Verzicht auf neue Kampfjets: «Sicherheit nicht mehr gewährleistet»
Aktualisiert am 15.10.2009 2 Kommentare
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Verteidigungsminister Ueli Maurer hat mit dem am (gestrigen) Mittwoch publik gewordenen Antrag auf einen Verzicht für den Ersatz der 54 Tiger-Kampfflugzeuge für Überraschung gesorgt. In letzter Konsequenz bedeute dies, dass die Sicherheit der Schweiz nicht mehr vollumfänglich gewährleistet werden kann, sagte der Präsident der Schweizerischen Offiziersgesellschaft (SOG), Hans Schatzmann, am Donnerstag in der Sendung «Rendezvous» von Schweizer Radio DRS. Wenn man sich vor Augen halte, wie lange es daure, bis ein neues Kampfflugzeug nicht nur beschafft sondern auch operationell eingeführt sei, dann gehe das Jahre. Und in dieser Zeit werde es nicht mehr möglich sein, den Luftschirm mit der nötigen Qualität sicherzustellen, sagte Schatzmann.
Kritik äusserte auch die Avia, die Gesellschaft der Luftwaffenoffiziere. Der Weiterbetrieb des Tigers würde sich bald in einer massiven Erhöhung der Unterhaltskosten niederschlagen und der Kosten-Nutzen-Faktor würde unverantwortlich, sagte John Hüssy. Damit wäre die Abschaffung der Luftwaffe und in der Folge auch der Feldarmee eingeleitet, befürchtete er. Auch der Verein Sicherheitspolitik und Wehrwissenschaft (VSWW) hat den beantragten Verzicht auf den Kauf neuer Kampfflugzeuge scharf kritisiert. Die sicherheitspolitische Glaubwürdigkeit des Bundesrates stehe auf dem Spiel.
Verständnis gezeigt
Keinen Bedarf für neue Kampfjets sah in der Sendung dagegen Hans-Ulrich Ernst, früherer Generalsekretär im Militärdepartement: Die Risiken aus heutiger Sicht seien so, dass man mit dem Bestand an 33 modernen FA-18 auskomme. Er zog den Vergleich zu Österreich, welches 15 Eurofighter besitze. Damit lasse sich die Luftpolizei in einem im Vergleich zur Schweiz drei Mal grösseren Luftraum zufrieden stellend durchführen.
Politikerinnen und Politiker verschiedener Couleurs zeigten Verständnis für den Antrag Maurers. Es sei peinlich für die Vorgänger von Bundesrat Maurer, dass sie offensichtlich die Prioritäten falsch gesetzt hätten, sagte der Zürcher SVP-Nationalrat Toni Bortoluzzi. Es handle sich um die ehrliche Mitteilung, dass die Probleme in der Armee prioritär erst einmal behandelt werden müssen, bevor neue Anschaffungen getätigt werden, sagte Bortoluzzi. «Und das ist eine Einsicht, die meines Erachtens positiv ist.» Dass die Armee heute über zu wenig Geld verfügt, fand auch Bruno Frick (CVP/SZ). Die Mittel seien nicht deckungsgleich mit dem Auftrag, sie seien heute zu klein. (sam/ap)
Erstellt: 15.10.2009, 14:48 Uhr
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2 Kommentare
Unsere Neutralitätspolitik hat den Vorteil, dass wir in gewissen Bereichen unsere Armee an die für die Schweiz abnehmende Bedrohungslage anpassen können. Neubeschaffungen von Kampfjets und Panzern sind kaum mehr gerechtfertigt. Zeitgemäss sind modern ausgerüstete Helikopter und spezielle Ausrüstungen zur Vermeidung und Bekämpfung von möglichen Terroranschlägen. Antworten






