«Unterstützung durch die EU wird sehr wichtig sein»
Von Norbert Raabe. Aktualisiert am 11.06.2010 18 Kommentare
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In einem Gespräch mit Tagesanzeiger.ch/Newsnet hat Daniel Graf, Mediensprecher von Amnesty International, bestätigt, dass Max Göldi das Gefängnis in Libyen verlassen hat. Die Familie des Schweizers habe ihm diese Information gegeben. Zudem geht es Göldi laut dem Amnesty-Mitarbeiter «den Umständen entsprechend gut», wie er sagte.
Graf verlangt, dass Göldi das Land umgehend verlassen kann: «Nach libyschem Recht ist er ein freier Mann.» Seinen Pass sollte Göldi deshalb eigentlich schon zurückbekommen haben, glaubt er, doch das Ausreisevisum fehle noch. Einige Tage Verzögerung sind allerdings nicht auszuschliessen, denn der Freitag ist in Libyen ein Feiertag, an dem in den staatlichen Behörden nicht gearbeitet wird.
Wurde die Untersuchungshaft doch angerechnet?
Dass Göldi rund zehn Tage vor dem offiziellen Ablauf der Haftstrafe freigelassen wurde, hat Graf positiv überrascht. «Es gab keine konkreten Anzeichen dafür, dass die Freilassung unmittelbar bevorsteht», sagte er. Insgesamt sei Göldi rund zehn Tage vor Ablauf der vier Monate entlassen worden. Dies entspricht dies ungefähr der Zeit, die der Schweizer in Untersuchungshaft verbracht hat - obwohl die Behörden in Libyen nie bestätigt haben, dass diese Zeit angerechnet werde.
Dass Aussenministerin Micheline Calmy-Rey sich ausdrücklich bei Spanien und Deutschland bedankt habe, wertet Graf als Zeichen dafür, dass hinter den Kulissen hart an der Freilassung des Schweizers gearbeitet wurde. «Die beiden Länder haben ihr Versprechen gehalten», sagte er, «und für eine baldige Rückreise von Göldi wird die weitere Unterstützung durch die EU sehr wichtig sein». Bereits zuvor hatte Calmy-Rey gesagt, dass sie auf eine rasche Rückkehr hoffe – doch Garantie gebe es dafür keine.
Im libyschen Gefängnis offenbar «gut eingelebt»
«Ich bin aber optimistisch, dass Herr Göldi bald ausreisen kann», sagt Graf. Die Zeit im libyschen Gefängnis hat Göldi in den letzten Wochen offenbar ohne grössere Probleme verbracht, wie der Amnesty-Mitarbeiter weiter berichtete. Nachdem er zunächst gesundheitliche Probleme gehabt hatte, ging es ihm schliesslich besser. Der Schweizer hatte demnach eine Einzelzelle, die allerdings kein Fenster hatte, und wurde vom Personal gut behandelt. Er habe täglich eine Stunde auf dem Hof verbringen können und sich trotz der schwierigen Situation «gut eingelebt», wenn man das so sagen könne.
Die intensive Betreuung aus der Aussenwelt war laut Graf ebenfalls wichtig für Göldi. Der Schweizer habe täglich Besuch bekommen, sowohl von seinen Anwälten als auch von Mitarbeitern der Schweizer Botschaft. Und über diese Kanäle habe er auch einen regelmässigen Kontakt zu seiner Familie daheim in der Schweiz gehabt.
(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 11.06.2010, 08:09 Uhr
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18 Kommentare
Na ja, alles korrekt. Auch wer in der Schweiz eine Straftat begeht, muss ins Gefängnis. Verstehe die Leute nicht, welche sich aufregen. Aber wehe, in der Schweiz kommt ein Straftäter früher frei, geht sofort das Fluchen über die sogenannte Kuscheljustiz los. Widerspruch! Antworten
gut eingelebt ? diese frage wird uns nur er selbst beantworten können wenn er dann sicheren boden unter den füssen hat! wenn ich mich richtig erinnere hat man aber sehr seiten seines arbeitgebers nur ganz selten etwas zur ganzen sache gehört/gelesen! doch eher seltsam, war er doch für einem grosse, gut vernetzte firma tätig. dies stört mich doch etwas - verraten und verkauft? Antworten
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