göldi rund zehn Tage vor Ablauf der vier Monate entlassen worden. Dies entspricht dies ungefähr der Zeit, die der Schweizer in Untersuchungshaft verbracht hat - obwohl die Behörden in Libyen nie bestätigt haben, dass diese Zeit angerechnet werde.

Dass Aussenministerin Micheline Calmy-Rey sich ausdrücklich bei Spanien und Deutschland bedankt habe, wertet Graf als Zeichen dafür, dass hinter den Kulissen hart an der Freilassung des Schweizers gearbeitet wurde. «Die beiden Länder haben ihr Versprechen gehalten», sagte er, «und für eine baldige Rückreise von Göldi wird die weitere Unterstützung durch die EU sehr wichtig sein». Bereits zuvor hatte Calmy-Rey gesagt, dass sie auf eine rasche Rückkehr hoffe – doch Garantie gebe es dafür keine.

Im libyschen Gefängnis offenbar «gut eingelebt»

«Ich bin aber optimistisch, dass Herr Göldi bald ausreisen kann», sagt Graf. Die Zeit im libyschen Gefängnis hat Göldi in den letzten Wochen offenbar ohne grössere Probleme verbracht, wie der Amnesty-Mitarbeiter weiter berichtete. Nachdem er zunächst gesundheitliche Probleme gehabt hatte, ging es ihm schliesslich besser. Der Schweizer hatte demnach eine Einzelzelle, die allerdings kein Fenster hatte, und wurde vom Personal gut behandelt. Er habe täglich eine Stunde auf dem Hof verbringen können und sich trotz der schwierigen Situation «gut eingelebt», wenn man das so sagen könne.

Die intensive Betreuung aus der Aussenwelt war laut Graf ebenfalls wichtig für Göldi. Der Schweizer habe täglich Besuch bekommen, sowohl von seinen Anwälten als auch von Mitarbeitern der Schweizer Botschaft. Und über diese Kanäle habe er auch einen regelmässigen Kontakt zu seiner Familie daheim in der Schweiz gehabt.

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 11.06.2010, 08:09 Uhr

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18 Kommentare

Marc Bannier

12.06.2010, 11:30 Uhr
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@ Julius Fritschi: oje, haben Sie sich das gut überlegt? Wie möchten Sie denn eine ausländische Firma genau verstaatlichen? Libyer leben in Libyen, Libanesen im Libanon. Antworten


Daniel Zollinger

12.06.2010, 09:24 Uhr
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Ich würde mich sehr freuen, wenn Herr Göldi wieder Schweizer Boden unter den Fussen hätte! Ich wünsche Ihm und seiner Familie von herzen alles gute! Antworten


christoph scheidegger

11.06.2010, 17:33 Uhr
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hoffentlich wird max göldi bald zuhause sein, auch seine mutter wartet schon lange...! verdankenswerterweise setzen sich auch die "eu" und "amnesty" für schweizer bürger ein, das ist wie balsam für unsere seelen. Antworten


Michael Meier

11.06.2010, 16:42 Uhr
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Sobald Max Göldi zuhause ist müssen sämtliche Beziehungen mit Libyen aufgelöst werden. Ich kann Julius Fritschi nur zustimmen. Die Schweiz hat es nicht nötig mit Verbrecherstaaten Beziehungen zu pflegen. Ich hoffe, dass die Schweiz den Mut hat wirtschaftliche Interessen weniger hoch zu gewichten als Menschenrechte. Antworten


Julius Fritschi

11.06.2010, 14:50 Uhr
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mal cool abwarten, wie bis anhin. Sobald Göldi in der Schweiz ist,, klare und Harte Massnahmen ergreifen. Verstaalichung der Tamoil, anschliessend Verkauf derselben an den Bestbietenden, Geld in den Fond der AHV/IV. Auflösung sämtlicher bilateralen Geschäfte, Schliessung der schweizer Botschaft, Rückruf ALLER Schweizer Bürger (fall es noch welche gibt) und Auschaffung aller Libanesen. Antworten


George Tackle

11.06.2010, 11:01 Uhr
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Dass Göldi nun freigelassen wurde ist einzig der Verdienst von Hannibal Gadaffi. Er hat ja versprochen sich für Max Göldi einzusetzen und nun hat sein Einsatz offenbar Wirkung gezeigt. Ihren Dank sollte MCR an Hannibal Gadaffi senden nicht an die EU. Antworten


Walter Kunz

11.06.2010, 10:53 Uhr
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Die Haftbedingungen nur sanft gelockert. Dies Dank den uneigennützigen vorbildlichen Bemühungen der UNO-Menschenrechtskommission, gewisser hoher Beamten aus befreundeten EU Staaten? Antworten


Sven Beer

11.06.2010, 10:34 Uhr
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Nur weil sich Frau Calmy-Rey bei der EU bedankt heisst dass noch lange nicht dass die EU geholfen hat. Die Haft wäre so oder so am Sonntag vorüber gewesen. Ich glaube erst dass die EU geholfen hat wenn ich Beweise sehe. Ansonsten muss ich annehmen dass EU-Turbo Calmy-Rey einfach etwas pro-EU Propaganda betreibt. Antworten


Pawel Silberring

11.06.2010, 10:17 Uhr
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@Roy Gerber Bei diesem Bundesrats-Bashing kann ich mich nur wundern. Sie tönen, als ob Sie irgendeine Idee hätten, was man besser machen könnte, wenn ein Land wie Lybien jemanden festhält. Ich bin auch nicht mit allem einverstanden, was Bunderäte so machen, aber diese vollmundigen Beschimpfungen sind völlig daneben. Wie sagen Sie: Grosse Worte ohne Substanz. Antworten


roberto keller

11.06.2010, 10:12 Uhr
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Weshalb wird eingentlich nie thematisiert, dass sich Rachid Hamdani immer wieder (inklusive Homestory mit Smileyface) in den Medien ablichten lässt? Solidarität und die Anteilnahme am Schmerz von der Familie Göldi sollten der eizige Inhalt von seinen "Mitteilungen" sein; alles andere, insbesondere hübsche Fotos, hat er strikte zu unterlassen bis Herr Göldi wieder schweizer Boden betritt. Antworten


Pascal Kobler

11.06.2010, 09:58 Uhr
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Na ja, alles korrekt. Auch wer in der Schweiz eine Straftat begeht, muss ins Gefängnis. Verstehe die Leute nicht, welche sich aufregen. Aber wehe, in der Schweiz kommt ein Straftäter früher frei, geht sofort das Fluchen über die sogenannte Kuscheljustiz los. Widerspruch! Antworten


Roy Gerber

11.06.2010, 09:06 Uhr
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Schön dass Max Göldi endlich freikommt. Die CH Politik hat dbzgl. in sämtlichen Punkten versagt. Lybien spielt weiterhin Katz und Maus mit der Schweiz und unsere Regierung ist Machtlos. Schande über unsere Politiker, immer grosse Worte aber ohne Substanz. Antworten


Christoph Müller

11.06.2010, 08:57 Uhr
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es gibt ein altes Sprichwort: Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben! Noch ist Herr Gäldi nicht in der Schweiz...alles andere ist sehr gefährlich...und ob man sich bei diesen Ländern, wer auch immer, bedanken soll? Einige haben sich ganz klar zu dem Despoten Gaddaffi bekannt..also, für was danken? Antworten


roman peter

11.06.2010, 08:46 Uhr
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Dass ich nicht lache - Unterstützung von der EU - das glauben ja nicht mal mehr EU Enthusiasten. Wie sagte man früher - das Geld ist die Tinte nicht Wert die Sie schreiben - ein Skandal ist höchstens die Berichterstattung von SFDRS - gerade wenn er ggf. mal nach Haus kann wird alles wieder aufgefrischt. Gegen Frau Wille - die sich an solche Sachen sichtlich ergötzt soll Strafanzeige eingereicht.. Antworten


Roger Hug

11.06.2010, 08:30 Uhr
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Ein Lehrstück vom Wüstensohn für unsere Damen und Herren in Bern: Man lasse Max Göldi frei, wenn die Weltmedien einen ganz anderen Fokus haben (Fussball-WM) - und nach der WM ist bereits alles vergessen. Hoffen wir trotzdem, dass Max Göldi bald nach Hause kommt! Antworten


Fritz Marti

11.06.2010, 08:30 Uhr
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Hoffen auf die EU??? Da geht es nicht um darum, wie Staatsschulden auf andere Länder umzuschichten, sondern um menschliches. Der frühere Beweis wie die EU hilft, war der Rückenschuss durch Italien. Es gibt befreundete Staaten von Libyen: Antworten


Bruno Waldvogel-Frei

11.06.2010, 08:27 Uhr
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Alles nach Drehbuch, wie bereits in meinem letzten Leserbrief vorausgesagt. Antworten


Liselotte weber

11.06.2010, 08:24 Uhr
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gut eingelebt ? diese frage wird uns nur er selbst beantworten können wenn er dann sicheren boden unter den füssen hat! wenn ich mich richtig erinnere hat man aber sehr seiten seines arbeitgebers nur ganz selten etwas zur ganzen sache gehört/gelesen! doch eher seltsam, war er doch für einem grosse, gut vernetzte firma tätig. dies stört mich doch etwas - verraten und verkauft? Antworten



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