Schweiz

Waffeninitiative wirbt mit angeschossenem Teddy

Aktualisiert am 05.12.2010 70 Kommentare

Die Volksinitiative zum «Schutz vor Waffengewalt» wird mit einer neuen Kampagne vorangetrieben. Der Bund stemmt sich gegen die strengen Anliegen des Komitees.

Die Initiative möchte die hohe Verfügbarkeit der Waffen einschränken: Freiwillige Waffenabgabe im Jahr 2009 im Zeughaus Basel.

Die Initiative möchte die hohe Verfügbarkeit der Waffen einschränken: Freiwillige Waffenabgabe im Jahr 2009 im Zeughaus Basel.
Bild: Keystone

Die Befürworter der Volksinitiative «Schutz vor Waffengewalt» haben ihre Kampagne für die Abstimmung am 13. Februar 2011 lanciert. Mit dem Slogan «Familie schützen - Ja für den Schutz vor Waffengewalt» werben sie für die Aufbewahrung von Armeewaffen im Zeughaus.

Mit der Initiative solle die hohe Verfügbarkeit von Waffen eingeschränkt werden, teilte das Komitee am Sonntag in einem Communiqué mit. Das Risiko, dass Menschen mit diesen Waffen sich selbst oder andere töteten oder Gewalt ausübten, müsse verringert werden.

Rund 2,3 Millionen Waffen, die meisten davon Militärwaffen, lagern oder zirkulieren in der Schweiz praktisch ohne Kontrolle, wie das Komitee festhält. Armeewaffen dürften deshalb nicht mehr in den Haushalten aufbewahrt werden, sondern müssten in die Zeughäuser gebracht werden.

Register und Bedarfsnachweis gefordert

Waffen will das Komitee landesweit registrieren lassen. Es fordert zudem die Einführung eines Bedarfs- und Fähigkeitsnachweises für jene, die weiterhin Waffen erwerben, besitzen und benutzen wollen. Nach eigenen Angaben wird das Komitee von über 70 Organisationen und Parteien unterstützt.

Besonders Frauen seien der Meinung, dass Militärwaffen in Zeughäusern aufbewahrt werden müssten, hält es fest. Namentlich Fachorganisationen der Psychiatrie unterstützten die Initiative, weil sie dazu beitrage, die Zahl der in der Schweiz besonders häufigen Schusswaffen-Suizide zu vermindern.

Polizeikreise unterstützen laut dem Komitee das Volksbegehren ebenfalls. Für Polizisten und Polizistinnen sei es wichtig, dass Waffen national registriert seien, um sich auf gefährliche Situationen einstellen zu können.

Teddy mit Schussverletzung

Das Komitee lancierte am Sonntag auch sein Sujet zur Abstimmung. Als Blickfang unter dem Slogan «Familie schützen - Ja für den Schutz vor Waffengewalt hat es einen liegenden Teddybären mit einer Schutzverletzung gesetzt.

Die Volksinitiative «Schutz vor Waffengewalt» kommt am 13. Februar vors Volk. Eingereicht wurde sie im Februar 2009 mit 107'000 Unterschriften.

Dahinter stehen neben der SP und den Grünen mehrere Jungparteien, Gewerkschaften, die Gruppe für eine Schweiz ohne Armee (GSoA), Friedensorganisationen, Kirchen, Frauenverbände, die Ärztevereinigung FMH sowie Institutionen der Suizidprävention.

Bundesrat und Parlament für ein Nein

Der Bundesrat und das Parlament empfehlen die Waffen-Initiative zur Ablehnung. In ihren Augen bietet das heutige Recht genügend Schutz vor Waffenmissbrauch. Bei den Armeewaffen seien die bereits getroffenen Massnahmen - Munitionseinzug und die Möglichkeit der freiwilligen Waffenabgabe - ausreichend.

Die Kampagne des Bundesrates wird am Montag mit einer Medienkonferenz lanciert. Justizministerin Simonetta Sommaruga wird die Argumente der Landesregierung darlegen.

(mrs/sda)

Erstellt: 05.12.2010, 16:00 Uhr

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70 Kommentare

Meret Herger

06.12.2010, 14:03 Uhr
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Die Initiative ist nicht nur sinnvoll, sondern auch äusserst nötig. Immer wieder sterben Leute durch Armeewaffen. Es ist höchste Zeit, Waffen aus dem Alltag zu entfernen.In unserem Land gibt es eine genügend gute Polizei, als dass man ständig vor Einbrüchen Angst haben müsste;und spätestens dann entfällt das Argument der Sicherheit durch Waffen.Wahre Sicherheit sieht ganz anders aus - ohne Waffen! Antworten


hans maag

06.12.2010, 10:58 Uhr
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Man schützt die ausländischen Kriminellen und will den anständigen Bürger entwaffenen. Letzthin haben 3 aus Lyon in Genf eine Migros-Wechselstube überfallen, sie kamen bewaffnet und schossen wild um sich. Einer wurde durch einen Polizisten angeschossen. Auf diesen wartet nun bestimmt ein hochnotpeinliches Strafverfahren (auf den Polizisten). Antworten



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