Velofahrern im Zug mit Polizei gedroht

Von Andreas Valda. Aktualisiert am 28.07.2009 328 Kommentare

In Bern sind am Sonntag rund 30 Velofahrer aus einem SBB-Zug verwiesen worden. Unter Androhung von Polizeigewalt.

Sorgt immer wieder für Ärger: Der Selbstverlad von Velos.

SBB

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Der Vorfall betraf den morgendlichen Intercity-Zug, der Basel um 8.01 Uhr Richtung Interlaken verlässt. Nach Schilderungen eines Kunden war der Zug wegen der Ferienzeit und des schönen Wetters voll belegt. «Im betroffenen Intercity mussten weit über 100 Personen stehend mitfahren», sagt Urs Peter aus Basel. Hinzu kamen «rund 50 Velofahrer», die mangels Haken zum Teil «ihre Velos in die Gänge stellten», so der Bahnkunde. In einem solchen IC finden sich rund 10 Velohaken. Bei der Einfahrt in Bern forderte die Zugbegleitung per Lautsprecherdurchsage und im direkten Kontakt die Velofahrer ultimativ auf, den Zug zu verlassen. «Unter Androhung von Polizeigewalt verwiesen sie alle Velofahrer ohne Haken aus dem Zug», sagt Peter.

SBB fürchten um Sicherheit

Das Vorgehen provozierte Reaktionen. «Rund 20 Velofahrer, Frauen und Männer, gaben der Drohung nach, weitere 20 weigerten sich», so der Zeuge, dessen Velo an einem Haken hing. Mittlerweile hatte das Zugpersonal die Bahnpolizei alarmiert. Laut Peter erschienen drei Bahnpolizisten auf dem Perron. Der Zug verliess den Bahnhof mit 20 Minuten Verspätung.

Dass nicht genügend Plätze für Velos vorhanden sind, gilt als permanentes Problem im Ausflugsverkehr. «Von einem Vorfall dieser groben Art habe ich aber noch nie gehört», sagt Jean-François Steiert, Nationalrat und Präsident des Verbandes Pro Velo.

Bei Grossveranstaltungen werden Velos akzeptiert

SBB-Sprecher Reto Kormann bestätigt den Vorfall. Details seien in Abklärung. Grundsätzlich gelte: «Es dürfen nur so viele Velos befördert werden, wie Haken vorhanden sind.» Die SBB führen Sicherheitsüberlegungen ins Feld. «Nicht befestigte Velos könnten bei einer Notbremsung Reisende verletzen», sagt Kormann.

Hinzu kommt der Eventualfall der Evakuation. «Im Notfall dürfen die Fluchtwege nicht verstellt sein.» Dafür hat Bahnkunde Urs Peter, der in Bern aus Solidarität mit den Verwiesenen freiwillig den Zug verliess, Verständnis und kritisiert die SBB dennoch: «Bei grossen Velotreffen wie Slow-up und Grossveranstaltungen wie Gigathlon wird regelmässig eine Vielzahl von Velos akzeptiert, ohne dass Fahrräder SBB-konform an Haken hängen.» (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 28.07.2009, 11:13 Uhr

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328 Kommentare

Patrick Feusi

28.07.2009, 16:20 Uhr
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SBB-Kunden scheinen nie zufrieden zu sein. Bei jeder Gelegenheit wird gemeckert! Wer mit einer Gruppe von 50 Personen morgens mit Velos in einen vollgestopften Zug einsteigt, sollte seine Reiseplanung zukünftig optimieren! Als Bahnreisender bin ich froh, dass die SBB nicht alles duldet. Freundliche Aufforderungen genügen heute leider selten! Jede/r hat das Gefühl, immer und überall Recht zu haben! Antworten


Barbara Grunder

28.07.2009, 07:44 Uhr
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Ferienzeit/Saison/Gäste aus dem Ausland/schönes Wetter etc. + die SBB ist nicht fähig in 1 Zug Velos zu transportieren.Güterwagen "ausbauen" + jeder hängt sein Velo selber ein, fertig. Dasselbe gilt im Winter Für Ski + Schlitten. Preis: Könnte man u.A.per PC bestellen, wie 1 Bahnticket, dürfte ja nicht so kompliziert sein. Wie ist das mit dem Service eigentlich bestellt? Antworten



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