Schweiz

«WEF und Kapitalismus zerschlagen»

Aktualisiert am 30.01.2010 2 Kommentare

Rund 300 Personen haben in Basel gegen das World Economic Forum in Davos protestiert. Die bewilligte Demonstration verlief weitgehend friedlich. Es gab jedoch vereinzelte Sachbeschädigungen.

1/6 Rund 300 Personen demonstrieren am gegen das World Economic Forum in Davos. Polizeikommandant Gerhard Lips hält sich sich im Hintergrund.

Anti-WEF-Demo

   

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Demo in Davos

Polizei setzt Wasser ein

Am WEF-Tagungsort Davos demonstrierten am Samstagnachmittag rund 130 Personen gegen das Weltwirtschaftsforum. Die von den Grünen organisierte, bewilligte Kundgebung verlief friedlich. Der Umzug führte vom Rathaus Davos Platz nach Davos Dorf. Dabei kamen die Demonstranten auf 150 Meter zum Kongresszentrum, dem WEF-Tagungsort, und die Sicherheitszone beim Hotel Seehof in Davos Dorf heran. Eine Gruppe von Demonstranten drang dabei gemäss Angaben der Kantonspolizei Graubünden vor dem Hotel Seehof zu weit vor. Darauf setzte die Polizei mit einem Schlauch Wasser ein. Im Übrigen verlief die Kundgebung friedlich. Die Schlusskundgebung fand beim Bahnhof Davos Dorf statt. Dort forderten die Redner - darunter JUSO-Präsident Cédric Wermuth und Grünen-Vizepräsidentin Aline Trede - eine nachhaltigere Wirtschaftspolitik. (sda)

Anti-WEF-Demo in Basel

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Die Kundgebungsteilnehmer zogen Basler vom Barfüsserplatz via Bankverein durch die Freie Strasse auf den Marktplatz. Von dort aus ging es auf der mit der Polizei vereinbarten Route weiter über die Mittlere Brücke zum Claraplatz und wieder zurück via Petersgraben auf den Petersplatz. Angeführt wurde der Demonstrationszug von meist jungen, vermummten Protestierenden. Im hinteren Teil des Zugs marschierten auch ältere Leute mit, darunter viele Kurden sowie Gewerkschafter.

In einer Mitteilung sprachen das Überregionale Anti-WEF-Bündnis Basel und die weiteren Organisatoren von rund 1000 Demonstranten. Polizei und Journalisten schätzten deren Zahl übereinstimmend auf 300.

Gegen Kapitalismus

«Den Widerstand auf die Strasse tragen - WEF und Kapitalismus zerschlagen» hiess es unter anderem auf einem Transparent. «Für eine Welt ohne Kapitalismus und Ausbeutung» stand auf einem anderen. Derweil skandierten die Kundgebungsteilnehmer etwa «Hinter Krieg und Krise steht das Kapital - bekämpfen wir es hier und international».

Die Kundgebung verlief nach Polizeiangaben weitgehend geordnet. Die Polizei hatte sich laut einem Sprecher auf alle Eventualitäten vorbereitet, musste aber nicht einschreiten. Sie hielt sich diskret im Hintergrund, hielt jedoch drei Demonstranten an und unterzog sie einer Personenkontrolle.

Vereinzelt kam es zu Sachbeschädigungen. So wurden Hauswände verschmiert und bei fünf Personenwagen sowie am Hauptsitz der Basler Kantonalbank Scheiben eingeschlagen. In einem Fall musste die Feuerwehr einschreiten, weil Demonstranten in einem der beschädigten Personenwagen eine heisse Signalfackel hinterlassen hatten. Die Fassade des Nobelhotels «Trois Rois» wurde zudem mit Eiern und vollen Robidog-Säckchen beworfen.

Schliesslich mauerte eine Gruppe von vermummten Demonstranten am Petersplatz den Eingang eines Verwaltungsgebäudes symbolisch zu. In der Liegenschaft haben das Rektorat der Universität Basel und die Interpharma, der Verband der forschenden Pharmaindustrie, ihren Sitz.

Gegen-Tagung an der Uni

Parallel zur Demonstration fand in Basel die zehnte Auflage der Anti-WEF-Veranstaltung «Das andere Davos» statt. Die Gegen-Tagung zum Weltwirtschaftsforum hatte am Freitag im Kollegiengebäude der Universität begonnen und ging am Samstagabend zu Ende. Zeitweise nahmen an der Veranstaltung bis zu 400 Personen teil.

Auf dem Programm standen Podien und Workshops unter anderem zur Migration, zu neuen Gewerkschaftsbewegungen oder zu Kämpfen lohnabhängiger Frauen. Zu dem von attac Schweiz zusammen mit weiteren Organisationen und Gewerkschaften durchgeführten Anlass wurde per Video auch der US-Philosoph, Autor und Sprachwissenschafter Noam Chomsky zugeschaltet.

(vin/amu/sda)

Erstellt: 30.01.2010, 18:51 Uhr

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2 Kommentare

Georg Wächter

01.02.2010, 09:57 Uhr
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Nur für die WEF-Stiftungsräte gibt es noch 10 weitere Tagungen, z.B. China Meeting, Industry Summnit usw. Der Zweck des WEFs ist die Förderung der Globalisierung, d.h. die Execution der nationalen Volkswirtschaften bzw. Ausbeutung der arbeitenden Bevölkerung. Den Demonstranten fehlt es an den dem WEF zugänglichen Kommunikationsmitteln. Schande, dass das WEF in der Schweiz Asyl geniesst. Antworten


ralph kocher

01.02.2010, 12:17 Uhr
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...es läuft auf dasselbe aus, wie's schon immer war: Alles ist auf Goodwill einer Masse abgestützt. Nur im Unterschied, dass man sich heuer nicht mehr allzu sicher verstecken kann! Antworten



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