Walter: «Ich bin erleichtert»
Von Matthias Chapman, Claudia Blumer. Aktualisiert am 15.12.2011
(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
-
13.15 - Hansjörg Walter erklärt seinen Rückzug
Hansjörg Walter in der Wandelhalle. Der SVP-Bundesratskandidat hat sich nach der Wahl von Ueli Maurer zurückgezogen. Er trete nicht gegen freisinnige Bundesräte an, hat er seiner Fraktion schon im Voraus beschieden. Walters Gespräch mit Tagesanzeiger.ch/Newsnet wird abgeklemmt von der Moderatorin des Schweizer Fernsehens:
-
12.45 - Der neue Bundesrat
Die gewählten Bundesräte marschieren aus der Wandelhalle, Weibel und Sicherheitsangestellte machen ihnen den Weg frei und sorgen dafür, dass keine Fragen gestellt werden:
Der Bundesrat in seiner neuen Zusammensetzung. -
12.00 - Ursula Wyss: Freudentag
SP-Fraktionschefin Ursula Wyss spricht von einem «Freudentag für die SP». Den grossen Stimmenunterschied der beiden SP-Kandidaten (Alain Berset ist mit 126 Stimmen gewählt worden, Pierre-Yves Maillard hat 63 Stimmen erhalten) will sie nicht überbewerten. «Das hängt mit der Dynamik zusammen, die im Parlament entstanden ist, und mit der kurzfristig angesagten Kandidatur von Jean-François Rime. Ich bin sehr erfreut über die Wahl von Alain Berset.»
-
11.15 Uhr - Bersets Dames Bourgois
Sie sind die Dames Bourgois de la ville de Fribourg und sorgen im emsigen Treiben der Bundesratswahl für einen Farbtupfer. In Tracht und schönen Hüten stehen sie bereit, Alain Berset den Vin d'honneur einzuschenken, wenn er denn gewählt werden sollte. Und davon sind sie überzeugt: «Mais bien sur.»
-
11.00 Uhr - Hurter: «Wir sind auch nicht viel schlauer geworden»
Was hat die SVP am frühen Morgen in der Fraktion noch besprochen? Der Schaffhauser Nationalrat Thomas Hurter dazu: «Dass wir nach den einzelnen Wahlgängen die Lage jeweils neu analysieren.» Und, wie ist die Situation nach der Wiederwahl von Eveline Widmer-Schlumpf? «Wir sind auch nicht viel schlauer geworden», sagt der Nationalrat lachend. Bezüglich des Angriffs der SVP auf die verbleibenden Mandate gibt sich Hurter nüchtern: «Da wird nichts mehr zu holen sein.» Nun hat die Partei vier Jahre Zeit, Bundesratskandidaten aufzubauen. Hurter nickt und sagt: «Das wird uns gelingen.» Von einem Gang in die Opposition hält Hurter überhaupt nichts.
-
10.45 - Roger Nordmann über die SVP-Rache
SVP-Fraktionschef Caspar Baader hat soeben mitgeteilt, dass die SVP gegen alle weiteren amtierenden Bundesratsmitglieder antritt und auch bei der Wahl für den vakanten SP-Sitz. SP-Nationalrat Roger Nordmann sagt dazu: «Rache scheint das einzige Gedankengut der SVP zu sein zurzeit.»
SP-Nationalrat Roger Nordmann -
10:15 Uhr - Mörgeli nicht überrascht
Christoph Mörgeli hat damit gerechnet, dass der SVP-Angriff auf den Sitz der BDP scheitern würde. Hiermit aber trete man den Volkswillen mit Füssen, so der Zürcher Nationalrat. Ist die SVP nur mit einem Mitglied im Bundesrat vertreten, dann könne sie auch weiterhin "halbe Opposition" machen.
-
9.45 - Alfred Heer reagiert auf die Wahl von Eveline Widmer-Schlumpf
Alfred Heer, Nationalrat und Präsident der Zürcher SVP, kommt aus dem Ratssaal, er will mit seinen Parteikollegen absprechen, was das Wahlresultat von Eveline Widmer-Schlumpf für die SVP bedeutet. Das Resultat ist gut ausgefallen. «So wie es jetzt aussieht, können wir angreifen, wen wir wollen, es nützt nichts», sagt er.
-
9:35 Uhr - Stimmabgabe im 2. Durchgang
Die SVP will angeblich wissen, wie die FDP abstimmt. Wir fragten Hans Fehr.
Ich schaue meinem Nachbarn nicht über die Schultern: Hans Fehr. -
8.50 - Markus Somm in der Caféteria
Die «Basler Zeitung» ist jetzt täglich in den Schlagzeilen, die Blocher-Familie tritt offiziell als Besitzerin auf. Chefredaktor Markus Somm trinkt im Ratsstübli des Bundeshauses einen Kaffee. Angesprochen auf die Situation bei seiner Zeitung blockt er ab, er will nichts sagen. Es werde zu gegebener Zeit informiert.
Wir holen uns einen Erklärungsversuch von Norbert Neininger, Verleger der «Schaffhauser Nachrichten» und Mitglied im Präsidium des Verbands Schweizer Medien: «Christoph Blocher hat über die Besitzverhältnisse bei der BaZ womöglich nicht gelogen, aber seine Aussagen wurden anders interpretiert, als es der Wirklichkeit entsprach. Andererseits ist es verständlich, dass Blocher nach dem Riesenwirbel, den sein erster Auftritt in Basel ausgelöst hat, nicht mehr offensiv informiert hat. Grundsätzlich: Ja, idealerweise sind die Besitzer einer Zeitung bekannt. Aber auch bei den grossen Medienhäusern weiss man darüber nicht genau Bescheid.» -
8.30 – Michael Hermann
Die Fraktionspräsidenten halten lange Ansprachen, in der Wandelhalle verfolgen Medienschaffende, Parteienvertreter und Politologen das Geschehen am Bildschirm – auch Politgeograf Michael Hermann. Er sei froh, wenn die Spekulationen um die Bundesratswahl mit dem heutigen Tag beendet seien, sagt er. «Die Bundesratswahlen waren jetzt schon sehr lange ein Thema.»
-
8.00 Uhr – Parlamentarier verschwinden in den Ratssaal
Interviews, Blitzlichtgewitter und Gedränge: Noch kurz bevor die Bundesratswahl begann, herrschte in den Gängen des Bundeshauses dichtes Gedränge. Alain Berset stellt sich den letzten Fragen vor dem Gang in den Ratssaal, Jean-François Rime und Hansjörg Walter witzeln im Treppenaufgang. In der Wandelhalle geraten Oliver Washington von Radio DRS und Thomas Matter aneinander. Für Raucher gebe es separate Räume, so der Radiomann. Die Stimmung ist angespannt, trotz scheinbar klarer Ausgangslage.
-
7.40 – Ausgangslage
Für SP-Präsident Christian Levrat werden das die langweiligsten Bundesratswahlen seit zehn Jahren, wie er am Dienstagabend im Gespräch mit Tagesanzeiger.ch/Newsnet sagte. Es bleibe alles beim Alten. Immerhin auf 40 Prozent schätzt FDP-Präsident Fulvio Pelli die Chance, dass es am Mittwoch im Bundeshaus zu einer Überraschung kommt. Von einem drohenden Sitzverlust für seine Partei will er aber nichts wissen. CVP-Chef Christophe Darbellay glaubt, dass sich mit der Bundesratswahl nicht viel verändert.
Durch Abwesenheit aufgefallen waren die letzte Nacht die drei B: Christoph Blocher, Toni Brunner und Caspar Baader. Die Arbeit der SVP-Parteispitze wird noch immer kritisiert, auch von Parteimitgliedern.
Erstellt: 14.12.2011, 08:12 Uhr










