Volkswahl des Bundesrats: SVP beschliesst die Initiative
Artikel zum Thema
217 Delegierte folgten am Samstag in Genf dem Antrag der Zürcher Sektion, der für die Volkswahl des Bundesrates das Majorzsystem propagierte. Der Genfer Nationalrat Yves Nidegger unterlag mit seinem Vorschlag einer Wahl nach Proporz. Ihm folgten nur 97 Delegierte. Der Zürcher Nationalrat Alfred Heer hatte vor der Proporzwahl gewarnt. Ein solches Wahlverfahren habe zur Folge, dass die Grünen zwingend mit einem und die SP mit zwei Sitzen im Bundesrat vertreten seien, so Heer.
Auch Nationalrat Ulrich Schlüer (ZH) plädierte für das Majorzsystem, «damit endlich das Volk und nicht mehr das politische Bern bestimmt, wer Bundesrat wird». Dem widersprach der Waadtländer Nationalrat André Bugnon: Die SVP müsse aufgrund ihres politischen Programms in den Bundesrat gewählt werden. «Wir dürfen nicht Angst haben vor unserem eigenen Erfolg.»
Ein Graben zwischen der West- und Deutschschweiz
Bei der Abstimmung zeigte sich eine Kluft zwischen den Delegierten aus der Westschweiz und der Deutschweiz. So waren unter den 97 Delegierten, die für den Antrag Nideggers stimmten, vor allem Westschweizer und Berner. Mit dem Argument, der Zürcher Vorschlag garantiere den Sprachminderheiten mindestens zwei der sieben Bundesratssitze, versuchte Heer, die skeptischen Delegierten zu beruhigen.
Als Sprachminderheiten definiert der Initiativtext die Kantone Tessin, Waadt, Neuenburg, Genf, Jura, die französischsprachigen Bezirke der Kantone Freiburg, Wallis und Bern sowie die italienischsprachigen Gebiete Graubündens. (raa/ap)
Erstellt: 03.10.2009, 18:15 Uhr
Kommentar schreiben
Schweiz
Schweiz
Meistgelesen in der Rubrik Schweiz
- 1Roger de Weck in der Kritik
- 2Rohe Gewalt als Markenzeichen
- 3300 Einsprachen gegen Bauprojekte – Initianten gehen auf die Barrikaden
- 4Die seltsame Vergabepraxis des Bundesamts für Migration
- 5Möglicher Euro-Austritt: Bund arbeitet an Notfallplan
- 6«Die Schweiz muss intensiver nach Steuerbetrügern fahnden»
































